Mit ‘kirche’ getaggte Artikel

Das Piratenphänomen

Dienstag, 20. September 2011

Sonntag war “Wähl ‘nen Piraten“-Tag in Berlin. Gestern war “Sprich wie ein Pirat“en-Tag. Spätestens heute beflissen sich nahezu alle deutschen Mainstream-Medien, das “Phänomen” Piratenpartei zu analysieren. Ein hervorragender Anlass für eine kleine Presseschau.

Christian Stöcker betrachtet den Wahlerfolg auf Spiegel.de als Ergebnis von Unverständnis oder gar netzfeindlicher Gesinnung der meisten etablierten politischen Instanzen. Eine sehr realistische Einschätzung – gibt ihm doch die Reaktion so mancher Politiker Recht. Solche Wendemanöver versprechen jedoch ähnlich erfolglos wie Röslers Griechenland-Gebashe zu enden. Stöckers Kollegin Sybille Berg schwingt die Feminismus-Keule und identifiziert die Piratenpartei als Jung-Herrenclub

“[sie] verengen das Blickfeld, vernachlässigen Körper- und Familienpflege und arbeiten an etwas, das ihnen sinnvoll erscheint, aus welchen Gründen auch immer.”

Ob Frau Berg, die ihre Kolumne mit der Zeile “Warum gibt es eigentlich keine Frauenpartei?” betitelt, eigentlich weiß, dass es sehr wohl eine Frauenpartei gibt?

Jörg Sundermeier zieht in der TAZ den naheliegenden Vergleich zwischen der Piratenpartei und den frühen Grünen. Eine gewisse Portion Neid (oder Furcht vor einer Erosion der Grünen?) meint man schon aus seinen Zeilen zu lesen – alleine ist er damit nicht. So bewies Renate Künast wenig politisches Feingefühl, sondern eher ein gehöriges Maß an Arroganz, als sie vor gut 2 Wochen die Piraten zu “resozialisieren” verprach. Vielleicht gab sie damit ja noch ein paar weiteren Hundert ehemaligen Grünen-Wählern Anlass, ihre Stimme den Piraten zu geben. Wahscheinlicher ist jedoch, dass es mit den Piraten nun endlich die Alternative zu den schon lange von Realos beherrschten Grünen auf dem Wahlzettel gibt. Grün ist das neue schwarz.

Durchaus treffend erkennt Marcus Jauer in der Frankfurter Allgemeinen, wie hilflos die etablierten “Protestparteien” nun anfangen zu schwimmen,

“Die Journalistenfrage, wie sich der Aufstieg der Partei erklärt, verstanden sowohl Linke als auch Grüne als Kritik am eigenen Programm und antworteten, auch ihre Partei „sei im Internet aktiv“ (Harald Wolf) oder sogar „netzaffin“ (Renate Künast).”

andererseits macht er deutlich, dass die Piraten keine “Internetpartei” sind, sondern vielmehr im Internet ein wichtiges wenn nicht sogar das wichtigste Instrument zur Schaffung von Transparenz in der parlamentarischen Politik sehen.

Soweit reicht der Horizont Franz Josef Wagner freilich nicht. So attestiert er in seiner “Post von Wagner” der “lieben Piratenpartei”, ihre Forderung nach Freiheit im Internet sei “super-idiotisch und lebensgefährlich.” Das, Herr Wagner, erklären Sie dann aber bitte auch mal den Damen und Herren vom Bundesverfassungsgericht, die eben genau jene anlasslose Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig erklärt haben. Überhaupt versucht(e) sich BILD darin, die Piratenpartei (“Chaostruppe”, “Spaßpartei”) möglichst in ihr eigenes Biotop, die Gaga-Ecke zu lancieren. Mittlerweile ist man aber bei Springer etwas vorsichtiger geworden, und so avanciert der “1. Offizier der Piraten” über Nacht zu “Berlins neuem Polit-Star“.

Ach ja, nun ratet mal, wer noch überhaupt nicht begeistert vom Berliner Wahlergebnis ist? Na? Richtig – unsere Brüder und Schwestern von Gottes Gnaden, denen die Forderung nach (im Grundgesetz verankerter) Säkularität bitter aufstößt. Ob solche Forderungen ihre Mehrheit finden werden, was evangelisch.de kategorisch ausschließt, wird die Zukunft zeigen.

Ein Christ und die Toleranz

Sonntag, 04. September 2011

Beim Blättern im aktuellen “Vorwärts” (nein, natürlich nicht im eigenen!) fiel mir ein Kommentar in’s Auge, der aus meiner Sicht ziemlich perfekt die christliche Interpretation von Toleranz deutlich macht.

Die Widersprüchlichkeit dieses “Zwischenrufs” manifestiert sich bereits im Titel:

Das Mittelalter liegt hinter uns!

