Mit ‘guttenberg’ getaggte Artikel

Geschichte wiederholt sich (II)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Weiter geht’s:

Schavan geht mit Anwälten gegen Uni Düsseldorf vor

vs.

Guttenberg-Anwalt kritisiert Universität Bayreuth

*popcornmampf*

Geschichte wiederholt sich

Montag, 15. Oktober 2012

Allem Anschein nach wird es demnächst eine neue Bildungsministerin geben. Denn:

Merkel spricht Ministerin „volles Vertrauen“ aus

Wir erinnern uns: Vor ca. 1 1/2 Jahren gab es Folgendes zu vermelden:

Merkel sichert Guttenberg „volles Vertrauen“ zu

An Frau Schavans Stelle würde ich jetzt schleunigst damit anfangen, E-Mails an den Lobbyverteiler zu schicken.

Guttenberg rettet Maischberger

Mittwoch, 30. November 2011

Bei Sandra Maischberger wurde gestern über Müll philosophiert. Ich habe ein paar Minuten davon angesehen, bis ich die gewohnt nervige Claudia Roth nicht mehr aushielt und den Sender wechselte. Dadurch ist mir wohl einer der charmatesten Späße, der Gag of the Gags – ja ein wahrer Diamant unter den humoristischen Bonbons entgangen:

Dies will er mit einem Zitat von Franz Alt deutlich machen – und zieht plötzlich einen Zettel aus seinem Jackett.
„Ich habe mir das jetzt extra aufgeschrieben, weil ich habe zu Zahlen ein schlechtes Verhältnis – und in meiner Familie muss man mit Zitieren bekanntlich aufpassen.“

Ihr fallt noch nicht vor Lachen vom Stuhl? Klar, denn ihr wisst ja gar nicht, wer diesen Kichergaranten von sich gab:

Vater von Karl-Theodor zu Guttenberg spielt auf die Zitier-Schwäche seines Sohnes an

Na… na??? So, ich melde mich mal ab und werde mich die nächsten 2 Stunden lachend auf dem Boden krümmen!

Guess who’s back…

Freitag, 25. November 2011

Alles begann mit einem Auftritt des gefallenen Biedermanns im kanadischen Halifax: Als ob es derzeit keine wichtigeren Themen gäbe, stürzte sich die Presse auf Guttenberg 2.0. Gel alle, Brille kaputt? Fast könnte man glauben, Guttenberg wolle sich der Öffentlichkeit mit Hilfe eines redesignten Outfits als geläuterter Paulus präsentieren. „Der scheue MinisterMister Guttenberg“ titelte das Boulevardmagazin „Spiegel“, doch mit der Scheu war es bald vorbei.

Der Auftritt im fernen Nordamerika markierte vielmehr den Start der Promotion-Kampagne für ein Buch, das den beängstigenden Titel (sic!) „Vorerst gescheitert“ trägt und es scheint so, als werkelten der ehemalige Dr. jur. und sein PR-Team tatsächlich an einem politischen Comeback. Dazu, dramaturgisch perfekt getimed, die Nachricht, dass  Guttenbergs Plagiats-Verfahren gegen eine Zahlung von 20.000 EUR eingestellt wurde. Das geht juristisch durchaus in Ordnung; auch einem weniger prominenten und hartnäckigeren Leugner hätte man so eine Einigung sicher zugestanden.  Besser macht das den enttarnten Betrug natürlich nicht. Doch wie geläutert gibt sich Guttenberg tatsächlich? „Bewusstlosigkeitsnachweis durch Unwahrscheinlichkeit der Tat“ nennt Jürgen Kaube in der FAZ diese Variante der Chewbacca-Verteidigung treffend. Einzig eine „chaotische Arbeitsweise“ attestiert sich der um seine Ehre bemühte ehemalige Verteidigungsminister in der BILD. Und man mag ihn beinahe dafür bewundern, wie er es schaffen konnte, eine auf 80 Datenträgern und mindestens 4 Computern an unterschiedlichen Standorten verteilte Zitate- und Stichpunktsammlung aus Büchern und Webseiten in eine mit „summa cum laude“ gewürdigte Doktorarbeit überführen konnte.

