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[update] Kulinarium XIII: Kartoffelgratin

Samstag, 13. Februar 2010

leckereien Irgendwie hat mir dieses Gratin keine Ruhe gelassen. Es war gelungen – ohne Zweifel. Aber ich hatte nicht die Kartoffeln bekommen, die ich wollte. Und Knoblauch war auch aus, so dass ich mir mit einer portugiesischen Knoblauch-Paste behelfen musste. Heute war Samstag und ein Einkauf stand an. Und es passierte, was man vom deutschen Einzelhandel schon gar nicht mehr gewohnt ist: ich wurde positiv überrascht! In der Tat -  der Große, Grüne Einkaufsmarkt, in dem die Welt noch in Ordnung ist, hat massiv aufgerüstet. NORMAlerweise muss ich, wenn ich den kurzen Weg bevorzuge, zum Discounter, den einzig und allein der halbwegs korrekte Fleischer rettet. Aber heute wurde das Auto freigeschaufelt und im Großmarkt angegriffen. Und was hatten die alles für Leckereien! An sich wollte ich zum TK-Lachs greifen – plötzlich grinste mich dieses herrliche Lachsfilet an der Frischfischtheke an. Da musste zugegriffen werden und ein paar frische Nordseekrabben kamen auch noch in den Korb. Die nächste positive Überraschung waren wunderbare, rote Kartoffeln aus Frankreich. Im Milch-Distrikt gab es tatsächlich Créme Double – hab ich hier bis jetzt noch nie bekommen! Am Karnickel-Stand musste ich kurz stehen bleiben – nein, heute kein Mümmelmann. Es bleibt bitte beim Fisch!

lachsfilet Den Fisch bettete ich auf etwas Blattspinat, passt ja immer sehr gut zu Lachs, und darunter gab es – Gratin! Mit pervers viel Knoblauch, so an die 4 Zehen. Das gibt ein Aroma! Natürlich kamen vorher die Keimlinge raus! Man teilt die Zehe und schneidet mit einem kleinen Messer den Bösewicht aus der Mitte heraus. Schon verliert die Knolle einige ihrer  negativen Eigenschaften, ohne dass es dem Geschmack schadet.

ergebnis Der Fisch war auf den Punkt richtig! Außen scharf angebraten, aber so, dass er innen noch rot ist. Danach so 6-10 Minuten in den Ofen zum gar ziehen. Und das Gratin war ein Gedicht! Dieses Mal hat alles gepasst! Ich habe etwas weniger Käse genommen und die Butter weggelassen. An die Soße kam ein Teelöffel Créme Double, wenn man sowas schon mal im Hause hat. Für den Frische-Faktor gab es einen Radicchio-Mandarinen-Salat, an dem ich aber noch arbeiten muss.

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Kulinarium XII: Kaninchen

Sonntag, 31. Januar 2010

“Suprème de Volaille Farcies aux Champignons Sauvages” … klingt das nicht beeindruckend? Dahinter verbirgt sich ein Rezept von Ms Glaze Pomme d’Amour, das ich bei Fool for Food gefunden habe. Die Zubereitung dieser gefüllten Hähnchenbrust ist dabei gar nicht so kompliziert. Als ich beim Einkaufen dann aber auf ein paar feine Kaninchenkeulen stieß, habe ich beschlossen, daraus “Suprème de Lapins Farcies aux Champignons Sauvages” zu zaubern!

kaninchen Eine hervorragende Idee! Die Knochen habe ausgelöst, was mit etwas Geschick ganz gut klappt, ohne dass man Löcher in das Fleisch schneidet oder zu viel davon entfernt. Die Füllung habe ich wie im Rezept beschrieben zubereitet und das gefüllte Kaninchen mit Zahnstochern fixiert. Das Ganze wird dann in Olivenöl durchgebraten, oder man brät das Fleisch nur ganz heiß an und stellt es etwa (!) 20 Minuten bei 150° C in den Ofen. Am besten immer Mal schauen, ob das Fleisch innen nicht mehr roh ist.

