Mit ‘e-commerce’ getaggte Artikel

Jesus, frei Haus!

Mittwoch, 17. März 2010

Das kennt sicher jeder: das heißersehnte Amazon*-Gute-Laune-Paket ist da, und neben der erworbenen Ware fliegen einem Unmengen an Rabattgutscheinen und Flyern entgegen.

Wenn man hingegen beim “ESD-EDV-Systemdienst im Haus Sonnenbring” bestellt, bekommt man ein ganz spezielles “Infopaket”:

Eine Bibel, Informationsbroschüren, eine selbstgebrannte DVD mit Filmen zur Mission für das christliche Gottesreich, Seminarkalender und mehr boten sich dem überraschten Käufer, der eigentlich nur einen neuen Notebooklüfter bestellen wollte.

Bei mir landet das Zeug sowieso da, wo es hingehört: in der Papiertonne! Davon abgesehen ist die Gefahr eher gering, dass ich bei einem Online-Shop bestelle, der es mit dem Fernabsatzgesetz nicht all zu genau zu nehmen scheint:

“Phil. 3,12: Nicht das Gesetz, sondern Christus ist unsere
Gerechtigkeit”, verkündet die Betreiberin [...]

Den armen Seelen, die trotzdem auf den Laden reinfallen, wünsche ich, dass irgendwo in der Bibel auch das 14-tägige Rückgaberecht Erwähnung findet!

Via wissenrockt.de

* – zu ersetzen durch den Onlineshop eurer Wahl

nPA auf der CeBIT

Mittwoch, 03. März 2010

Wer hat denn diese PR-Meldung bei der Tagesschau platziert?

Neben einer Biometriefunktion zur Identifikation soll die Plastikkarte auch rechtsgültige Geschäfte via Internet möglich machen.

Klar, E-Commerce war bisher eher so “Vertrauenssache”… oder?

Verbraucherrechte im E-Commerce gestärkt

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Sicherlich hatten sich bereits einige die feisten Fingerlein gerieben. Der Bundesgerichtshof hatte heute über bestimmte Klauseln bezüglich des Rückgaberechts im Fernabsatzhandel zu urteilen. Das weckte schon im Vorfeld Begehrlichkeiten, das zeigt zum Beispiel dieser schönen Rant bei Spiegel.de:

Ein Smoking für ein einziges Galadiner? Ein Satz Winterreifen für einen Kurztrip in die Berge? Viele Online-Käufer tauschen erworbene Produkte nach kurzem Gebrauch sofort wieder um. Möglich macht dies das umfangreiche Widerspruchsrecht – Händler fordern jetzt vehement eine Änderung. (…)

Der wirtschaftliche Schaden sei immens, sagte Wansleben: Allein über das Internet-Auktionshaus Ebay würden in Deutschland jährlich bis zu vier Milliarden Euro umgesetzt.

Den Zusammenhang zwischen Ebay-Umsätzen und wirtschaftlichen Schäden durch beschädigte, zurück gesendete Ware verstehe wer will – und überhaupt scheint mir die ganze Argumentation eher fadenscheinig. Schließlich gibt es das Rückgaberecht nicht erst seit gestern. Die Klamottenläden haben Rückläuferquoten von um die 30%, trotzdem steigen die Umsätze seit Jahren und auch die Produktvielfalt. Man schaue sich nur an, was z.B. aus Amazon geworden ist. Nein, der Online-Handel ist kein rechtsfreier Raum, wer etwas probiert und dabei kaputt macht, kann dafür vom Händler finanziell belangt werden. Mir selber ist das bisher noch nicht passiert, ich bin natürlich auch recht vorsichtig beim Antesten bestellter Ware, das gehört sich so. Bei den großen Anbietern staune ich immer wieder, wie kulant dort meist mit Retouren umgegangen wird. Oft werden Austauschsendungen bereits vor dem Abschicken der beanstandete Ware auf die Reise geschickt. Das sind dann genau die Shops, in denen man gerne wieder einkauft. Umgedreht nutzen viele Online-Händler eigene Scoring-Listen, so dass es schon einmal passieren kann, dass all zu dreiste Rücksender irgendwann nicht mehr im XY Shop einkaufen können.

Letztendlich geht es hier um eine Gleichstellung des Online- und Offline-Kunden, der ja auch im Laden etwas anfassen und probieren kann. Diese Auffassung unterstreicht denn auch das Urteil des BGH, welches zwei strittige Klauseln eines Ebayers bemängelte und eine stärkte, in der es um die Rückgabe speziell angefertigter Ware geht.

Via Spiegel.de, Golem.de

Zeigt her Eure Schnäppchen!

Montag, 02. November 2009

Quelle räumt seine Lager leer – sieht, hört und liest man derzeit in vielen Medien. Die Seite ist immer noch schwer zu erreichen, auf Ladezeiten von mehr als 2 Minuten sollte man sich gefasst machen.

Doch sind die Quelle-Angebote wirklich so gut, dass sich der Nervenkrieg mit den überlasteten Servern, potentiell langen Lieferzeiten und den Fragezeichen bei den Themen Garantie / Rückgaberecht wirklich lohnt? Ich habe mir exemplarisch 3 Angebote aus dem Bereich Technik angesehen.

1. Wii Active Personal Trainer

Preis Quelle: 52,99 + 5,99 Versand
Preis Amazon: 51,99

2. Siemens Handrührgerät MQ 95520

Preis Quelle: 25,99 + 5,99 Versand
Preis Innova: 21,99 + 4,99 Versand

3. Maginon DigitalkameraDC 6900

Preis Quelle: 52,99 + 5,99 Versand
Preis Amazon/Progallio: 79,99 + 4,95 Versand

Ich habe hier nicht lange gesucht, sondern die ersten 3 Produkte genommen, die mir in den Sinn kamen. Nur eines davon ist ein “echtes” Schnäppchen. Allerdings habe ich von der Marke Maginon noch nie was gehört; man findet, außer beim Amazon-Händershop und bei Quelle kaum weitere Angebote. Kundenrezensionen oder Bewertungen finden sich auch keine. Ich persönlich würde mir die Kamera nicht kaufen, auch nicht für knapp 60 EUR (da gibt es sicher Besseres, z.B. bei eBay).

Nun, auch wenn ich das Verschwinden der Marke Quelle bedauere (was haben wir die Quelle-Kataloge immer und immer wieder durchgeblättert, in der schweren Zeit und sind fiktiv einkaufen gegangen mit dem Taschenrechner); ich sage, man hat dort in der Führungsetage das Prinzip des Online-Handels nie wirklich verstanden. Dass da draußen in diesem Internet ein gnadenloser Preiskampf tobt. Dass man sich als großer Anbieter eigentlich nur über Kundenbindung am Markt halten kann, was Amazon und Otto recht eindrucksvoll demonstrieren. Aber das ist nun obsolet. Wie gesagt, eigentlich schade!

http://www.quelle.de/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/Quelle-quelle_de-Site/de_DE/-/EUR/Browse-Product?ProductID=qp_200009820462&ShopID=437364#{tab:Delivery}/lp=M/fr=10