By the way: da ist er wieder, der gute alte Karl-Theodor. Schönreden – relativieren – umdeuten. Wenn man sich sein Foto auf dem Buchcover genau ansieht, erkennt man bereits wieder erste Gel-Spuren im Haar.  Bei Springer hat man die Jubelmaschine angeworfen, Guttenberg wird von Nikolaus Blome ermuntert und bekommt „Post von Wagner„.

Der Ausgang von Guttenbergs Relaunch liegt freilich im Dunklen. Spreng bezweifelt, dass der Versuch von Erfolg gekrönt sein wird. Die CSU, deren Parteivorsitzender Horst Seehofer das eingestellte Verfahren noch am Mittwoch als Sieg Guttenbergs verkaufen wollte und dem ehemaligen Politstar die Hand reichte, rudert heute bereits zurück. „Wir haben keine vakanten Stellen“ heißt es plötzlich, nachdem Guttenberg in der ZEIT gegen seine Partei gepöbelt hatte und „Sympathien für die Gründung einer neuen Partei erkennen“ ließ.

Nun denn. Die Manege ist eröffnet. Die Clowns sind schon da.

Edit: Selbst der Spiegel hat mitbekommen, dass KT kein Minister mehr ist. Mea culpa 🙂

Deutschlands dümmste Meinung

Dienstag, 10. Mai 2011

Dass ich der Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben mit tendentieller Ablehnung begegne, sollte ja mittlerweile klar sein. Und doch schaffen es diese Krawallbrüder immer wieder, mich negativ zu überraschen.

Es geht mal wieder um Karl-Theodor zu Guttenberg, den gefallenen Engel des Post-Bildungsbürgertums oder wie andere sagen: Vollidioten!

Die Uni Bayreut hat es nämlich gewagt, ihre Arbeit zu machen, die Doktorarbeit geprüft und einen Bericht dazu auszugsweise veröffentlicht.Wenig überraschend kommt man dabei zu dem Schluss, Guttenberg habe entgegen eigener Aussage vorsätzlich getäuscht. Oder um es via Walter Schmitt-Glaeser in BILD-Sprech zu formulieren: Sie veranstalten eine „Treibjagd“. Schmitt-Glaeser weiter:

Mit ihrer Entscheidung hat sie Herrn zu Guttenberg in seiner gesellschaftlichen Existenz schwer beschädigt.

Verstehe ich das richtig? Nicht Guttenberg selber hat sich durch seine Schummelei beschädigt. Nein, hier wird dem Prinzip „Tötet den Boten“ gefrönt. Nach Meinung von Schmitt-Glaeser wäre der strafrechtlichen Relevanz mit der (nach wie vor temporären) Aberkennung des Doktortitels und dem Rücktritt zu Guttenbergs als Minister genüge getan. Schmitt-Glaeser weiß auch, warum die Uni Bayreut in ihrem Gutachten die falschen Schlüsse zieht:

Die Feststellung ist schon klar, aber die Begründung für die angeblich bewusste Täuschung ist in Wahrheit keine. Vergeblich sucht man nach stichhaltigen Argumenten.

Der ehemalige Vizepräsident der Uni Bayreuth erklärt dann auch, warum das Gutachten zu falschen Schlüssen gekommen sein muss:

Ich bin mir absolut sicher, dass Herr Guttenberg nicht bewusst getäuscht hat. Ich kenne ihn noch als Student: Er hat es nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken.

Stichhaltiger kann man es eigentlich nicht formulieren. m(

„Guttenplag“: Medien, Politik und Wissenschaft

Dienstag, 22. Februar 2011

Der Casus „Guttenplag“ entwickelt sich immer mehr zu einem hervorragenden Lehrstück, wie Medien, Politik und Wissenschaft hierzulande in der Gegenwart funktionieren.

Medial-existierende Politiker
zu Guttenberg setzt auf eine der kompromisslosesten medial-gestützten Karrierekampagnen seit Helmut Kohl. Insbesondere seine nicht ganz ungefährliche Nähe zu den Springer-Medien erwies sich bisher als genialer Schachzug. Wie einem publizistischen Pitbull überlassen zu Guttenberg und Gattin die Schlammschlachten der BILD-Zeitung. Auffallend selten hingegen äußern sich Herr oder Frau Minister direkt dem Blatt gegenüber – vielmehr lassen sie über sich berichten.

