Sommerloch 2012

Der Preis für das Sommerloch 2012 geht an: Peter Ramsauer. Der Verkehrsminister hat mit seinen Plänen, den Städten und Gemeinden Gestaltungsfreiheit bei der Wahl von Kennzeichen zu geben (oder wie die BILD-Online es so schön formuliert „Irsinn mit den Nummernschildern„) sicherlich den Peak an politischer Irrelevanz erreicht. Nun wäre die BILD nicht die BILD, könnte sie diese Unmeldung nicht noch mit dem einen oder anderen Fnord anreichern:

Sollen alte DDR-Kennzeichen wieder eingeführt werden dürfen?

Nein. Das soll nicht erlaubt werden.

Ja, auf diese Spekulation muss man erst einmal kommen. Nun ist es aber nicht so, dass die BILD-Redakteure sich alles aus den Fingern saugen müssen. Rainer Wendt, berühmt-berüchtigter „DPoIG-Chef“ erklärt, hält die Vorschläge aus dem Verkehrsministerium für keine gute Idee, denn:

„Die Kollegen werden die kryptischen Buchstabenkombinationen kleiner Ort [sic!] schwerer entziffern können. In der Folge wird es schwerer werden, die Täter bei Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu ermitteln”, sagte er.

Um es mit Fefe zu sagen „die besten der besten Sir!“ Ob ein Kreis- oder Stadtkürzel „kryptisch“ ist, mag nun sicher im Auge des Betrachters liegen. Eines ist aber unstrittig: dass Polizisten beim Ermitteln eines KFZ-Halter kein „Kennzeichenraten“ wie im Stau auf der Autobahn spielen.

Mal ganz davon abgesehen möchte ich an dieser Stelle auf die sogenannten „Vanity-Plates“ hinweisen, also Kennzeichen mit individuellen Kürzeln, wie sie in den USA oder z.B. auch bei unseren Nachbarn in Österreich üblich sind und mit denen sich die Kommunen sicher ein hübsches Zubrot verdienen. Herr Wendt kann die Kompetenz österreichicher Ermittlungsbehörden ja gern mal auf die Probe stellen, indem er probiert ohne Pickerl von Salzburg nach Wien zu fahren!