Professor David Nutt ist britischer Drogenbeauftragter. Viel mehr – er WAR Drogenbeauftragter. Denn der gute Professor wies kürzlich auf etwas hin, das nicht in die seit den frühen 40er Jahren etablierte Dogmatik im Umgang mit sogenannten Drogen passt:
Nutt ist der Meinung, dass Cannabis ebenso wie Ecstasy oder LSD weniger gefährlich seien wie Alkohol und Zigaretten.
Recht hat der Mann; schließlich können Alkohol und Nikotin bereits in ihrer reinen Darreichungsform schwere Krankheiten auslösen. Offenbar exitiert hingegen für Cannabis keine letale Dosis; bei LSD wird hier ein Verhältnis von Wirkung zu tödlicher Dosis von 1:1000 vermutet. Bei MDMA (“Extacy”) sieht das etwas anders aus. Her wird eine Wirkdosis von 60 mg pro Tag von geübten Usern toleriert - jedoch können bereits 100 mg MDMA für einen normalen Menschen lebensbedrohend sein1.
Und Ethanol? Schon 3-4 Promille Blutalkoholkonzentration können tödlich sein. Nikotin wird sogar als starkes Nervengift eingestuft.
Und wenn jetzt jemand mit Cannabis als Auslöser von Psychosen anfängt: Das ist Chewbacca-Verteidigung. Wer schon einmal Alkoholiker gesehen hat, die sich die Haut aufgekratzt haben, um die darunter umherkriechenden Insekten zu entfernen, weiß, was Psychosen sind.
Nun, es soll hier gar nicht darum gehen, die eine Droge zu verharmlosen oder die andere zu verteufeln. Sogenannte Drogen sind bei unsachgemäßer Dosierung fast immer gesundheitsschädlich. Auch ist das Leben als solches tödlich
Nein, es geht um gesellschaftliche oder vielmehr politische Paradigmen. Um Glauben. Und um Ketzer. Und was macht man mit Ketzern? Kaltstellen.
—
1 Mengenangabe und Link sind hier nicht ganz korrekt; eine andere, realistischere Einschätzing findet sich z.B. hier (danke an Daniel)
Tags: alkohol, cannabis, drogen, extacy, gras, grossbritannien, lsd, mdma, nikotin, prohibition
Zustimmung, aber bei den MDMA-Dosen ist dir wohl ein Fehler unterlaufen
100mg sind eher eine mittlere Dosis. Dein Link führt zur Toxikologie von *Amphetamin*, nicht MDMA.
[...] zu lancieren – jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Erfolgreicher war man in England mit dem mundtotmachen von schlauen Köpfen. Und wir haben leider nicht ganz so gut [...]