Wildtiere gehören nicht in den Zirkus! (2)

Die Argumente sind fast immer dieselben:

„Wir sind doch die eigentlichen Tierschützer. Wo wird mehr getan dafür, dass Menschen so nah mit Tieren in Kontakt treten können wie bei uns im Circus?“ Da sehen Kinder Tiere, denen sie sonst nie so nahe kommen. Und wo können sie schon mal ein Nashorn streicheln. Das gebe es ja nicht mal im Zoo.

Worum geht es? Zurzeit gastiert der „Circus Voyage“ in Thüringen, der mit dem Slogan „Eine Reise durch die größte tierische Circusshow“ wirbt. Gezeigt werden laut Homepage „über 80 Tiere“, darunter auch afrikanische Elefanten, ein Nashorn und ein Flusspferd. Zu Recht wird diese Form der „Unterhaltung“ von immer mehr Menschen kritisiert.

Mit einem sehr seltsamen Verständnis von „Tierschutz“ halten die Zirkusbetreiber gegen. Was hat es mit Tierschutz zu tun, Wildtiere zum Vergnügen vorzuführen, ihnen „Tricks“ beizubringen, die mit dem natürlichen Verhalten der Tiere nichts zu tun haben? Wie kann man von Tierschutz sprechen, ohne eine artgerechte Haltung auch nur ansatzweise sicherstellen zu können und die Tiere stattdessen hunderte Kilometer, eingepfercht in Transportcontainer, durch die Gegend zu bugsieren? Welches Verständnis von Tierschutz vermittelt man Kindern, wenn man damit meint, Wildtiere müssten sich begaffen und begrapschen lassen?

Und außerdem: Die Tiere, die im Circus leben, tun das schon seit Generationen, haben also nie die afrikanische Steppe oder den Urwald gesehen. „Wir tun also etwas für den Erhalt der Arten!“, betont Bettina Richter […]

Es war auch bis vor nicht allzu langer Zeit üblich, Menschen mit Behinderungen und Missbildungen oder einfach nur mit dunkler Hautfarbe in Freakshows oder sogenannten Völkerschauen zu präsentieren…

Via OTZ, TSV Jena (PDF)

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