Mit ‘gottschalk’ getaggte Artikel

Ganz unten

Freitag, 22. Juni 2012

Stefan Kuzmany findet ja, dass RTL mit der Verpflichtung Gottschalks einen „Coup“ gelandet hätten. Ich finde das nicht. Was auf den zweiten Blick wie ein cleverer Schachzug Gottschalks und des Kölner Privatsenders aussehen mag, zeigt auf den ersten und dritten Blick nur eines: Gottschalk ist nun wirklich ganz unten angekommen. Na sagen wir fast ganz unten. In der Etage unter Dieter Bohlen gibt es immer noch das Dschungelcamp.

Kuzmany schreibt, dass Markus Lanz es nun noch schwerer haben wird, gegen das „Supertalent“ zu bestehen. Wird er nicht, denn Lanz hatte nie eine echte Chance mit dem toten Format „Wetten dass…“ etwas zu reißen. Dass die Macher der Sendung in ihrer Verzweiflung eine Blondineninfusion in Form von Michelle Hunziger neben Gottschalk auf die Bühne stellen mussten zeigt dies überdeutlich. Lanz, das Würstchen, der sogar für eine Kochshow zu harmlos ist wenn er neben dem burgermampfenden Schuhbeck steht, kann hier nur noch als Opferanode herhalten und wahrscheinlich auch müssen. Denn ein weiterer Moderatorenwechsel ist eher unwahrscheinlich. Eher kauft Stefan Raab die Idee und macht daraus die „Große Wett-WM“.

Aber auch den Casting-Formaten geht es längst nicht so gut, wie der Spiegel-Autor glauben machen möchte. Wer kann sich denn noch an den letzten, vorletzten oder vorvorletzten DSDS-Gewinner erinnern? Gottschalk war sich zwar zu „Wetten dass…“-Zeiten für keinen schmierigen Witz zu schade und seine Griffe in die orangenen Zonen der weiblichen Gäste waren ebenso vorhersag- wie unverzichtbar. Doch damit kann er gegen den pöbelnden Dieter Bohlen keinen Blumentopf gewinnen. Castingshows sind bestenfalls noch Prekariats-TV und Gottschalk aus einer Generation, in der man mit dem Wort „Blasenentzündung“ gegenüber einer Rentnerin noch Skandale auslöste.

Nein, Gottschalk klammert sich an das Rampenlicht wie ein Gotthilf Fischer, als er anno 2000 auf der „Loveparade“ rumgeturnt ist. So sehr ihn der Rausschmiss bei der ARD sicher gegrämt hat – mit dem Wechsel zum Kölner Privatsender tut sich der blonde Thomas keinen Gefallen. Wir werden das spätestens wissen, wenn er mit Gina Lisa Lohfink ins Dschungelcamp einzieht.

Qualität im Abwärtstrend: Gottschalk geht zur ARD

Freitag, 15. Juli 2011

Prestige [pʁɛs.ˈtiːʒ] bezeichnet den Ruf (Leumund) einer Person, einer Sache (z. B. eines Gegenstandes, eines Ortes oder einer Institution), oder einer Gruppe von Personen oder von Sachen in der Öffentlichkeit eines bestimmten kulturellen Umfeldes.

Quelle: Wikipedia

Über das „Prestige“, also den Ruf von Thomas Gottschalk kann man sicherlich streiten. Ohne Zweifel ist Gottschalk eine der zentralen Figuren der deutschen Fernsehunterhaltung. Ich erinnere mich noch an das damals revolutionäre Format „Na sowas…“: Turnschuhe, flapsige Sprüche; endlich einer, der aufräumte im miefigen Endsiebziger-geprägten Unterhaltungsgrau zwischen mittäglicher Zweikanal-Versuchssendung und Testbild. Neben Frank Elstner gelang es Thomas Gottschalk, der Sendung „Wetten dass…“ seinen Stempel aufzudrücken. Ein Format, in dem selbstreferentielle Kalauer und vorhersagbare Grapschereien durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Nun überrascht es ein wenig, in welchem Format die ARD „Deutschlands prestigeträchtigsten Moderator“ künftig einsetzen möchte:

Was sie dem Show-Giganten offerieren, scheint erstmal alles andere als attraktiv: ein Quickie vor der „Tagesschau“, wo der Moderator ohne Live-Publikum im kleinen günstigen Studio über tagesaktuelle Dinge plaudern, twittern und skypen soll.

Das „klingt“ nicht nur erst einmal alles andere als attraktiv – das ist vor die Wand fahren mit Anlauf. Bedenklich stimmt auch, dass Gottschalk mit der Sendung Teil einer Umstrukturierung der ARD sein soll, so zumindest die Meinung des Spiegel-Autors:

Zu dieser Image-Offensive gehört auch, dass die ARD-Neuerwerbung Kai Pflaume immer freitags zu seinem Quiz „Drei gegen Kai“ antritt.

Denn die ARD hat großes vor:

Dem Vorabend soll ein neues, größeres und vor allem auch jüngeres Publikum erschlossen werden.

Mit Gottschalk und Kai Pflaume? Man möge mir verzeihen, wenn der Artikel an dieser Stelle endet. Der Autor krümmt sich gerade vor Lachen am Boden…

Via Spiegel.de