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Wiedereröffnung des Angermuseums: Mit lachendem und weinendem Auge

Freitag, 11. Juni 2010

Heute öffnet das Erfurter Angermuseum nach 5 Jahren Sanierung wieder seine Pforten. 14 Millionen Euro verbrauchte die Neugestaltung seit 1998. Mit einer Sonderschau, die Werke der russischen Künstlerin Natalja Gontscharowa zeigt, wird nun der Abschluss der umfangreichen Umbauten markiert.

Das 1886 gegründete Museum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1937 fiel eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst dem Rasswahn der Nationalsozialisten zum Opfer. 1975 enteignete die DDR eine der wichtigsten Privatsammlungen aus dem Erbe Heinz Dietels. Dessen Sohn Matthias bemüht sich nun, das begangene Unrecht rückgängig zu machen. Dabei stößt er bei der Stadt Erfurt auf taube Ohren. Obwohl die unlauteren Methoden der damaligen Obrigkeit bekannt sind; Dietel wurde mittels eines konstruierten Steuerschuldverfahrens enteignet. Pikantes Detail am Rande:

Umso erstaunlicher, dass sich die Erfurter Kulturbürgermeisterin, Tamara Thierbach von der Linkspartei, im Fall Dietel so unnachgiebig zeigt. “Ich gehe davon aus, dass diese Dinge rechtmäßig im Angermuseum sind”, sagte sie Anfang des Jahres. Auch von Willkür der DDR-Behörden in dem Verfahren gegen Heinz Dietel wollte sie nichts wissen: “Die Steuerschulden waren nicht konstruiert, sie bestanden.”

Hier sollte sich die Linksparte ernsthaft die Frage stellen, wie ernst sie es mit ihrer vorgeblichen Distanz zum DDR-Unrechtssystem meint. Reaktionen wie diese und Aktionen wie die dezidierte Ablehnung des SPD-Kanditaten für den Bundespräsidenten, Joachim Gauck, lassen hier eher anderes vermuten.

Via Focus, TAZ