Mit ‘polizeigewalt’ getaggte Artikel

Zündfunke Stuttgart?

Freitag, 01. Oktober 2010

Im subjektiv eher als beschaulich und konservativ wahrgenommenen Baden-Württemberg demonstriert die CDU-Landesregierung gerade Demokratieverständnis und Achtung der Bürgerrechte am lebenden Objekt. Nun gut, das ist an und für sich hierzulande nichts neues. Neu ist, dass der Identifikation pauschaler Schuldinstanzen nunmehr offensichtlich eine glaubhafte Basis fehlt. Es sind dieses mal weder gewaltbereite Autonome, radikale Ökoterroristen oder brutale Fußballhooligans, denen man den schwarzen Peter zuschieben kann, sondern ein eher repräsentativer Schnitt durch die bundesdeutsche Bevölkerung, der die Sinnhaftigkeit des Milliardenprojekts „Stuttgart 21“ in Frage stellt und seinem Unmut auf der Straße Luft macht.

Mit einem gewissen Unbehagen denke ich gerade (und GERADE im Oktober 2010, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung) an die Montagsdemos, die ich auch selber miterlebt habe und auf denen ich übrigens weder mit Wasserwerfern, Gummiknüppeln oder Reizgaskartuschen konfrontiert war. Dass mich keiner falsch versteht; natürlich ist im Laufe der „friedlichen Revolution“ genügend staatliche Gewalt auf die Bevölkerung eingeprasselt. Aber selbst der diktatorische Staatsapparat der DDR musste irgendwann klein beigeben.

Es ist sicher nicht falsch, den Stuttgartern gegenüber, die von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen, Solidarität zu bekunden. Ob nun in Erfurt oder Jena oder woauchimmer in unserer schönen und friedlichen Republik…

Freund und Schläger

Freitag, 30. Juli 2010

Fefe schrieb gestern über Polizisten aus Sachsen-Anhalt, die in Hamburg nach einem Zechgelage Hotelgäste angepöbelt haben sollen. Die Kollegen erhalten nun Rückendeckung von der Landes-CDU:

„Sie stehen nach solchen Einsätzen, mit zum Teil kriegsähnlichen Zuständen, unter höchster Anspannung. Der Adrenalinspiegel ist hoch“

ließ CDU-Vizefraktionschef Stahlknecht verlauten. Kriegsähnliche Zustände??? m(

Aber Stahlknecht legt noch einen drauf, denn er

(…) bemängelte aber auch, dass die Polizisten in einem Hotel mit anderen Gästen untergebracht worden seien.

Na das ist ja mal ein beruhigendes Gefühl, dass Prügelbullen Polizisten, die bei Demonstrationen eingesetzt werden, von den „normalen“ Leuten separiert werden müssen, weil sie aufgepeitscht vom täglichen Kampf gegen die eigene Bevölkerung nach ein paar Bier nicht mehr Herr ihrer Sinne sind!

Via Fefe, Volksstimme.de