Mit ‘Politik’ getaggte Artikel

Das Stoßmich-Ziehdich Prinzip

Montag, 22. November 2010

Wer kann sich an das Stoßmich-Ziehdich von Dr. Dolittle erinnern? Das Tier mit den zwei Köpfen – und ein hervorragendes Sinnbild für die aktuelle Terrorpanikmacheabwiegelpolitik unsere Berliner Sheriffs.

Nachdem sich die böse Presse mal wieder als Hiob einpannen lässt, vergeht kein Tag, an dem nicht wenigstens ein Politiker die Terrorapokalypse heraufbeschwört und gleichzeitig vor “Panik” warnt.

Hier zum Beispiel (Hervorhebung DS):

“Wir haben eine reale Gefährdung durch den Terrorismus, das muss man einfach sehen”, sagte Merkel am Rande des Nato-Gipfels [...] “Wir sind entschlossen, uns unsere Lebensweise der Freiheit nicht durch solche Bedrohungen nehmen zu lassen.”

Genau, und weil wir ja alle so smarte Mistkerle sind und uns von den Terrorpanikmoslems nicht einschüchtern lassen…

Der Bundestag ergreift eine drastische Sicherheitsmaßnahme: Kuppel und Dachterrasse des Parlamentssitzes sind für Besucher nicht mehr zugänglich.

Bitte Ruhe bewahren. Hier gibt’s nichts zu sehen! Business as usual. Meint auch unser Innenminister (Hervorhebung DS):

Eine Reihe von Beamten seien heute mit Maschinenpistolen bewaffnet und müssten jederzeit mit einem hinterhältigen Angriff rechnen. Die Beamten seien hochmotiviert, besonnen und gut ausgebildet. Es sei ihr Verdienst, dass in der jetzigen Lage bei vielen Menschen kein Gefühl von Unsicherheit, sondern zumeist von Sicherheit entstehe.

Erschrecken Sie bitte nicht vor den martialisch gekleideten, schwerbewaffneten Herren. Dient alles der Sicherheit! Hier das ganze noch mal in einem Satz:

Eindringlich wie nie zuvor wandte sich Innenminister de Maizière an die Öffentlichkeit. Es gebe “Grund zur Sorge, aber keinen Grund zu Hysterie”

Oder wie es Paul Watzlawick einst ausdrückte: “Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.” Während manch einer viel zu besonnen reagiert, und den halben Kiez unter Generalverdacht stellt…

„Wenn wir in der Nachbarschaft irgendetwas wahrnehmen, dass da plötzlich drei etwas seltsam aussehende Menschen eingezogen sind, die sich nie blicken lassen oder ähnlich, und die nur Arabisch oder eine Fremdsprache sprechen, die wir nicht verstehen, dann sollte man glaube ich schon mal gucken, dass man die Behörden unterrichtet, was da los ist.“

bringen andere die Sache einfach mal auf den Punkt:

Ein “erkannter Gefährder” müsse auch ohne Prozess hinter Schloss und Riegel gebracht werden dürfen.

Alte Stalin’sche Schule. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und wird erschossen. Oder “in Sicherheitsverwahrung verbracht”. In Guantanamo werden demnächst evtl. ein paar Zimmer frei!

Das Timing dieser ganzen Kampagne könnte übrigens besser kaum passen: Haben wir die letzten Wochen nicht täglich und intensiv über Stuttgart21 und Atommülltransporte diskutiert? Über den Vertrauensverlust der Bürger in die parlamentarische Demokratie? Inmitten all dessen und der aktuellen Charmoffensive unserer Regierung (Gesundheitsreform, Rente mit 67, …) werden wir von abstrakten, unheimlichen Gestalten bedroht, die uns ans Leder wollen und vor denen uns nur eine starke Exikutive beschützen kann? “Keine Panik – wir machen das schon!” Big Brother is protecting you! Damit wir auch morgen noch ruhig schlafen können!

PS: Hier gibt es übrigens das ganze Interview mit dem rechtspolitischen (!) Sprecher der CSU-Bundestagsfraktion, Norbert-”Ohne Prozess hinter Schloss und Riegel”-Geis. DAS sollte in der Tat jedem Demokraten Angst machen!

PS #2: Es geht weiter… nun, nachdem diverse Medien die Terrorpanikmache zur Umsatzgenerierung nutzen, schreien die ersten nach der Pressezensur. Sie weben, sie weben…

PS #3: Und noch ein Gedicht… “Braucht Deutschland die Bundeswehr im Inneren?” via TAZ Online

Facepalm des Tages

Montag, 05. April 2010

Die schwarz-gelbe Bundesregierung bringt aus Sicht der CDU-Mittelstandsvereinigung den Wahlerfolg der Union in Nordrhein-Westfalen in Gefahr. Laut dem Chef der Gruppierung, Josef Schlarmann, ist die Koalition zu weit nach links gerückt. Er sieht Kanzlerin Merkel in der Verantwortung.

