Mit ‘musikindustrie’ getaggte Artikel

Und immer ist das böse Internet Schuld

Montag, 26. April 2010

Es gibt ja seit kurzem eine neue, unheilige Allianz zwischen der “Kreativwirtschaft”, wie sich die Produzenten medialen Einheitsbreis in schönstem Neusprech mittlerweile nennen, und der Gewerkschaft ver.di.

So verkündete man heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, wie man sich künftig den Staat als Steigbügelhalter zur Verfolgung raubender und mordender Internetdownloadhorden vorstellt. Neben dem althergebrachten Gedöns von Umsatzeinbrüchen und Arbeitsplatzverlusten kam Christiane Wahlert von der SPIO dann allerdings mit einem Argument um die Ecke, dass aufgrund mangelnder Stringenz durchaus erwähnenswert ist:

Das Kino sei mit dem gegenwärtigen 3D-Boom zwar wieder attraktiv geworden. Fast alle großen Filme seien aber vor, während oder nach den Kinostarts illegal im Netz zu erhalten. Der Bushido-Film “Zeiten ändern dich” des Studios Constantin sei beispielsweise außerordentlich gut gestartet, dann sei der Kinobesuch aber jäh abgebrochen. Parallel habe der Streifen die “Bestseller”-Listen bei rechtswidrigen P2P-Netzen oder Streaming-Seiten angeführt.

Da hat sich die gute Dame genau die richtige Argumentation herausgegriffen. Der Streifen bringt es bei imdb auf satte 2 Sterne. Damit unterbietet er tatsächlich noch solche Knüller wie “Afghan Knights” – ehrlich einem der beklopptesten Filme, die ich in den letzten 10 Jahren anschauen musste. Dass der offensichtliche Mangel an Qualität für den Besuchereinbruch verantwortlich ist, muss den Leutchen der SPIO wohl zu abwegig erscheinen. Ebenso, dass voreilig geschlussfolgerte Dependenzen nicht unbedingt stimmen müssen. “Avatar” zum Beispiel, der erfolgreichste Film aller Zeiten (nach Umsatz), spielte seine Rekordergebnisse ein, obwohl er in den “zynischen” P2P Charts auf Platz zwei gelandet ist.

Aber früher war eben doch alles besser. Da sind die Leute eben in’s Kino gerammelt und haben sich hinterher über das vergeudete Eintrittsgeld geärgert. Und da die Mundpropaganda eben etwas länger brauchte, als der Diskurs im Internet, hatte die Filmindustrie einfach mehr Zeit, Kohle abzugreifen und davon wiederum neue, billige Machwerke auf den Markt zu werfen. Klar, dass denen das nicht passt, dass sich Leute eine eigene Meinung bilden und diese verbreiten. “Gangsta-Rapper” Bushido, dem das Outlaw-tum doch eigentlich inne wohnen sollte, sieht das offenbar ähnlich, wie man bereits vor 2 Jahren beobachten konnte.

Tja – schlimme Sache, wenn man plötzlich im Wettbewerb steht.

Urheberrechtsabgabe auf Speichermedien

Dienstag, 20. April 2010

Ja, das ist an sich ein alter Hut… da unterstellt wird, man benutze Leermedien wie Kassetten, CD-Rohlinge usw., um dort Raubmordkopien Privatkopien abzulegen, muss der Produzent dieser Datenträger Penunzen an die MI abdrücken. Wenn man nun aber einerseits den verzweifelten Kampf der MI um’s Überleben (!!!eins!11ELF) in Form von Three-Strikes, Deep-Packet-Inspection und dem ganzen anderen Schabernack betrachtet und andererseits hört, wie unverschämt sich die Verwerter nun bei den Neuverhandlungen der Abgaben hin stellen, kann man nur noch… ach, Worte gibts dafür nicht

m(

Ist illegales File-Sharing demokratisch?

Freitag, 11. Dezember 2009

Vorgestern hat Fefe einen interessanten Gedanken zum Thema (illegales) Filesharing aufgeworfen:

Da kommen sie [die Musikindustrie] darauf, dass im Jahre 2007 31,5 Millionen Menschen Musik, Filme oder Spiele rausgebrannt haben. Was die Musikindustrie damit
natürlich eigentlich sagen will, und was ich mal als Argument übernehmen will, ist: wir haben 31,5 Millionen Filesharer und Raubkopierer in Deutschland. Auf eine Bevölkerungsmenge von 80 Millionen gerechnet, kommt man da auf gut 39%.

Fefe stellt dem gegenüber die auf die Gesamtwählerzahl gerechneten (also abzüglich Nichtwähler) Wahlergebnisse und kommt zu dem Schluss:

Filesharing und Raubkopieren sind stärker demokratisch legitimiert als unsere Regierung.

Die Zahlen könnte man natürlich anzweifeln bzw. deren Interpretation. Für eine Betrachtung des Ansatzes eines demokratischen, illegalen Raubkopierens sind sie hingegen eine Steilvorlage.

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