Mit ‘usa’ getaggte Artikel

USA! USA!

Mittwoch, 07. September 2011

Die einen sehen ihn zunehmend ins Boulevardeske abrutschen – andere kritisieren mangelnden, kritischen Abstand hinsichtlich bestimmter Themenkomplexe: Den Spiegel.

Sebastian Fischers Artikel “Deutsche wünschen sich starke USA”, der mit der Subline “Amerika-Bild” getaggt ist, indiziert zumindest grobe handwerkliche Mängel an journalistischer Sorgfaltspflicht. Fischer beschreibt Meinungsbilder, die Europäer von Amerika haben und stützt sich dabei auf eine Studie. Nun muss man mit den Ergebnissen von Studien und Befragungen immer sehr, sehr vorsichtig sein. “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.” soll angeblich Winston Churchill festgestellt haben. Nun muss man nicht gleich gefälschte Ergebnisse unterstellen. Denn guter Journalismus zeichnet sich meines Erachtens durch ein hohes Maß an Objektivität aus. Ein guter Journalist gibt dem Leser die Informationen, mit deren Hilfe er sich eine Meinung bilden kann.

Warum Sebastian Fischer nun in seinem Artikel lediglich den Titel der Studie nennt, jedoch mit keinem Wort den Auftraggeber, den “German Marshall Fund of the United States“, erwähnt, ist mir schleierhaft. Das muss sich der Leser selber zusammengooglen – was nicht schwer ist: Bereits der erste Treffer bei der Suche nach “Transatlantic Trends” führt zu der entsprechenden Website. Mit ein paar Klicks gelangt man auch zu den Ergebnisdaten, zumindest bis zu den Umfrageergebnissen von 2009.

Auffällig ist der Sprung bei den Antworten auf die Frage “Wie wünschenswert ist es, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine starke Führung in der internationalen Politik ausüben?”. Fanden dies ein Jahr zuvor lediglich 39% der Befragten “wünschenswert” bzw. “sehr wünschenswert”, kletterte das Ergebnis 2009 auf 65%. Obama-Effekt hin oder her – dass mehr als ein Viertel der Befragten ihre Meinung zur Führungsrolle der USA innerhalb eines Jahre um 180° wendet, erscheint dann doch fraglich. Dass dieser Trend trotz der Ernüchterung, die mittlerweile sicher bei vielen in Hinblick auf Barack Obamas Politik eingekehrt ist, nach wie vor anhält, erscheint dann geradezu unwahrscheinlich.

Das hier bei den Ergebnissen getrickst wurde, ist nun freilich reine Spekulation. So weit hätte der Journalist Fischer nicht gehen brauchen. Ein Link auf die Website des GMFUS hätte schon gereicht.

Schweige still, Til!

Donnerstag, 03. Februar 2011

Einen Pulitzer-Preis gewinnt man mit diesem infantilen Wortspiel sicher nicht. Und doch musste das mal gesagt werden! Worum geht es?

Til Schweiger war am Dienstag als Gast zu Markus Lanz’ Intellektuellenzirkel geladen. Zunächst wollte er dort seinen neuen Film “Kokowääh” promoten vorstellen. BILD.de berichtet:

Doch dann kam Anja Wille (42) zu Wort: Ihr Sohn Felix († 8 ) war 2004 entführt, missbraucht und ermordet worden.

Und Til brach sein… naja ihr wisst schon:

„Was ich so schlimm finde ist, dass wir in Deutschland, wenn es so eine Sendung gibt wie ‚Tatort Internet‘ (…) reden alle nur darüber, wie böse das ist, dass man potenzielle Täter gepixelt im Fernsehen zeigt. (…)”

Und außerdem sei Deutschland ja eine “Tätergesellschaft”. Und man könne ja nach Belieben jemanden vergewaltigen und käme mit Bewährung raus, um dann den nächsten zu vergewaltigen.

Aber er schlägt auch einen Lösungsansatz vor – man müsse einfach nur über den großen Teich schauen, zu den friedfertigen USA:

New York, das war mal eine super kriminelle Stadt, ist eine super sichere Großstadt mittlerweile. Wegen der ,Drei-Strike-Regel’ – einmal machste ein Vergehen, zweimal, dreimal, dann bist du für immer weg.