Herr Lietz wirft den Laizisten Intoleranz vor, um dann gleich im Teaser zu fordern, sie:

(…) dürfen [...] kein Arbeitskreis der SPD werden

Ein Musterbeispiel an Toleranz. Wer zweifelt jetzt noch daran, dass das Mittlelalter in den Köpfen mancher Christen vorbei ist!

Wer hat Schuld am Missbrauch?

Dienstag, 13. April 2010

Eine heißdiskutierte Frage, die in den letzten Wochen in der Öffentlichkeit und damit vor allem in den Medien thematisiert wurde. Also, da hätten wir:

Da wirkt es geradezu erstaunlich, dass einige wenige Kleriker Antworten mit halbwegs klarem Blick suchen.

Zweierlei Maß

Dienstag, 06. April 2010

Irgendwie lässt mich das Thema Sekten in letzter Zeit nicht in Ruhe. BILD-Online taut heute eine Meldung aus dem Februar auf, bei der über einen hessischen Kindergarten berichtet wird, in dem “keltische Rituale” an Kindern vollzogen worden sein sollen:

An den Kindern sollen Kelten-Rituale praktiziert und ihnen „besprochenes Salz“ gegeben worden sein „Wir können zwar nicht von einem Sektenverdacht sprechen, sehen aber das Kindeswohl gefährdet“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Dem Kindergarten wurder darauf hin die Betriebserlaubnis entzogen, weil, so BILD-Online weiter:

[...] in dem Kaloku-Naturkindergarten Dinge mit den Kindern passierten, die nicht mit den Eltern abgesprochen gewesen seien.

Ich weiß nicht genau, was es mit dem “besprochenen Salz” für eine Bewandtnis hat; klingt erst einmal nach richtig üblem Hokuspokus. Und erinnert damit fatal an das Ritual der Eucharistie

Randnotiz zur Bischof-Müller-Rede

Montag, 22. März 2010

Das war mir bereits gestern aufgefallen; und zwar folgender Satzteil:

Verkürzte Berichte und ständige Wiederholung von Vorgängen aus alter Zeit würden Menschen manipulieren, [...]

Verkürzte Berichte? Ständige Wiederholung von Vorgängen aus alter Zeit? Menschen manipulieren? Kenn ich: Man nennt es Gottesdienst!

Das Wort zum Sonntag

Sonntag, 21. März 2010

@ Zollitsch, Ratzinger, Mixa: Ernsthaft, Jungs – wenn auch nur ein klitzekleines Fünkchen Wahrheit in diesem Hokuspokus steckt, an den ihr glaubt, dann seid ihr aber sowas von am Arsch

Bevor eine Sünde eine Todsünde ist, müssen also drei Bedingungen erfüllt sein.

1. Die Sünde muß schwer sein. Die böse Tat muß ein schweres Verbrechen gegen Gott oder gegen jemand anderes sein.
2. Der Sünder muß sich der Sünde bewußt sein. Der Täter muß volle Erkenntnis darüber besitzen, daß sein Handeln zutiefst falsch ist.
3. Die Sünde muß vorsätzlich sein. Der Sünder muß wissen, daß er der Versuchung widerstehen könnte und sich dann willentlich für das Böse entscheiden.

Leider bin ich davon überzeugt, dass der ganze Unfug nur das Ergebnis schwerer Geisteskrankheit ist. Auch wenn ich es euch sowas von gönnen würde, dass ihr irgendwann mal bald vor euren Schöpfer treten müsstet…

Jesus, frei Haus!

Mittwoch, 17. März 2010

Das kennt sicher jeder: das heißersehnte Amazon*-Gute-Laune-Paket ist da, und neben der erworbenen Ware fliegen einem Unmengen an Rabattgutscheinen und Flyern entgegen.

Wenn man hingegen beim “ESD-EDV-Systemdienst im Haus Sonnenbring” bestellt, bekommt man ein ganz spezielles “Infopaket”:

Eine Bibel, Informationsbroschüren, eine selbstgebrannte DVD mit Filmen zur Mission für das christliche Gottesreich, Seminarkalender und mehr boten sich dem überraschten Käufer, der eigentlich nur einen neuen Notebooklüfter bestellen wollte.

Bei mir landet das Zeug sowieso da, wo es hingehört: in der Papiertonne! Davon abgesehen ist die Gefahr eher gering, dass ich bei einem Online-Shop bestelle, der es mit dem Fernabsatzgesetz nicht all zu genau zu nehmen scheint:

“Phil. 3,12: Nicht das Gesetz, sondern Christus ist unsere
Gerechtigkeit”, verkündet die Betreiberin [...]

Den armen Seelen, die trotzdem auf den Laden reinfallen, wünsche ich, dass irgendwo in der Bibel auch das 14-tägige Rückgaberecht Erwähnung findet!