Klar, unsere schwarz-gelbe Mitterechtskoalition besteht in Wahrheit aus lauter Bolschewisten. Welche Drogen nehmen die in NRW???

m(

Via SPON (Hervorhebung DS)

Manchmal fragt man sich…

Donnerstag, 11. März 2010

Haben wir noch alle Tassen im Schrank? Wir feuern Milliarden in marode Banken und kürzen Gelder für die Jugendarbeit. Wir investieren Unmengen in Überwachungstechnologien und wundern uns, warum diese keine Straftaten verhindern, sondern bestenschlimmstenfalls dokumentieren. Wir echauffieren uns über Eltern, die nicht in der Lage sind, ihren Kindern ein angemessenes Umfeld zum Aufwachsen zu bieten und wettern gegen Kinderkrippen und Kindergärten, weil diese die Eltern-Kind-Beziehung schwächen. Wir wollen auch keine Lebensmittelampel, weil die “bestimmte Lebensmittel diskriminiert“. Und nun darf Fastfood mit 7% vermehrwertsteuert werden, Schulessen hingegen mit 19%. Und DANN wundern wir uns, dass so etwas passiert?

Und gleich noch ein Update dazu: Hätte man mal Thilo Sarrazin gefragt – der Mann kennt die Lösung! (Ironie-Tags bitte selber einfügen)

Brender muss gehen

Freitag, 27. November 2009

Heute (bzw. schon gestern) scheint wirklich ein schwarzer Tag für den unabhängigen und kritischen Journalismus zu sein: Ronny Ronald “The Sheriff” Koch hat es geschafft und sich des unbequemen Nikolaus Brender entledigt.

Toll, so ist das also mit “unabhängigen Medien”, wie es die GEZ-Kampagne “Natürlich zahl’ ich” so nett formuliert. War es nicht so, dass das Ö/R System gerade deshalb entstand, um eine politische Einflussnahme, wie es die Nationalsozialisten und allen voran Propagandaschleuder Goebbels so vortrefflich verstanden, zu verhindern? Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Nein, es ist leider Realität in unserem Land, dass das Ö/R Fernsehen der Politik und der Wirtschaft gehört. Hurra! Hurra! Hurra!

Via SPON.

Send in the clowns

Samstag, 24. Oktober 2009

Nun ist es amtlich: die Ministerposten sind verteilt. Neben ein paar wenig überraschenden Besetzungen (Westerwelle Außenminister, Leutheusser-Schnarrenberger Justiz, Brüderle Wirtschaft) muss man bei anderen Kadern schon zwei Mal hinschauen: Schäuble übernimmt das Finanzministerium – WTF? Obwohl; ein wenig Zucht und Ordnung würde dem Bankensumpf mal ganz gut tun. De Maizière als Innenminister könnte gefährlich werden; der Mann scheint unter latenten Ängsten zu leiden, z.B. vor den Scheußlichkeiten des Internets. Zensursula bleibt Familienministerin, obwohl es lange hieß, Frau Doktor würde das Gesundheitsressort übernehmen. Dort sitzt mit Philipp Rösler ein neues Gesicht – den heißen Stuhl wollte man der gebeutelten Frau von der Leyen wohl doch nicht zumuten. Schlimm: die Aigner-Ilse und Annette Schavan behalten ihre Posten. Das zeigt leider zu deutlich, auch wenn Politik ja nicht zwangsläufig von Ministern gemacht wird, wie wichtig der neuen Regierung dringend notwendige Strategiewechsel in der Bildung und beim Verbraucherschutz sind. Und was der sehr betroffene Herr von Guttenberg im KriegsVerteidigungsministerium anstellen wird, wird sicher nicht unspannend… dazu twittert Der_Fuehrer:

Gottenberg soll Reichsmarschall wärrrden? Absorrrrde Idää. Er hat immärhin schon einmal gägen dän Rossen verloren.

Na denn…!

Da fehlt doch etwas

Freitag, 11. September 2009

Ich habe die eigentlich richtige Antwort mal ergänzt:

Via FTD.de

Der kurze Arm nach Brüssel

Mittwoch, 09. September 2009

War mal ‘ne tolle Idee mit der EU, als Wirtschaftsraum ein Gegengewicht zu Nordamerika zu bilden, gemeinsame Probleme gemeinsam zu lösen und überhaupt als Staaten miteinander zu reden, anstatt sich alle paar Jahre gegenseitig die Bevölkerung zu dezimieren.
(weiterlesen…)

Wartet, wartet noch ein Weilchen…

Mittwoch, 01. Juli 2009

Auf heise.de kann man heute etwas über eine Forsa-Umfrage lesen, bei der die Befragten die Bedeutung des Internets als politisches Instrument beurteilen sollen:

Weniger als die Hälfte der Deutschen sehen laut einer Umfrage das Internet als geeignetes Mittel zur politischen Beteiligung.

Mich würde hier ja brennend interessieren, wie viele der Befragten das Internet denn überhaupt nutzen. Ich unterstelle mal, dass sich die Gewichtung des Internet als politisches Instrument antiproportional zum Alter des Befragten verhält. Folglich arbeitet die Zeit für uns und gegen «die anderen». Denn wie ich bereits gestern getwittert habe, scheint ja von der Generation “U-20″ keiner mehr nicht im Netz unterwegs zu sein.

Vielleicht ist die Umfrage auch nur als Sedativum für unsere Internet-affinen Volksvertreter gedacht.