Die Soße wurde nicht so dick, wie ich mir das vorgestellt hab, was sich aber mit einem Teelöffel aufgelöster Stärke beheben ließ. Da ich langsam wirklich Hunger hatte, verzichtete ich auf Beilagenschnickschnack und habe fix etwas Kartoffelpüree angerührt. Wenn man das in Ordentlich machen will, wird das Püree aus echten Kartoffeln zubereitet. Das i-Tüpfelchen dazu ist grüner Spargel. Der wird gekocht, in Butter geschwenkt und der untere Teil mit etwas Fond püriert. Das wird dann zusammen mit den Spitzen in das Püree gemischt und mit Salz abgeschmeckt.

dariol Meine zweite tolle Entdeckung im Markt waren Dariol-Förmchen, hinter denen ich schon eine Weile her bin. Die Chance habe ich genutzt und 6 Stück mitgenommen. Die wollten dann natürlich auch ausprobiert werden. Also gab es zum Nachtisch Parfait-Variationen. Dazu habe ich zwei verschiedene Parfait-Rezepte probiert; eines mit Vanille und eines mit Pistatien. Beides übrigens sehr lecker, wobei das Vanille-Parfait mit einem Teelöffel Mokka-Likör serviert den ersten Platz bekam!

parfait Das Rezept dazu gibt es bei Chefkoch.de. Die Pistazien-Variante kam ohne Sahne aus und ist deshalb etwas hüftschonender. Ganz wichtig ist, dass man echte Vanille nimmt, zur Not Zucker aus echter Vanille – aber kein Aroma! Die Pistazien, die man mahlen soll, kann man übrigens genau wie die übrigen Zutaten auch in einen Blender geben. Also erst die gehackten Pistazien, die sich erstaunlich gut mahlen lassen, und danach den Rest. Dann wird die Eismasse schön schaumig. Wenn man die gefüllten Formen dann schnell in das Gefrierfach stellt, bekommt man ein herrlich luftiges Eis, dass man vor dem Servieren am besten ein paar Minuten auf dem Teller antauen lässt.

Kulinarium XI: Traumhaftes Fenchelgemüse

Donnerstag, 28. Januar 2010

Nachdem ich mich heute den ganzen Tag nur von Brötchen ernährt hatte, musste am Abend einfach etwas unheimlich Leckeres auf den Tisch. Irgendwie hatte ich Lust, mal wieder irgendwas mit Fenchel zu kochen. Das Gemüse hat eine sehr charakteristische Note, die leicht an Eukalyptus oder Minze erinnert. Typischerweise reicht man Fenchel zu gedünstetem oder gebratenem Fisch. Natürlich spricht auch nichts dagegen, Fenchel zu gebratenem Fleisch zu servieren.

roellchen_mit_fenchel Als Basisrezept für den Fenchel entschied ich mich für “Eichkatzerls Fenchel-Orangen-Gemüse“, das ich bei Chefkoch.de gefunden habe. Ich habe es dann letztendlich etwas modifiziert, indem ich den Zimt durch Garam Masala, die Orangen durch Mandarinen und die Zwiebel durch Schalotten ersetzt habe. Außerdem habe ich etwas Brühe mit eingekocht und einen kleinen Esslöffel Crémefraiche-Sahne Mischung hineingerührt. Dazu gab es Bandnudeln und die bewährten Schweineröllchen. Wow! Prädikat: Zum auf die Knie fallen! Der Zucker betont das exotische Fenchel-Aroma wunderbar; mit Garam-Masala bekommt das Ganze dann den richtigen Kick! Als Brühe nimmt man am besten eine leichte Gemüsebrühe, auf jeden Fall mit dem Salz aufpassen! Der Fenchel darf übrigens erst einmal ruhig 7-8 Minuten vor sich hin schmoren, bevor man die Zwiebel in die Pfanne gibt. Nur bissfest sollte er natürlich bleiben.

Ich würde dazu einen seriösen Rotwein empfehlen, als Kontrast zum süßlichen Aroma des Gemüses.

Kulinarium X

Samstag, 16. Januar 2010

rakot_1 Rakott Burgonya oder Rakott Krumpli, wie man umgangssprachlich sagt, sind die ungarische Variante des Kartoffelauflaufs. Es gibt hier wie so oft nicht DAS Rezept; vielmehr gibt nur vier essentielle Zutaten: Kartoffeln, gekochte Eier, Semmelbrösel und Tejföl. Eine weitere, beliebte Zutat ist Kolbász, eine kräftige, scharfe ungarische Salami. Schinkenspeck geht auch, und außerdem ordentlich auf die Hüften.

