An Eloquenz mangelt es der BILD-Zeitung wahrlich nicht; ist das Springer-Blatt doch bekannt für seine unnachahmlichen Wortkreationen. Mindestens zwei davon finden wir auch heute wieder auf der Startseite von bild.de:

Im Kern geht es hier darum, dass eine nach einem Herzinfarkt im Wachkoma liegende Frau von einem “ungeborenen” (kann man denn auch bereits geborene Kinder auf die Welt bringen?) Kind entbunden wurde. Etwas mehr Mühe musste sich ein 14-jähriger geben, um folgenden Titel zu erlangen:

Der “fiese Gully-Knilch” ist der Hauptverdächtige in einem erschreckend brutalen Fall von Körperverletzung. Ein 9-jähriges Mädchen wurde schwer misshandelt und schließlich in einen Gully geworfen, wo es dann von Helfern gefunden wurde. Eine erstaunlich verharmlosende Bezeichnung, erklärt Wiktionary den Begriff “Knilch” doch folgendermaßen:
[1] umgangssprachlich: unangenehmer/schwächlicher/seltsamer Mann/Junge
[2] umgangssprachlich: unangenehmer Kerl
[3] umgangssprachlich: liebevoll: ein kleiner, lebendiger Junge
Normalerweise ist ja BILD weniger zimperlich, wenn es um die verbale Vorverurteilung von Verdächtigen geht. Vielleicht war ja der Monster-Beauftragte gerade austreten? Ach ja, ratet mal, welches Synonym man sich für das Opfer ausgesucht hat:

Ich würde sagen, das ist reif für das BILD-Wörterbuch!

