Mit ‘osten’ getaggte Artikel

Über "Ostdeutschland"

Mittwoch, 29. September 2010

Jana Hensel schreibt in der „Zeit“ über die mediale Wahrnehmung des „Ostens“ in überregionalen Medien und stellt dabei allerlei Richtiges fest. Etwas mehr Analyse wäre an der einen oder anderen Stelle nicht verkehrt gewesen; z.B. zu hinterfragen, WARUM so relativ wenig „Ossis“ in Chefetagen sitzen. Was zum Beispiel damit zusammen hängen könnte, dass die ehemaligen DDR-Eliten zu einem Großteil aufgrund politischer Vorbelastung für solche Positionen nicht taugen, mittlerweile auch zu alt sind und die Nachfolger noch zu jung oder dass man nicht einfach mal so in 20 Jahren *Netzwerke (um)lernen und aufbauen kann, wofür die „Wessis“ immerhin 40 Jahre Zeit hatten. Eine „aus dem Osten“ sitzt übrigens ganz oben

Die Begriffe „Ossis“, „Wessis“ bzw. „Ostdeutschland“ stehen hier absichtlich in Anführungsstrichen – ich mag sie nicht. Denn der zentrale Satz des Artikels lautet:

Wir sollten 20 Jahre nach dem Mauerfall beginnen, eine neue Differenz zu wagen.

Sehr richtig! Und so könnte man zum Beispiel endlich mal anfangen, über arm und reich zu sprechen anstatt über „Westen“ und „Osten“, über „modern“ und „marode“, über München, Leipzig, Berlin und Rostock, Thüringen, Bayern, Niedersachsen und Brandenburg. Atompolitik, Überwachung und Lobbyismus sind gesamtdeutsche Probleme. Die Differenzierung nach „Ost“ und „West“ hat nach 20 Jahren ausgedient.