Des Barons Herold
Dies entspricht auch voll und ganz dem stets mitschwingenden Feudalimage, einem treuen Begleiter zu Guttenbergs in der (Springer’schen) Medienwirklichkeit. Damit fährt „KT“, wie man ihn in Berlin liebevoll bespitznamt, gezielt gegen die Fahrtrichtung insbesondere all jener Medien, die sich in ihrem Selbstverständnis vom Boulevardniveau distanzieren und doch gleichzeitig die real-existierende Beliebtheit des Politikers zähneknirschend akzeptieren müssen. Kein Wunder also, dass das Semi-Nachrichtenereignis rund um die Plagiatsvorwürfe rasant an Eigendynamik gewinnt. Jedwede objektive Auseinandersetzung mit dem relevanten politischen Outcome zu Guttenbergs fand und findet nur wenig öffentliches Interesse. Dass „KT“ Ex-Verteidigungsminister Steinmeier Franz Josef Jung für die Kunduz-Affaire opferte, selber jedoch immun gegenüber irgendwelchen persönlichen Konsequenzen aus Gorch Fock, Brieföffneraffaire und Russisch Roulette zu sein scheint – so what! Der Mann sieht doch blendend aus! Dass zu Guttenberg sich noch im Juli 2010 deutlich gegen eine Abschaffung der Wehrpflicht positionierte, sich aber nun als Initiator selbiger feiern oder verteufeln lässt – who cares! Sein Anzug sitzt perfekt!

Flucht nach vorn
Was bis dato zum Umfang „entlehnter“ Gedanken in Guttenbergs Arbeit „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU.“, die mit dem bestmöglichen Prädikat „summa cum laude“ bewertet wurde, an’s Tageslicht kam, wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit den Doktortitel kosten. Nach zunächst zögerlichen Reaktionen (Phase des „Nicht-wahrhaben-Wollens“) nebst VIP-Pressekonferenz, für die er einen immensen Kollateralschaden quer durch die gesamte politisch berichtende Presse in Kauf nahm, ändert „KT“ nun seine Strategie um weitere 90° und versucht sich in Selbstgeißelung. Da wundert es kaum, dass man ihm die Ernsthaftigkeit seiner Reue nicht so ganz abnimmt. Hinsichtlich journalistischer Mittel bedient man sich – querbeet – beim Boulevard. „Lügenbaron“, „Dr. Münchhausen“ nennt ihn der Stern so genüsslich wie wenig phantasievoll. „Populismus“ hält ihm die Süddeutsche vor. „Charakterschwäche“ attestiert ein Kommentar der Tagesschau. Es sind die gleichen Waffen, derer sich BILD schon immer im Kampf gegen unliebsame Politiker bedient, die sich zu Guttenberg unverhohlen zu Nutze macht und dafür nun die Quittung erhält.

Zwischen den Stühlen
Ein innerer Krieg muss derzeit bei der BILD-Redaktion toben. Wenngleich man dort mit Bigotterie noch nie ein Problem hatte, wie auch der aktuelle Fall zeigt, muss den Redakteuren im Springer-Haus in Anbetracht der sich häufenden „Hau drauf“-Vorlagen gehörig das Fell jucken. Und tatsächlich – trotz des (bislang) ungebrochenen Zuspruchs innerhalb der Bevölkerung erkennt man beinahe so etwas wie neutrale Zurückhaltung in der Berichterstattung zu „Guttenbergs Plagiats-Beichte“. Alleine die Bebilderung („Aktuell“, „Hintergrund“, „Mehr zum Thema“) spricht Bände. Ein Zeichen dafür, dass selbst die BILD dem hakenschlagenden Verteidigungsminister kaum mehr zu folgen vermag? Unterminiert doch dessen Krisenstrategie all jenes, was die zu Guttenbergs darstellen möchten: ein Rollenmodell der modernen, stets souveränen Konservativen. Rechtschaffen und ehrlich. Intelligent und geradlinig.

Schwarmwissen und verteiltes Recherchieren
And now for something completely different. Eher an den Rand rutschen nicht nur die objektive Betrachtung zu Guttenbergs politischer Kompetenz. Schwarmwissen verleitet zum Ideenklau. Das Internet hat in den letzten 15 Jahren die Verfügbarkeit von Wissen revolutioniert. Noch nie hatte man schnelleren und leichteren Zugriff auf solch enorme Mengen von Informationen. Führt dies möglicherweise zu einer schleichenden Entwertung geistiger Urheberschaft?

