Mit ‘linkspartei’ getaggte Artikel

Trojaner-Herrmann will Linkspartei beobachten lassen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Schon wieder fordert ein CSU-Politiker, die Linkspartei möge künftig vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sieht sich aufgrund des am Wochenende beschlossenen Grundsatzprogrammes zu dieser Feststellung veranlasst, er sieht in der Partei eine “Gefahr für Deutschland”.

Dass sich nun ausgerechnet Herrmann als großer Bewahrer der Demokratie aufspielt, indem er eine Partei diskreditiert, weil er mit deren politischer Linie nicht einverstanden ist, wirkt in Hinblick auf die jüngsten Vorwürfe gegen den CSU-Mann im Zusammenhang mit der Staatstrojaner-Affaire geradezu grotesk. Man muss kein Freund der Linkspartei sein (ich bin keiner), man muss das Erfurter Programm auch nicht gut finden. Man kann der Linkspartei sogar eine gehörige Portion an verzweifeltem Populismus vorwerfen, weil sie sich plötzlich in der Breite als “internet-affin” präsentiert. Man könnte Oskar Lafontaine darauf hinweisen, dass Enkel auch enterbt werden können. Man sollte aber als vorgeblicher Demokrat sehr, sehr vorsichtig sein, wen man mit Dreck bewirft, während man selber bis zum Hals in der Schlammgrube sitzt.

Rechtsruck in der CSU

Sonntag, 07. August 2011

Irgendwas müssen sie der CSU in das Weißbier gekippt haben. Während CSU-Mann Friedrich immer noch darüber staunt, dass Nazis unter uns sind (s.u.), teilt CSU-Generalsekretär Dobrindt erst einmal kräftig nach links aus. Dobrindts “irre” Forderung: Weil in einer Umfrage 1/3 aller Berliner Verständnis für den Bau der Mauer 1961 geäußert haben, möchte der bayerische Politiker die Linkspartei verbieten lassen!

Alle WTFs und keine Facepalms dieser Welt wären unzureichend, um diese völlig abstruse Forderung zu kommentieren. Dobrindt faselt in dem Zusammenhang irgendwas über die Vergangenheit des linken Parteienspektrums in Deutschland und mangelnde Aufarbeitung. Ich kann zur Ehrenrettung Dobrindts nur annehmen, dass ihn die BILD-Reporter vor dem Interview mit Grappa abgefüllt haben.

Wenn die BILD morgen fragt, ob die Polizei Muslime, die sich ihrer Meinung nach auffällig verhalten, in Präventivhaft nehmen dürfen sollen; ich wette, das fände bei einem soliden Drittel Zustimmung. Müsste man dann nicht konsequenterweise die CDU/CSU verbieten lassen? Wegen der Aufarbeitung ihrer eigenen, rechten Vergangenheit und so…

Ich finde dieses Interview ja besonders in Hinblick auf 2 Zitate delikat, über die ich diese Woche schon geschrieben habe. Das Präventivhaft-Beispiel mag konstruiert sein, aber wenn jemand die uns per Verfassung garantierten Bürgerrechte als Modeerscheinung bezeichnet, sollte man in der Tat schnellstens den Verfassungsschutz einschalten!

Bürgerrechte – eine Modeerscheinung?

Dienstag, 02. August 2011

In der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 begannen NVA und Grenzpolizei, die damalige Grenze zwischen der DDR und Westberlin abzuriegeln. Dieses Datum markiert den Beginn des Mauerbaus – dem Symbol der Teilung der beiden deutschen Staaten nach dem 2. Weltkrieg. Die Mauer war bis 1989 sichtbares Manifest dafür, welchen Stellenwert Bürgerrechte in der DDR hatten. Die Linkspartei Mecklenburg-Vorpommern stellt hierzu fest, dass der Mauerbau für die DDR alternativlos war – eine, von dem verwendeten, altbekannten Vokabular der Genossen mal abgesehen, durchaus zutreffende Einschätzung. Wer jetzt gleich die Faust in der Tasche ballt, der mag bitte mal an das Ende des Dokuments scrollen, wo sich folgender, zentraler Absatz findet:

Die Lehre des Mauerbaus besteht für die LINKEN darin, zu erkennen, dass der Sozialismus nur auf Dauer erfolgreich sein kann, wenn ihn die Menschen wollen und dass kein Ideal die systematische Einschränkung von Demokratie, Freizügigkeit und Selbstbestimmung rechtfertigt.

Im Kontext dieser Erkenntnis lasse man sich nun bitte mal folgenden Satz Siegfried Kauders auf der Zunge zergehen:

“Es ist Mode geworden, die Freiheitsrechte des Bürgers in den Vordergrund zu stellen.”

Eines dieser beiden Zitate ist mit den Grundsätzen einer freiheitlichen Demokratie vereinbar. Siegfried Kauder ist übrigens Vorsitzender des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages.

