Mit ‘vorratsdatenspeicherung’ getaggte Artikel

Neues von der Verräterpartei

Dienstag, 21. Juni 2011

Irgendwie war es still geworden um die Verräterpartei AKA Asozialdemokraten. Die ehemalige Arbeiterpartei sonnte sich Monate lang im Windschatten des Sturms, der der Regierungskoalition seit geraumer Zeit entgegenschlägt. Nun melden sich die Genossen, zunächst allenfalls durch Personaldebatten in der Agenda vertreten, wieder zu Wort: Vorratsdatenspeicherung muss (wieder) her!

Man kann nur darüber spekulieren, ob man im Willy-Brandt-Haus auf eine neue große Unheilskoalition schielt. Dabei hat man es offenbar aufgegeben, interessierte Netizens als potentielle Wähler zu betrachten – und das zu Recht! Wir erinnern uns nur all zu gut an die Patenthalse, die die SPD beim Thema Zugangserschwerungsgesetz hingelegt hat. Nun liegt mal wieder alle Hoffnung bei den “Liberalen”. Oh, dude, we are fucked!

Update: Der Soundtrack zur Tragödie (Klassiker) http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI
Update 2: Sowas kommt von sowas!
Update 3: *popcornmampf*

Alles in Ordnung, bitte weiter gehen!

Dienstag, 01. Februar 2011

Immer diese Krakeler aus dem Netz, diese Blogger und Möchtegern-Hosentaschenpolitiker. Wiederholen doch immer wieder die gleichen Phrasen, das wird mit der Zeit wirklich langweilig. Ja ja, die Vorratsdatenspeicherung bringe nichts. Urheberrecht schränke unsere Meinungs- und Informationsfreiheit ein. Die Politik sei intransparent und so etwas wie das Informationsfreiheitsgesetz ein stumpfes Schwert. Die Politiker der Parlamentsfraktionen – alles eine Mischpoke, SPD, FDP, CDU… laber Rhababer.

Und nun? Ist alles richtig. Kann man alles Nachlesen. In einem einzigen Blog-Artikel! Et voilá!

Update zur "Horrorliste" 2.0

Montag, 27. September 2010

Die FDP sucht gerade ihr Rückgrat:

FDP-Generalsekretär Christian Lindner ist verärgert. “Das wird so nicht kommen”. Für seine Partei gelte der Koalitionsvertrag, erklärte er dieser Tage.

Na wir werden sehen. Ich wette darauf, dass sie wieder umfallen werden und dafür dann vielleicht die geminderte Hotelmehrwertsteuer opfern.

Via Spiegel.de

Wie unabhängiger Rundfunk 2010 bei uns funktioniert

Freitag, 05. März 2010

Update #1: a) ich habe mal beim ZDF nachgefragt und warte mit Spannung auf Antwort… b) … wurde mir an der Stelle mal wieder bewusst, was wir eigentlich mit dem Internet haben (erinnert sich jemand noch an diesen ARD-Bock?) c) sprachliche Glättung im Text ;-)

Nach Fefes gestriger Ankündigung hatte ich mich auf ein spannendes “TV-Duell” zwischen dem Datenschutzaktivisten padeluun und Wolfgang Bosbach gefreut. Nachdem Maybritt Illner fast eine halbe Stunde überzogen hatte, ging es denn auch kurz vor dreiviertelzwölf in’s Getümmel. Die Diskussion wurde mit Vehemenz geführt aber irgend etwas Eskalatöses passierte 18 Minuten lang eigentlich nicht. Am Ende gab es dann aber doch noch eine bemerkenswerte Szene – nämlich als Lanz das Schlusswort der Runde an Bosbach übergab und dieser sichtlich erregt von Schlägen unter die Gürtellinie schwadronierte, und zwar in Richtung padeluun. Was war geschehen? Ich weiß es nicht, denn offensichtlich hat das öffentlich-rechtliche ZDF hier einige Szenen unterschlagen. Dafür spricht auch folgender Screen, den man mit etwas Geschick in der Aufzeichnung der Sendung bei der ZDF Mediathek findet:

zdf

Öhöm… genau so stelle ich mir “unabhängigen” Rundfunk vor: Macht ein Regierungspolitiker Unfug, gibts *fremdschäm* und die spannenden Minuten werden zensiert. Hätte einer der anderen Diskutanten einen solchen Ausfall hingelegt, wäre die Kamera sicherlich drauf geblieben. Unterstelle ich jetzt mal.

Vielleicht treibt ja jemand die fehlenden Minuten irgendwo auf, bin da ja mal gespannt…

PS: Das Sahnehäubchen war übrigens Lanz’ verweifelt schlecht gespieltes Lachen, als der das nächste Thema ankündigte… (fehlt leider in der Mediathek)

Koalitionsverhandlungen: FDP fällt um

Freitag, 16. Oktober 2009

Update: Möglicherweise gehen Sie beim Thema Zensursulagesetz doch einen Schritt weiter, aber 1. ist das noch nicht bestätigt und 2. sicher positiv zu werten jedoch noch kein Grund, in taumelnden Jubel auszubrechen. Für eine sog. “Bürgerrechtspartei” bliebe das ein SEHR dünnes Ergebnis.
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Tagesschau.de und andere Medien berichten heute morgen, dass sich CDU und FDP

in ihren Arbeitsgruppen überraschend schnell in allen wichtigen Streitpunkten der Innen- und Sicherheitspolitik geeinigt.

Der Spiegel geht gleich noch einen Schritt weiter:

FDP stoppt Internetsperren

Konkret heißt es dann bei Tageeschau.de weiter:

Bei den Internetsperren für Websites mit kinderpornografischem Inhalt verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, kinderpornografische Seiten zu löschen statt zu sperren.

Das klingt erst einmal nicht so, als dass das Gesetz fallen gelassen wird. Dass dem Löschen der Vorzug vor der Sperre gegeben wird, hat ja selbst Zensursula immer wieder versichert:

Und wir setzen auf Löschen vor Sperren.

Hut ab, das hat die FDP wirklich knallhart herausgehandelt. Nicht besser sieht es bei der Vorratsdatenspeicherung aus:

Eine Einigung gab es auch bei der Vorratsdatenspeicherung: Die Nutzung der erhobenen Daten soll künftig auf schwere Gefahrensituationen beschränkt werden, sagte Schäuble.

Na wunderbar, das hat Frau “Was-war-denn-jetzt-nochmal-ein-Browser”-Zypries schon vor einem Jahr versichert:

(…) Deshalb haben wir gesagt, wir müssen sehen, dass wir künftig bei solchen terroristischen Anschlägen, aber auch zur Verfolgung anderer schwerer Taten noch die Möglichkeit haben, auf die Daten zurückzugreifen.

Einzig für den Einsatz des sogenannten Bundestrojaners gab es offenbar eine Anpassung im Genehmigungsverfahren:

Für heimliche Online-Durchsuchungen von Computern Verdächtiger muss künftig die Generalbundesanwaltschaft einen Antrag stellen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Abhörmaßnahme bisher offenbar noch kein einziges Mal genutzt wurde, braucht die Generalbundesanwalt also auch hier keinen Berg an zusätzlicher Arbeit zu fürchten.

Summa summarum konnte sich die FDP also bei keinem ihrer vollmundigen Wahlversprechen zur Verbesserung bzw. Wiederherstellung von Bürgerrechten durchsetzen. Immer wieder erschreckend ist jedoch, wie sich Mainstream-Medien umgarnen und instrumentalisieren lassen. So viel mal wieder zum Thema Qualitätsjournalismus!