“Super sicher”… über die New Yorker Kriminalität, die übrigens einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat, liest man tatsächlich (Hervorhebung DS):

Violent crime in New York City has decreased in the last fifteen years (…) The city’s dramatic drop in crime has been attributed by criminologists to these policing tactics, the end of the crack epidemic and demographic changes. There is evidence that the data may have been manipulated to create the sense of a more secure atmosphere.

Gefühlte Sicherheit. Genau, was wir hierzulande brauchen, in unserer Tätergesellschaft. Mord und Vergewaltigung gehören zu den schlimmsten und verachtenswertesten Verbrechen. Keine Frage! Dass Debatten über den Umgang mit den Tätern emotionsbeladen geführt werden, insbesondere von Eltern wie Til Schweiger, ist auch nachvollziehbar. Dabei muss aber immer der wirksame Opferschutz im Vordergrund stehen, die Prävention! Dabei sind Pranger-Lösungen und Three-Strikes Taktiken populistisch.

“Und ich weiß jetzt schon, was der Nächste sagt. Der sagt, dass es extrem populistisch ist (…)”

Yep!

That’s the American Way!

Sonntag, 30. Januar 2011

In dieser Atmosphäre, die von Ängsten vor einem Déjà-vu der iranischen Revolution von 1979 und von Sorgen um das künftige nachbarschaftliche Umfeld von Israel geprägt ist, tobt in Washington eine harte Auseinandersetzung zwischen den StabilitätsbefürworterInnen und jenen, die auf Demokratie setzen.

Schöner Kommentar der TAZ zur Position der USA hinsichtlich der aktuellen politischen Entwicklungen in Ägypten. Land of the free, home of the brave…

Wikileaks veröffentlicht “US Ambassy Cables”

Sonntag, 28. November 2010

Ich picke da mal mein persönliches Highlight raus:

Über Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird unter Berufung auf einen Informanten aus der FDP berichtet, er sei neurotisch“ und ein „zorniger alter Mann“.

OK, das pfeifen die Spatzen von den Dächern des Paul-Löbe-Hauses aber die Formulierung ist großartig. Leider habe ich das englische Original nicht gefunden; ob da wirklich “grumpy old man steht?”

Quelle: BILD Online

PS: Na gut, einen habe ich noch:

Merkel habe das “Joch der Großen Koalition abgeschüttelt, nur um jetzt mit einem FDP-CSU-Doppel-Joch belastet zu sein”, heißt es in einer Depesche vom Februar 2010.

Treffer & versenkt! Via SPON

Skandalöse 9/11-Verschwörungstheorie

Freitag, 24. September 2010

Ahmadinedschad hat während der Uno-Vollversammlung mal wieder vorgelegt:

Es gebe die Theorie, dass “einige Elemente in der US-Regierung den Angriff orchestriert haben, um die schrumpfende amerikanische Wirtschaft und ihren Griff auf den Nahen Osten ebenso zu retten wie das zionistische Regime”, sagte Ahmadinedschad.

Ziemlich abwegig, nicht wahr? Der iranische Präsident AKA “Der Irre von Teheran” weiter:

Die USA hätten die 9/11-Anschläge als Vorwand für die Invasionen im Irak und in Afghanistan benutzt.

Auch das ist natürlich eine völlig hirnspinnerte und abstruse Vorstellung. Hätte man über die Behauptung, die USA würden über Waffengeschäfte mit arabischen Terroristen mittelamerikanische Terroristen unterstützen, auch gesagt, bevor Lieutenant Colonel Oliver North ausgepackt hat.

Und jetzt bitte alle mal an die Hand nehmen und gemeinschaftlich empört sein, das gehört sich so!

Ölpest bekämpfen, Texas-style

Mittwoch, 05. Mai 2010

Das Öl sprudelt im Golf von Mexiko ungebremst ins Meer. Der verantwortliche BP-Konzern will eine tonnenschwere Kuppel über das offene Bohrloch stülpen.

Denkt ihr auch gerade, was ich denke?