Ist es verwerflich, sich munter des Wissens anderer zu bedienen, um zu eigenen, neuen Erkenntnissen und Schlussfolgerungen zu kommen? Sicherlich nicht! Das ist, was den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess charakterisiert und von statischem Dogmendenken unterscheidet. Entbindet uns dies aber vom Respekt gegenüber demjenigen, der uns die Grundlagen unserer eigenen Erkenntnisse liefert? Nicht zuletzt die Sender-Empfänger-Charakteristik des Internets, die veröffentlichtes Wissen reflektiert, zwingt uns zu diesem Respekt, der jedem wissenschaftlich arbeitendem Menschen eigentlich innewohnen sollte. Eine Art Selbstregulatorium, dessen wir uns angesichts medialer Instanzen wie „Guttenplag„, für mich ein Wikileaks-Modell für die Wissenschaft, bewusst werden müssen.

Erkenntnisse
Nun stehen wir also, auf einer vermeintlichen Metaebene und beobachten, was da gerade zwischen Politik, Medien und Wissenschaft passiert. Die Mehrheit bekennt sich eindeutig zum Sieg der Darstellerqualitäten über politische Kompetenz. Medien, verunsichert ob dieser Mechanismen, die sie selber in nicht unerheblicher Weise mit zu verantworten haben, suchen nach neuen Strategien. Einer kann sich zurücklehnen: Karl Theodor zu Guttenberg. Er verkörpert das Rollenmodell künftiger Politikergenerationen. Schein über Sein. Marketing über Moral. Man darf gespannt bleiben.

Edit: Es war Franz Josef Jung, nicht Steinmeier. Danke; Alex 🙂

Lehrstunden des Boulevards

Mittwoch, 26. Januar 2011

So fasziniert (Schlange-kaninchentechnisch betrachtet) manche Leute das „Dschungelcamp“ verfolgen, lese ich in höchstem Maße amüsiert die BILD’sche Weltsicht der heutigen Guttenberg-Befragung. Ob meiner fatalistischen Weltsicht (Hurra wir verblöden alle!) bin ich indifferent, ob nicht auch der simpelste BILD-Rezipient diese dermaßen offensichtlich lancierte Glorifizierung des Barons zu Springers Gnaden durchschauen muss.

Ekel-Rituale, Sex-Attacken, menschenunwürdiger Drill (…)

Dies stimmt den Leser ein und entspricht dem bigotten Wortschatz des bunten, mit Lettern versehenen Einwickelpapiers. Kontextunabhängig; Sex kommt immer gut bei Diekmanns Truppen. Aber ich schweife ab… Also weiter, unspektakuläres Blahfasel zur Aktuellen Stunde, die einberaumt wurde… weil?

Denn die Opposition verlangt Aufklärung, schießt sich auf den beliebtesten Minister der schwarz-gelben Regierung ein.

Da sind sie wieder, die militärischen Metaphern. Der arme Baron unter schwerem Artilleriefeuer! Das nun folgende heitere Protokoll sollte man aus Gründen der Logik von hinten nach vorn lesen:

10.33 Uhr: Minister Guttenberg kommt federnden Schrittes zum Verteidigungsausschuss.

Where I stand the sun is shining all over the place“ *muahahaha* Bitte greifen Sie jetzt zum Popcorn!

Hinter verschlossenen Türen wollen dort vor allem die Oppositions-Abgeordneten den Verteidigungsminister „grillen“.

Die arme Wurst!

Unions-Abgeordnete fanden ihn überzeugend, die SPD natürlich nicht.

Natürlich nicht. Es ist ja auch die SPD! Spielverderber, elendige! Es wird fleißig spekuliert; man wäre so gern Fliege an der Wand. Also bleibt das weitere Geschriebs sekundärbequellter Spekulatius („Teilnehmer berichten“ usw.) Schließlich hat der Spuk ein Ende und der schwarze Baron tritt vor die Pressemeute:

Die erhobenen „Vorwürfe sind alle unbewiesen“. Gleichzeitig mahnt er dazu, erst die Aufklärung der Vorfälle abzuwarten.

