Update: Die “Junge Polizei Bremen” hat die Fotos zurück gezogen und ein entsprechendes Statement dazu veröffentlicht.
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Ach ja, die lieben Klischees. Der Franzose trägt Baskenmütze, gestreiften Pulli, hat ein Baguette unterm Arm und die Gitanes in den Mund geklemmt. Der Pole klaut gern, Italiener schreien sofort nach der Mama, Griechen haben immer eine Ouzo-Fahne und tanzen den ganzen Tag Sirtaki (wenn sie mal nicht gerade unseren Euro kaputt machen), Ungarn leben alle in der Puszta und der Deutsche trägt zu jeder Tages- und Nachtzeit Lederhosen und trinkt ausschließlich Bier. Solche Komplexitätsreduktionen mangels kulturellen Interesses oder begrenzten geistigen Horizonts sind Teil unserer Alltagskultur und so verwundert es nicht, dass sich die BILD mal wieder total lustig findet, wenn sie die seit gestern von Dänemark wieder verstärkt durchgeführten Grenzkontrollen einem ausgiebigen Test unterzieht.

Genau so sieht nämlich ein “Islamist” aus. Bart, Käppchen, Kaftan, Pali-Tuch. Der keck verkleidete BILD-Reporter wird durch die Grenzkontrolle gejagt und BILD stellt verwundert fest:
In der orientalischen Tracht darf er seinen Audi sogar neben den Grenzbaum der A 7 fahren. Verdächtig findet ihn keiner der dänischen Zöllner
Der Schabernack findet seine Fortsetzung, indem derselbe Reporter im selben Audi (der stets gut erkennbar ins Bild gerückt wird) als “Schwarzgeldkurier” (im Anzug mit Metalkoffer), als “Hippie” (“Afro-Perücke, Sonnenbrille”) und “Bierschmuggler” (in Fußball-WM Montur) vermutlich denselben Grenzübergang durchquert. Total lustig, wirklich. Aber zurück zum Islamisten: das Angebots-Nachfrage-Modell von BILD und das geistige Potential eines Großteils der BILD-Leserschaft bedingt quasi die archetypische Darstellung des potentiellen Terroristen als gruseligen Muselmann. Etwas beunruhigend wird die Sache allerdings, wenn man feststellt, welche gesellschaftlichen Instanzen sich noch solcher grotesk reduzierten Sinnbilder bedienen:

Jap. Die da. Unser Freund und Helfer.