Mit ‘qualitätsjournalismus’ getaggte Artikel

Abgestürzt

Sonntag, 25. März 2012

Die Saar hat gewählt. Mit für mich wenig überraschenden Ergebnissen:

  • die FDP schmiert erwartungsgemäß auf erniedrigende 1,8% 1,2% ab und kann folgerichtig als Wahlverlierer bezeichnet werden
  • die Linke büßt im Vergleich zur letzten Landtagswahl über 5% der Wählerstimmen ein und kann mit gutem Gewissen ein Verlierer der Wahl bezeichnet werden
  • die Grünen schaffen es nicht, die abflachenden Wellen der Anti-Atomkraft/Stuttgart21-Stimmung mitzunehmen und retten sich mit voraussichtlich 5% der Stimmen gerade so über die gleichnamige Hürde. Aus der Regierung fliegen sie raus. Man könnte sie mit etwas Häme Verlierer nennen.
  • Die CDU bekommt mit 35,2% die meisten Stimmen noch ein paar Nachkommaprozente mehr als bei der letzten Wahl und hat demzufolge die Wahlen im Saarland gewonnen.
  • Die Piraten feiern einen beachtlichen 8% Erfolg und ziehen erstmals in das saarländische Parlament ein. Damit verdienen sie sich zweifelsfrei die Bezeichnung eines Wahlgewinners.

Eine fehlt noch: die SPD. Sie erhält 30,6% der Stimmen und landet damit auf Platz 2 hinter der CDU. Sie verbessert ihr letztes Wahlergebnis um über 6%. Dem bekunden der beiden stimmstärksten Parteien wird die SPD zusammen mit der CDU eine große Koalition bilden und “nach zwölf Jahren (…) wohl wieder mitregieren”, wie der Spiegel richtigerweise feststellt. So, und wie nennt Björn Hengst das – und selbst Leute wie ich, die nichts mehr von der SPD halten, stimmen hier sicherlich zu – erfolgreiche Wahlergebnis der Saar-Sozis? Genau:

…der werfe eine Ladung Steine!

Donnerstag, 12. Mai 2011

Ähm… vermutlich sollte ich den Titel dieses Blogs bald in Richtung “BILD-Blog” abändern. Das unsympathische Käseblatt ist aber auch ein Quell nie endenden an den Kopf greifens.

Nachdem gestern mal wieder Deutschlands bekanntester Plagiator zaghaft hofiert wurde (siehe auch “Deutschlands dümmste Meinung“), ruft die BILD heute den Medienkrieg gegen den Spiegel aus.

Es geht um diesen Artikel, in dem Spiegel Redakteur René Pfister Horst Seehofer portraitierte. Dafür wurde ihm zunächst der Henri-Nannen-Preis verliehen – und nun aufgrund mutmaßlich unsauberer journalistischer Methoden wieder aberkannt.

Nun ist meine Meinung zum zunehmend in Richtung Boulevard abdriftenden Spiegel sicher nicht (mehr) die allerbeste. Allerdings spricht es Bände, von welch grotesker Absurdität das Selbstbild der Springer-Postille geprägt sein muss. Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, würde man die unzähligen Artikel aufzählen, in denen BILD nicht nur den Eindruck des “dabei Seins” vermittelt hat, sondern dies schlicht behauptete. Mal unabhängig von den unzähligen, unwahren Tatsachenbehauptungen. Mal unabhängig von den unzähligen Rüfflern des Presserates, die BILD über die Jahre kassiert hat. Das kann man alles beim echten BILDblog nachlesen.

Aber – just for the Records; bevor man all zu hart über die Bigotterie von BILD urteilt: sie haben dafür ja andere Qualitäten. Zum Beispiel, wenn es mal wieder um Luftbildtotenschädel und Nazigold geht!

Herr Niggemeier bringt es mal wieder auf den Punkt!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Man muss den Text „In eigener Sache” vom stellvertretenden „Abendblatt”-Chefredakteur Matthias Iken lesen, der heute auf der Startseite von abendblatt.de steht. Man könnte denken, dass ein Händler, der plötzlich eine so radikale Verteuerung seines Angebotes bekannt geben muss, alles dafür tut, seine Kunden zu umwerben, ihm treu zu bleiben. Ikens Text aber ist eine Frechheit. Er liest sich fast, als müsste man sich als Leser von Online-Medien schämen, dafür so lange nichts gezahlt zu haben.

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