Rakott Krumpli müssen oben eine schöne, krosse Schicht haben und innen saftig sein. Auf keinen Fall sollte man mehlig kochende Kartoffeln verwenden; die sind auch recht schwierig in Scheiben zu schneiden. Da Tejföl ein Kühlprodukt ist, dürfte es in Deutschland schwierig zu beschaffen sein. Ein guter Saurerrahm oder Schmandt ist vielleicht das beste Substitut, da ich unsere saure Sahne irgendwie zu dünn finde.

rakot_2 Man kocht zunächst die festkochenden (!) Kartoffeln (etwa 500 g) und die Eier (3-4) und schneidet sie in recht dünne Scheiben. Dann schichtet man die Zutaten abwechselnd in einer Form. Zwischen die Schichten gießt man jeweils eine großzügige Portion Tejföl oder saure Sahne, insgesamt mindestens 200 g. Man kann das auch mit einer hellen Soße strecken (200 ml Milch, 20g Butter, 10 g Mehl). Salz nicht vergessen, aber je nach verwendeter Wurstsorte sachgemäß dosieren! Auf die letzte Schicht streut man über die Soße in Butter geröstetes Semmelmehl (Verhältnis 1:2). Das Ganze kommt dann mindestens 20 Minuten in die sehr heiße Röhre. Am Ende am besten noch einmal den Grill dazu schalten, der Auflauf darf oben ruhig etwas dunkel werden.

Dazu passt grüner Salat, wenn es frischen gibt oder ein Rohkostsalat aus geraspelter Paprika und Gurke mit etwas Pfeffer, Salz und Zitronensaft.

Kulinarium IX

Samstag, 09. Januar 2010

Was für ein Wetter… auch wenn der angekündigte Blizzard bisher ausgeblieben ist; es hat schon ganz ordentlich geschneit da draußen! Also nix mit Einkaufen fahren, der Mini-Supermarkt um die Ecke muss heute reichen.

bakony

Aber zuerst greife ich zum Basiskochbuch der ungarischen Küche, und bleibe beim ersten Fleischgericht stehen: Bakonyi Sertésborda soll es geben. Für die Kotlett nach Bakonyi-Art klopft und salzt man 2 Kotlett und wälzt sie in Mehl. Die Kotlett werden in der Pfanne scharf in Öl angebraten und zur Seite gestellt. Gemüsepaprika, Tomate, Schinkenspeckwürfel, Zwiebel und Pilze werden kleingewürfelt in der Pfanne angebraten. Dann mit Paprika bestreut und etwas Wasser aufgekocht. Man gibt die Kotlett dazu und lässt alles schön durchgaren. Am Ende rührt man saure und süße Sahne ein und kocht mit starker Hitze auf. Dazu reicht man Nockerln, Reis oder Nudeln.

Dieses einfache aber sehr schmackhafte Gericht kommt mit recht wenigen Zutaten aus, gerade deshalb sollte man hier auf Qualität achten. Ich musste wie gesagt mit dem Mini-Supermarkt klar kommen; deshalb gab es leider keine frischen Champignons, sondern tiefgefrorene Pilze. Die Kotlett waren OK, Paprika gab es nur aus Holland aber immerhin hatte ich eine echte, ungarische Zwiebel und einen Becher Téjföl, also ungarischen Sauerrahm. Daraus ließ sich dann doch ein anständiges Gericht zaubern, dem ich der Kälte wegen noch ordentlich Zunder in Form von Erös Pista gegeben hab. Dazu passt – wie ich finde – sehr schön ein spritziger Olaszrizling aus den Kellern von Gere Tamás, einem der bekanntesten ungarischen Winzer.

Jó étvágyat és egészségedre!

Kulinarium VIII: Herzhafte Crepés

Montag, 30. November 2009

pral2 Ungarische Palacsinta bzw. französische Crepés gibt es in herzhaften und süßen Variationen. Hier eine herzhafte: In die Crepés werden Spinat und eine Soße aus Lauch, Schinken und Sahne eingerollt. Die Crepés werden kalt und schräg zu Pralinen geschnitten als Amuse Gueule serviert oder warm als Vorspeise. Dazu gibt es einen feinen Paprika-Schaum. Mit den Mengen bin ich noch am Experimentieren. Im Zweifel nimmt man etwas mehr Zutaten für die Soße und weniger Crepés-Teig oder man übt mit dem überschüssigen Teig professioneles Crepés-Wenden :-)