Via Netzpolitik, Fefe

Linke starten Charmeoffensive

Dienstag, 12. April 2011

Es gelte, “die grüne Herausforderung” anzunehmen. Bisher sei das Verhältnis beider Parteien durch gegenseitige Verachtung bestimmt: “Die Grünen werden ob ihrer Bürgerlichkeit beschimpft, die Linke wegen ihres Populismus” (…) Beide Parteien müssten ihr Profil behalten, aber bündnisfähig werden.

Nicht nur der FDP laufen die Wähler davon. Auch die Linkspartei konnte durch die aktuellen Agenda keine Wahlerfolge abstauben, verfilzt sich statt dessen in ihrer Lieblingsbeschäftigung, der Personaldebatte. Also probiert man es doch einfach mal mit Greenwashing.

Via TAZ

Betonköpfe 2.0

Mittwoch, 30. Juni 2010

Heute ist uns eine seltene, fast einmalige Chance durch die Lappen gegangen. Die Chance, der schwarz-gelben Mogelpackung ein Bein zu stellen. Wir hätten heute direkt über Los gehen können. Stattdessen haben wir nun einen ungeliebten Bundespräsidenten. Immerhin gab es einen kräftigen Tritt in den Hintern von Angie und Guido. Und es hat sich bestätigt, dass es der Linkspartei weder um einen Politikwechsel geht noch dass die Partei jemals ernsthaft bereit war, ihre Vergangenheit objektiv aufzuarbeiten. Bereits die Nominierung von Luc Jochimsen hat dies deutlich gemacht. Jemand der ernsthaft behauptet, die DDR sei formal betrachtet kein Unrechtsstaat gewesen, zeigt damit ein doch sehr zweifelhaftes Rechtsverständnis. Die DDR war ein Unrechtsstaat, weil sich der judikative und exekutive Apparat nicht an die eigenen Regeln gehalten hat. Weil es freie Wahlen nur auf dem Papier gab. Weil bereits die allzeit dominanten Schlagworte “Volkseigentum” und “Arbeiter -und Bauernstaat” leere Worthülsen waren. Die Linkspartei ist genauso demokratisch, wie die FDP eine Bürgerrechtspartei ist. Wer das offen ausspricht, wird gedisst. Getroffene Hunde bellen!

Wiedereröffnung des Angermuseums: Mit lachendem und weinendem Auge

Freitag, 11. Juni 2010

Heute öffnet das Erfurter Angermuseum nach 5 Jahren Sanierung wieder seine Pforten. 14 Millionen Euro verbrauchte die Neugestaltung seit 1998. Mit einer Sonderschau, die Werke der russischen Künstlerin Natalja Gontscharowa zeigt, wird nun der Abschluss der umfangreichen Umbauten markiert.

Das 1886 gegründete Museum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1937 fiel eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst dem Rasswahn der Nationalsozialisten zum Opfer. 1975 enteignete die DDR eine der wichtigsten Privatsammlungen aus dem Erbe Heinz Dietels. Dessen Sohn Matthias bemüht sich nun, das begangene Unrecht rückgängig zu machen. Dabei stößt er bei der Stadt Erfurt auf taube Ohren. Obwohl die unlauteren Methoden der damaligen Obrigkeit bekannt sind; Dietel wurde mittels eines konstruierten Steuerschuldverfahrens enteignet. Pikantes Detail am Rande:

Umso erstaunlicher, dass sich die Erfurter Kulturbürgermeisterin, Tamara Thierbach von der Linkspartei, im Fall Dietel so unnachgiebig zeigt. “Ich gehe davon aus, dass diese Dinge rechtmäßig im Angermuseum sind”, sagte sie Anfang des Jahres. Auch von Willkür der DDR-Behörden in dem Verfahren gegen Heinz Dietel wollte sie nichts wissen: “Die Steuerschulden waren nicht konstruiert, sie bestanden.”

Hier sollte sich die Linksparte ernsthaft die Frage stellen, wie ernst sie es mit ihrer vorgeblichen Distanz zum DDR-Unrechtssystem meint. Reaktionen wie diese und Aktionen wie die dezidierte Ablehnung des SPD-Kanditaten für den Bundespräsidenten, Joachim Gauck, lassen hier eher anderes vermuten.

Via Focus, TAZ

Wer sich jetzt noch fragt…

Donnerstag, 01. Oktober 2009

…warum die SPD letzten Sonntag demontiert wurde:

Abfuhr für ein rot-rot-grünes Regierungsprojekt: Der thüringische SPD-Landesvorstand hat in der Nacht beschlossen, mit der CDU Koalitionsverhandlungen aufzunehmen.

Nicht dass ich ein Freund der Linkspartei wäre, aber wenn man dem Wähler so dreist ins Gesicht spuckt, hat man es wirklich verdient, unterzugehen.

Via SPON

Update:  Zum Thema auch Fefe, Ereignisblick und Reaktionen bei SPON.