Ahh! Deshalb hat er den Captain also abgesägt. Weil nichts weder bewiesen noch aufgeklärt ist. Ähm, wo versteckt sich hier die Logik? Ich habe sie noch nicht gefunden! Jedoch scheint die Befragung nicht vollends spurenlos am Minister vorbei gegangen zu sein:

Deshalb verteidigt er auch erneut seine (…) Suspendierung des Kommandanten der „Gorch Fock“. Sie sei jedoch nur vorläufig.

Na da schau her! Das ist gemeint, wenn von „hartem Durchgreifen“ schwadroniert wird! Ich diagnostiziere Symptome einer akuten Umfalleritis. Und wir lernen – er ist eben doch nur ein Mensch Politiker!

PS: Bitte dieses Gesamtkunstwerk unbeding selber lesen! Schaut euch nur mal das „fiese“ Foto von Hellmut Könighaus an. Da haben sie in der Redaktion bestimmt Stunden gesucht! Die Umfrage ist auch der Knaller! Ich würde darauf wetten, dass da rumgeschraubt wird. Und die Kommentare… ich sehe vor meinem geistigen Auge gerade 20 Leute im Springerbuilding sitzen und fleißig tippen. Großes Kino!

* Alle hervorhebungen von DS. *

Peak Guttenberg

Montag, 24. Januar 2011

Von nun an ging’s bergab

u.a. via Tagesschau.de

Link-O-Rama zum Wochenende

Freitag, 21. Januar 2011

„Der Journalismus siecht“
Die Zeit-Online berichtet über die Entscheidung des Leipziger Institutsrats der Kommunikations- und Medienwissenschaftler, den Fokus der Ausbildung weg vom Journalismus hin zur PR zu hieven.

Der Putz ist ab
Wer bisher trotz allem noch glaube, unser Herr Baron sei eine positive Ausnahmeerscheinung in der deutschen Politiklandschaft, sollte sich endlich eines besseren belehren lassen. Zu Guttenberg wieselt sich aus der Kritik an der Informationspolitik seines Ministeriums.

Wutbürger und die Massentierhaltung
Der Dioxinskandal bewegt vielleicht doch ein paar mehr Menschen, über die selbstverschuldete Industrialisierung unsere Ernährung nachzudenken. Die Verbraucherschutzministerin Aigner schenkt uns derweil kalten Kaffee ein.

Hard-Rock-Win
Ein 13-jähriger Norweger berichtet, er habe 4 Wölfe, die ihm auf dem Heimweg auflauerten, mit dem Lied „Overcome“ der Hard-Rock-Band Creed vertrieben. Das rockt!

Seitenwechsel
Mehr als nur ein Buchstabe: der Bürgermeister einer Gemeinde in Sachsen-Anhalt wechselt von der SPD zur NPD.

Wehrpflicht abschaffen

Montag, 14. Juni 2010

Dieser Herr Baron von und zu Guttenberg war mir ja von Anfang an etwas suspekt. Seine deutlich ungeschickten Aussagen während der Zensursula-Debatte wirkten wie die Worte eines von der Komplexität der Materie Überrumpelten. Etwas mehr Tiefenkenntnis sollte man von einem Politiker der jüngeren Generation schon erwarten.

Nunmehr auf den relativ ungefährlichen Posten des Verteidigungsministers verfrachtet, überrascht zu Guttenberg mit dem Vorschlag, die Wehrpflicht auszusetzen. Primär natürlich mit dem Ziel, Geld zu sparen. Heißt es. Nun, selbst wenn lediglich die klammen Kassen dafür sorgen sollten, dass dieser Käse endlich abgeschafft wird – sei es drum. Niemand braucht die Wehrpflicht in Deutschland. Eine Bundeswehr bräuchten wir auch nicht; aber da ein Natoaustritt in nächster Zeit eher unrealistisch erscheint, wäre eine ordentlich ausgestattete und ausgebildete Berufsarme die bessere Alternative. Lasst doch die harten Jungs sich richtig austoben und eine allgemeine Zivildienstpflicht einführen. Ein halbes Jahr Dienst an der Gesellschaft kann sicher keinem schaden.

Abseits aller Träumerei: Hütchen ab vor diesem Vorschlag eines CSU-Politikers. Sowas hätte man ja kaum von der SPD erwartet; ach was red ich