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Kulinar… nee, doch nicht

Sonntag, 08. November 2009

dobos Na, sieht das nicht lecker aus? OK, die 12-tel könnten etwas gleichmäßiger sein, aber der Klopftest mit der Gabel ließ erahnen, dass zumindest der Karamellguss dieser Dobos-Torte nahezu perfekt gelungen war. Auch die Schokoladencréme war durchaus gelungen in Geschmack und Konsistenz. Leider waren die Teigböden zäh wie Gummi. Mit Bisquit hatte das wirklich nichts zu tun. Nach eingehender Recherche bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass dieses Rezept bei Kochmeister.de mit der Zugabe von 1 Liter (sic!) lauwarmen Wasser ziemlich alleine da steht unter den Dobos-Rezepten. Bei einem Bisquit-Teig hebt man ja steif geschlagenes Eiweiß unter eine Gelbei-Zucker-Creme. Wenn die allerdings zu flüssig ist, kann man da gar nichts unterheben. Ich frage mich, wie das Rezept mit dem Teig funktionieren soll. Mehrere Rezepte aus ungarischen Kochbüchern, darunter eines mit dem schönen Titel “Krieg & Frieden” von 1943, sind sich darin einig, höchstens 2 Esslöffel Wasser in den Teig zu geben. Notiz an mich: Obacht bei unbewerteten und unkommentierten Rezepten. Vielleicht starte ich nächstes Wochenende einen neuen Versuch. Übung macht den Meister!

Kulinarium VI: Chiabatta-Pizza-Brote

Montag, 12. Oktober 2009

pizzabrot04.jpg So ein vermeintlich leerer Kühlschrank gibt manchmal mehr her, als man denkt. Ein paar Scheiben Wurst, Tomatenstückchen, ein Krümel Käse und frisches Brot – das reicht schon fast für ein paar leckere Chiabatta-Pizza-Brote.

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Kulinarium V: Genießerpasta

Samstag, 10. Oktober 2009
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Mit Pasta ist es ein bisschen wie mit der Liebe: Manchmal hat man Heißhunger und es muss schnell gehen. Doch der wahre Genießer lässt sich Zeit und greift nicht vorschnell zum Miraculi-Baukasten. Oder noch schlimmer; Nudeln mit Ketchup…

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Kulinarium IV

Dienstag, 29. September 2009

Letztes Wochenende waren ehemalige Kommilitonen meines Vaters bei meinen Eltern zu Gast und hatten eine sogenannte “Herkuleskeule” im Gepäck. Es handelt sich dabei um einen Flaschenkürbis, der es in diesem Fall auf gute 1,20 m (!) Länge brachte.

herkules.jpg

Nun durfte ich ein gutes Stück davon mitnehmen und suchte nach einer Zubereitungsmöglichkeit. Kumpel Stefan empfahl, daraus ein Kürbisrisotto zuzubereiten. Aufgrund der Menge reichte es aber auch für mindestens 2 verschiedene Mahlzeiten.

Panierter Kürbis

Mir muss dieses Gericht irgendwann in meiner Kindheit schon einmal serviert worden sein, jedenfalls fiel mit diese Art der Zubereitung spontan ein, als ich an Flaschenkürbisse dachte. Man benötigt (2 Personen):

  • 1 Flaschenkürbis (es muss keine Herkuleskeule sein; so viel, dass man pro Person ca. 4-5 1/2 cm dicke Scheiben herausbekommt)
  • 1 Ei
  • Mehl
  • geriebenen Pecorino
  • Semmelmehl
  • etwas Milch
  • Pfeffer, Salz, Paprika (1/2 TL)
  • Planzenöl

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Den Kürbis schneidet man in ca. 1/2 cm dicke Scheiben. Von beiden Seiten gut salzen und pfeffern. In einer flachen Schüssel oder einem anderen geeigneten Gefäß das Ei mit etwas Milch und Paprikapulver gut verrühren. Den geriebenen Pecorino und das Semmelmehl etwa zu gleichen Teilen vermischen und in eine zweite flache Schüssel geben. Die Kürbisscheiben zuerst in Mehl wälzen, danach in der Milch-Ei-Mischung und schließlich im Pecorino-Semmelmehl. Das Pfanzenöl in einer Pfanne erhitzen, dabei nicht zu sparsam sein, so dass die Kürbisscheiben im Öl schwimmen. Wenn das Öl heiß ist, die panierten Kürbisscheiben von beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Dazu passen verschiedene Beilagen; ich habe mich für eine Ofenkartoffel entschieden. Dafür eine große Kartoffel mit einem Zahnstocher rund herum einstechen, dann in Alufolie einwickeln und bei 250° je nach Größe 45-60 Minuten im Ofen backen. Die Folie der fertigen Ofenkartoffel wird oben geöffnet und die Kartoffel kreuzförmig eingeschnitten. Mit einem Küchentuch oder Topflappen von unten aufdrücken (Vorsicht, heiß!) Mit Kräuterbutter servieren (weiche Butter mit frischen Kräutern verrühren und salzen). Hervorragend schmeckt dazu auch ein roter Salat aus Paprika und Tomaten, den ich hier mit etwas Olivenöl, Zitronensaft, Salz und braunem Zucker angerichtet habe.