Via wissenrockt.de

* – zu ersetzen durch den Onlineshop eurer Wahl

Aktion "Sommerkörper 2010"

Donnerstag, 25. Februar 2010

Bitte mal fix aus dem Fenster schauen: Das Helle, was einem die Augen blendet und Wärme abstrahlt, nennt sich Sonne! Mal im Ernst, der Sommer rückt wieder in greifbare Nähe. Und der eine oder die andere wird vielleicht kritischer als sonst in den Spiegel schauen, wenn bald wieder die Badesaison losgeht und sich die kleinen Fettröllchen nicht mehr mit geschickt gewählter Garderobe kaschieren lassen. Für BRIGITTE, Men’s Health und Konsorten heißt das Hochsaison für Diätsensationen und Bauch-Weg-Tipps.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle kurz die Domspitzen-Spezialdiät vorstellen! Die Idee ist recht simpel: Bewegung kombiniert mit bewusster Ernährung. Klar, sensationell neu ist das nicht. Wenn nur nicht der innere Schweinehund wäre, der die Couch dem Rad vorzieht, Lasagne liebt und gerne mal einen kleinen Snack zwischendurch reinschiebt. Hier setzen wir an, und zwar bei der Motivation. Zunächst gilt es, den Heißhunger zu bekämpfen. Das ist ganz leicht: Wem übel ist, der hat auch keinen Appetit. Keine Angst, ihr müsst euch jetzt nicht den Finger in den Hals schieben (das wäre die Kate-Moss-Diät). Nein, einfach mal folgendes Zitat (Quelle RP Online) lesen:

Die Präsidentin des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf, Anne-José Paulsen, hat nach der Rückkehr von ihrer mehrtägigen Auslandsreise die Entscheidung der Düsseldorfer Gerichte verteidigt, künftig keine Kreuze mehr in Gerichtssälen aufzuhängen.
(…)
Der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln forderte Paulsen auf, die Entscheidung zu überdenken. Es sei “fatal”, auf die Kreuze zu verzichten. Die Präambel des Grundgesetzes beziehe sich ausdrücklich auf das christliche Menschenbild. Der Bezug auf Gott sei bindend für die deutsche Rechtsordnung.

Na? Kocht einem da nicht die Magensuppe hoch? Zur Erinnerung, das hat kein schizophrener Insasse einer geschlossenen Anstalt verfasst, sondern eine offenbar verfassungsfeindliche Organisation, die immer noch nicht vom Staatsschutz überwacht wird. Nun gut, Hauptsache, euch ist jetzt ordentlich schlecht. Nun würde ein wenig Bewegung nicht schaden, oder? Da hab ich doch genau das Richtige gefunden, und zwar bei den Leserbriefen, übrigens aus der gleichen Quelle:

(…) Es entsteht immer mehr der Eindruck einer Säkularisierung unseres Staates, der doch eigentlich auf einem christlichen Fundament aufgebaut ist. (…) Basieren unsere Gesetze nicht auf den Zehn Geboten?”

So, jetzt stellt euch – nur mal theoretisch – vor, der Verfasser dieses Briefes wäre euer Nachbar. Leute – nehmt die Beine in die Hand und RENNT UM EUER LEBEN! Und bleibt ja nicht stehen, bevor ihr die holländische Grenze erreicht habt!

Ist euer Hintern ein Klumpen Keksteig? Dann führt diese Übung 1x täglich durch und pünktlich zur Bikini-Saison seht ihr aus wie gemeißelt, versprochen!

[Update] Missbrauchsskandal…

Mittwoch, 24. Februar 2010

UNGLAUBLICH! Gleich bekommt Ihr Schnappatmung… wie ich bereits vor 2 Tagen etwas weiter unten schrieb, hat sich ja nun endlich Mal jemand aus der Regierung zu den Missbrauchsvorwürfen gegen katholische Erziehungs- und Bildungseinrichtungen geäußert. Und was passiert?

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte Äußerungen der Ministerin zum Umgang der Kirche mit Fällen sexuellen Missbrauchs entschieden zurückgewiesen und sie wegen “falscher Tatsachenbehauptungen” zur Korrektur binnen 24 Stunden aufgefordert.

Das ist SO dreist – das kann man nicht mehr in Worte fassen! Zumindest nicht, ohne eine Abnahmung zu riskieren… ich würde dem ganzen Laden auf der Stelle jegliche Kompetenz bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen bedingungslos entziehen! Da rege sich ernsthaft noch einmal jemand über Frau Käßmann auf, die beschwipst Auto gefahren ist…!

Jehova, Jehova!

Freitag, 08. Januar 2010

Das wertvollste, was Religion den Menschen vermitteln kann, ist Nächstenliebe, oder?

“Die Christen wollen mit der Verwendung des Wortes Allah nur Unruhe stiften. Allah ist nur für Muslime. Wenn sie nicht damit angefangen hätten, hätten wir religiöse Harmonie in Malaysia.”

Via Tagesschau.de