Mit ‘Österreich’ getaggte Artikel

Link-O-Rama zum Wochenende

Freitag, 29. Januar 2010

Wir können alles – außer Werbung
In Österreich diskutieren sie gerade einen Spot des österreichichen Bundesheeres, der im Rahmen einer mit „Heer 4U“ keck betitelten Kampagne im Internet verbreitet werden sollte. Wenn man den Plot nur liest, ahnt man bereits, was da produziert wurde. Sowas sieht man normalerweise nur in der regionalen Kinowerbung, wenn die Fleischerei Noske aus Großeutersdorf „Günni’s Werbeatelier“ den Jahresetat gesichert hat…

…und wenn sie nicht gestorben sind…
Lass das mal den Tony machen! Der glaubt nämlich immer noch an die Mär von den irakischen „Weapons of mass destruction“. Zumindest tut er so. Dabei stinkt die Sache mittlerweile so zum Himmel, da hilft kein Nase zuhalten mehr.

Ze Germans are coming
Bleiben wir auf der Insel. Dort hat der „Daily Star“ das Design der neuen Trikots unserer Nationalelf aufgegriffen und nach typisch englischer Manier uminterpretiert. Dass sich darüber nun ausgerechnet das Fachblatt BILD echauffiert („Was ist noch schlimmer, als total daneben zu sein? Es nicht einmal zu merken…“, ist dabei ebenso konsequent wie aberwitzig.

Didi auf vollen Touren
Der Althaus Dieter kämpft nach wie vor wehement um den Titel „Fettnäpfchenmitnehmer 2009“. Neuester Streich: der damalige Thüringer Verhandlungsführer während des Bieterrennens um die Opelübernahme wird nun Vorstandsmitglied bei Magna. Na gut, zumindest haben wir nun die Erklärung hierfür. Außerdem ist der Dieter ja in guter Gesellschaft!

Und zum Schluss…
Steve Jobs hat diese Woche das neue Apple iPad vorgestellt. Wer jetzt schon im Portemonnaie kramt, aber immer noch diesen kleinen Stich im Nacken spürt, dem sei diese Entscheidungshilfe ans Herz gelegt.

Gehabt euch wohl & schönes Wochenende,
Erfurter Domspiten!

Ja do schau her – so geht's a

Freitag, 18. September 2009

Ich gebe es offen zu, ich mag die Österreicher. Das hat etwas mit familiären Wurzeln in der K&K-Monarchie zu tun, mit Wiener Schnitzel, Salzburger Nockerln und Harald Sicheritz.

In Linz soll nun jeder Bürger einen kostenlosen Webspace mit Email-Postfach, betrieben von der lokalen Volkshochschule, bekommen. Besonders interessant finde ich die Begründung, diesen Service anzubieten (Hervorhebung durch DS):

Der SP-Abgeordnete hatte das Projekt vor knapp zwei Jahren mit einem Antrag zu einer Machbarkeitsstudie angestoßen. Kommerzielle Webspace-Anbieter gerierten sich zu oft als Zensoren und löschten unerwünschte Inhalte, etwa bestimmte politische Kritik oder Selbstdarstellungen sich offen bekennender Homosexueller, klagte seine Partei damals. Auch andere Inhalte, bei denen nur die Möglichkeit eines Rechtsbruchs bestünde, würden zu leichtfertig entfernt.

So etwas wäre doch bei uns unvorstellbar. Da rennen sie lieber wie kopflose Hühner durch die Gegend und gackern was von „Verkehrsregeln“, „rechtsfreien Räumen“ und „unvorstellbaren Abscheulichkeiten“, die es zu bekämpfen gälte.

Doch bevor ich zu sehr in’s Schwelgen gerate – auch in Österreich sitzen genug kleine Wolfgangelrs in den Parlamenten. Und da hat, genau wie bei uns, auch die dortige Verräterpartei ihre Finger im Spiel.

"BAM Oida!"

Sonntag, 22. Juni 2008

Die Szenelandschaft Jugendkultur erreicht gerade einen neuen Tiefpunkt. Für die breite, internetnutzende Masse bisher lediglich anhand von Foto- und Videoindizien erkennbar (Domspitzen berichtete), machen die werbetreibende Industrie, Spiegel Online und Wikipedia die Jugendszene „Krocha“ jetzt offiziell.

Dabei wird ein Stil gepflegt, für den man in der guten alten Zeit (also in den 80ern und frühen 90ern) fürchterlich verprügelt worden wäre – und das zu Recht! In einem Mix aus Emo-Stil und bestimmten gehypten, qualitativ oft minderwertigen Modemarken ist auch das Verwenden dümmlicher Sprachstummel („BAM Oida!“, „Bombäää Oida!“) ein Diversifizierungsmerkmal. Und woher stammt diese üble Mischung aus häßlich & dumm? Aus Österreich (sic!), wo man sich offenbar denkt, dass es 95 Jahre nachdem der Mann mit dem Bart nach München kam mal wieder Zeit wird, den Piefkes eine neue Plage zu schicken. Und leider ist zu befürchten, dass, genau wie damals, diese Saat hierzulande auf fruchtbaren Boden fällt, wie ich erst letzte Woche im Vorbeifahren auf einem Hamburger Schulhof beobachtete.

Ja, auch früher gab es durchaus Seltsames zu beobachten, wenn man des Abends durch idyllische Vorstädte schlenderte. Ich erinnere nur an die an sich kurzlebige Acid-Kultur, aus der heraus sich letztendlich doch noch etwas Vernünftiges entwickelte. Aber ob nun Popper, Gothic, Punk, Metaller, Hip-Hopper, Skinhead, was auch immer – man verkörperte seine Szenezugehörigkeit doch stets mit einem wenn auch oft marginalen Rest an Würde. Den sucht man bei den Krochas jedoch vergebens, die die Vokuhila hochleben lassen und sich so lange Bräunungscreme ins Gesicht schmieren, bis sie aussehen wie eine holländische Gewächshausmöhre. Aber ja doch, ich weiß: leben und leben lassen, auch wenn’s manchmal schwer fällt.