Manch einer, der hierzulande die Schule noch vor 1989 besuchte, mag sich an die NVA-Anwerber erinnern, die ab Klassenstufe 7 unterwegs waren. Ziel der Aktion war, Schüler für die NVA zu begeistern und möglichst frühzeitig zu einem Wehrdienst zu “ermuntern”. Unter Umständen wurde einem auch ganz deutlich zu verstehen gegeben, dass man ohne “freiwillige” Verlängerung auf 3 Jahre wenig Chancen auf einen EOS-Platz (= Gymnasium) hätte. Das ging zu Weilen auch so weit, dass manche nach diesen “Einzelgesprächen” plötzlich keine West-Schokolade mehr essen wollten – in der Überzeugung, der Klassenfeind wolle sie vergiften (sic!).
Verwundert reibt man sich dann die Augen, wenn man folgendes liest:
“Das Anwerben von Kindern durch die Bundeswehr war beim diesjährigen “Girls’Day” kein Einzefall: “Beim Heer testeten 40 Mädchen das Leben der Fallschirmjäger der Luftlandebrigade 26 in Merzig. Nach einem kurzen Hallo um 8.00 Uhr morgens ging es direkt in die Packer-Halle. Dort zeigte ein Soldat, wie ein Fallschirm für den Sprung gepackt und vorbereitet wird. Kaum fertig, durfte die 13-jährige Lena Schmitt auf den 15 Meter langen Tisch steigen und losrennen. Den Schülerinnen wurde so gezeigt, wie sich der Schirm bei einem Sprung aus dem Rucksack fädelt”, heißt des in dem Bericht der Bundeswehr-Zeitung weiter.” (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30249/1.html)
