Bei all Trubel rund um den erneuten Angriff auf unsere Verfassung durch die Berliner Sicherheitswahnies kann man seinen Lieblingsfeind schon mal aus den Augen verlieren.
Bereits am 14. Juni berichteten die Medien (z.B. Stern) über die Entführung mehrerer Deutscher im Jemen. Unter den Entführten waren zwei Pflegehelferinnen, die dabei als Studentinnen einer Bibelschule in Lemgo genannt wurden. Nun erschien es mir, insbesondere als sich herausstellte, dass die beiden Mädchen ermordet wurden, doch etwas zynisch, über etwaige Hintergründe der Entführung zu spekulieren. Offenbar hätte ich den Gedanken getrost weiterspinnen können:
Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes hat Erkenntnisse, wonach aufgebrachte Muslime den deutschen Techniker Johannes H. bedrohten und aufforderten, seine Missionierungsversuche einzustellen. (…)
Das berichtete der Spiegel bereits am 20. Juni. Noch ein paar mehr Hintergründe zu der Geschichte kann man auf Telepolis nachlesen. Danach verdichtet sich der Verdacht, dass hier naive Christen unter demVorwand einer humanitären Tätigkeit mit einem Kreuz bewaffnet und in die vorderste Front zum Missionieren geschickt werden:
Nach dem
Bericht der “Times” arbeitet die niederländische Stiftung WWS eng mit dem Missionswerk “Worldwide Evangelization for Christ” (
WEC) zusammen. Im deutschsprachigen Raum ist diese Organisation unter dem Namen
Weltweiter Einsatz für Christus bekannt. Die Intention ist in beiden Fällen gleich: Volontäre werden für den humanitär-missionarischen Einsatz in Zielgebieten ausgebildet, vor allem in arabischen Staaten.
Wäre das Ganze nicht so tragisch, könnte die Geschichte ein gutes Drehbuch für die Serie “Lasko – Die Faust Gottes” abgeben, die der offizielle deutsche Bibelsender* RTL heute gelauncht hat.
* Die Seite “www.rtl-kirche.de” wird natürlich nicht von der RTL-Sendergruppe angeboten, sondern von der Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Ich glaube JEDEN anderen hätte RTL bereits wegen des Markenschutzrechts in Grund und Boden geklagt…