Via Tagesschau online

"Mohammed ist vermutlich der gefährlichste Mensch der Welt."

Montag, 19. April 2010

Ein ganz beachtlich verzerrtes Rechts- und Bedrohungsempfinden, das manch einer von der anderen Seite des Atlantik an den Tag legt

Geschichte wiederholt sich

Montag, 29. März 2010

Quelle: Spiegel Online

Auf zum Atom!

Mittwoch, 17. Februar 2010

Der Friedenspräsident Menschenrechtspräsident Klimaschutzpräsident amerikanische Präsident Obama lässt entgegen seiner Statements während des Wahlkampfs nun doch neue Atomkraftwerke bauen. Epic. Mega. FAIL!

Hülfe sie haben Raketen!!1!!!11!

Dienstag, 12. Januar 2010

Fnord ist ein Kunstwort, das vor allem durch die Illuminatus-Trilogie von Robert Anton Wilson und Robert Shea, sowie die Principia Discordia bekannt wurde. Es steht sinnbildlich für Konditionierung durch gezieltes Einspielen von Information und Desinformation (vgl. Kommunikationsguerilla) und die sich daraus ergebenden Manipulationsmöglichkeiten, vor allem für die Massenmedien und den Staat.

Schreibt die Wikipedia. Schaut man heute auf Spiegel.de, könnte man meinen, mal wieder einen solchen Fnord entdeckt zu haben. Es geht um ein Raketenabwehrsystem, an dem die Chinesen basteln und das sie kürzlich offenbar erfolgreich getestet haben. Was ist nun so “fnordig” an diesem Artikel? Zunächst die Überschrift (Hervorhebung DS):

China fordert mit Raketenabwehr die Welt heraus

Das klingt verdammt nach der “Ganz-Deutschland”-Floskel von Springer. Die Welt – das sind z.B. auch die Salomonen. Und denen durfte es reichlich schnuppe sein, ob und was für Raketensysteme die Chinesen bauen. Die haben ja im Moment ganz andere Sorgen. Aber weiter im Text. Der Artikel wird durch ein – nennen wir es Symbolfoto – geschmückt. Darauf zu sehen ist eine in einem chinesischen Militärmuseum ausgestellte Rakete. Die symetrische Aufnahme wirkt bedrohlich, im Hintergrund wurden zwei weitere Boden-Rakteten drapiert. Irgendwie erinnert mich das an die Bombe aus “Rückkehr zum Planet der Affen“. Mit dem Raketenabwehrsystem, um das es im Artikel geht, hat das jedoch mal so überhaupt nichts zu tun.

Warum nun ausgerechnet ein Raketenabwehrsystem die “Welt” herausfordern soll, geht aus den Informationen in dem Artikel erst einmal nicht hervor. Ah ja, vielleicht deshalb:

Der Raketenversuch erinnert an einen ähnlichen Test im Januar 2007, als China einen seiner alten Wettersatelliten im Orbit zerstörte. Die Folgen war[en ...] Sorge angesichts zahlreicher gefährlicher Trümmerteile, die seitdem um die Erde rasen.

Ja meine Güte – wer sich ein bisschen mit Raumfahrt auseinandersetzt, der weiß, dass der gesamte geostationäre bzw. erdnahe Orbit ziemlich zugemüllt ist! Immerhin – dass sich ein solches Abwehrsystem auch als Offensivwaffe gegen Satellitensysteme einsetzen lassen könnte wöllte – könnte man als Bedrohungsszenario werten. Obwohl, ich finde ja, so ein System ist in den Händen der Nordamerikaner sehr viel gefährlicher. Man kann ja den Chinesen einiges vorwerfen, aber doch zeigen sie in ihrer Politik seit Jahrzehnten eine gewisse Konstanz. Und das kann man von den USA nun wahrlich nicht behaupten. Konstant scheint nur immer wieder die fixe Idee, die Welt durch Amerikanisierung zu zerstören herauszufordern befrieden zu wollen. Wovon die Iraker und Afghanen ein Liedchen trällern können. Aber da wir ja selber dort mitmischen – zumindest auf letztgenanntem Territorium – beschwören wir lieber mal wieder die gelbe Gefahr!