Wie oft denn noch?

18. August 2014

Qualitätsjournalisten bezeichnen den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte immer wieder als „EU-Gericht„. Mindestens genau so oft wird behauptet, Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ wäre in Deutschland verboten:

„Mein Kampf“ bleibt verboten.

Also, zum gefühlt tausendsten Male: Das Buch ist in Deutschland nicht verboten. Nach gängiger Rechtsauffassung liegen die Nutzungsrechte beim Freistaat Bayern. Der lässt das Buch nicht drucken; womit es defacto in Deutschland nicht verbreitet wird. Das bayerische Finanzministerium meint zwar, das Buch wäre aufgrund von Volksverhetzung verbotswürdig, aber das steht zunächst mal auf einem ganz anderen Blatt. Die ganze Geschichte findet man übrigens mit 2 Suchbegriffen und 2 Klicks bei Wikipedia anschaulich aufbereitet.

So sind wir (13)

13. August 2014

Der erheblich alkoholisierte Wirt rief lauthals den Hitlergruß. Ein 18-Jähriger urinierte unterdessen an einen geparkten Funkstreifenwagen.

Via TA

So sind Die Anderen

26. Juli 2014

Beim Eindringen in die Wohnung stand der 35-Jährige mit einem erhobenen 2-Kilo-Hammer im Flur und schlug mehrfach in Richtung der Polizeibeamten. Die Schläge verfehlten jene knapp und trafen den Türrahmen. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein und legten demMann Handfesseln an, wogegen er sich heftig wehrte. Ein Beamter wurde von ihm mehrfach in den Arm gebissen.

Nicht schlecht, aber eben doch eine andere Liga.

Via TA

So sind wir (12)

06. Juli 2014

Ein sogenanntes Event-Bike hat laut Polizeibericht in der Erfurter Innenstadt ein dreijähriges Kind angefahren und dadurch eine Massenschlägerei ausgelöst. Bis zu 60 Menschen prügelten zeitweise aufeinander ein.

 

Via TA & spiegel.de

So sind wir (11)

04. Juni 2014

Mit Pistole, Hammer, Dolch und zwei Messern ist ein 35 Jahre alter Mann in einer Erfurter Polizeiwache aufgetaucht. Dort habe er mit der Schusswaffe auf eine Beamtin gezielt

Via mdr

So sind wir (10)

02. Juni 2014

Der betrunkene Mann hatte seinen Begleiter gebissen und versuchte auch die Polizei anzugreifen. (…) Er versuchte sie [die Sanitäter] – genau wie die hinzu gerufenen Polizeibeamten – zu beißen, zu kratzen, zu bespucken und nach ihnen zu schlagen und zu treten.

Via Thüringer Allgemeine

So sind wir (9)

04. Mai 2014

Bei einem Streit würgten und schlugen sich eine Frau und ihr Lebensgefährte gegenseitig. Das ungeborene Kind der schwangeren Frau wurde laut Polizeiangaben dabei nicht verletzt.

Quelle: TA

Fehlurteil

08. Februar 2014

Man stelle sich folgendes vor: Ein PKW wird für einen Banküberfall genutzt und die Bank möchte ihren Schaden von der KFZ-Zulassungsstelle ersetzt haben. Völliger Unsinn, oder? Nun, das Landgericht Saarbrücken sieht das wohl etwas anders. In einem kürzlich gesprochenen Urteil ging es zwar nicht um Autos, Kennzeichen und Banküberfälle sondern um eine Internetdomain:

Das Landgericht Saarbrücken hat den deutschen Registrar des Bittorrent-Trackers H33t.com für Urheberrechtsverletzungen in Haftung genommen. Das Unternehmen musste den Zugang zu der Domain unterbinden, die nun unter einer neuen Top-Level-Domain wieder erreichbar ist.

Der betroffene Registrar Key-Systems denkt über eine Berufung nach. Mögen sie damit erfolgreich sein!

Quotenossi

03. Februar 2014

Irgendwie schaffe ich es seit ein paar Jahren, nach einer fröhlichen Runde an genau jenem Freitag im Jahr auf der Couch vor dem Fernseher zu sitzen, an dem RTL den Einzug in das „Dschungelcamp“ wiederholt. Meistens verliert sich meine Aufmerksamkeit nach einem kurzen Blick auf die Kandidaten und ich erwache mitten in der Nacht mit dem unguten Gefühl eine größere Menge an Gehirnzellen verloren zu haben.

Wer bei „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ einzieht, war entweder irgendwann mal ein „Star“ oder wäre gern einer. Ein Karrieresprungbrett ist die Sendung dabei für keinen der Protagonisten; allenfalls verschaffen sie sich einen ersten oder letzten größeren Schwung an Aufmerksamkeit, bevor sie mit etwas Glück Baumärkte und Autohäuser eröffnen dürfen.

Den einen oder anderen kennt man noch: Mola Adebisi moderierte bei VIVA, als dieser noch ein Musiksender mit durchaus anarchistischen Tendenzen war; Tanja Schubert kenne ich von „RTL Samstagnacht“. Winfried Glatzeder, den sie wie ich mich zu erinnern meine als „Don Juan der DEFA“ vorstellten, sprach von seinem „vielleicht letzten großen Abenteuer“ als Antwort auf die von ihm selbst gestellte Frage „Warum macht der das?“. Traurig.

Nun, die anderen Kandidaten bewegten sich zwischen „Name mal gehört“ und „wer zum Teufel ist das“. Offenbar fiel es auch dem SPIEGEL schwer, die Gewinnerin Melanie Müller in den richtigen Kontext zu setzen. Und so reduziert das Magazin das Erotikmodel auf eine ihrer wesentlichen Eigenschaften:

Nach einer letzten Prüfung (…) setzte sich die Ostdeutsche Melanie Müller überraschend als Dschungelkönigin durch.

Wenn man ein österreichiches Model ist, ist man auch beim Spiegel ein österreichiches Model. Wenn man Jochen Bendel ist, ist man einfach der „Ex-‚Ruck-Zuck'“-Moderator, aber wenn man aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen kommt ist man schlicht und ergreifend: Ostdeutscher.

Nobelpreis für Snowden?

29. Januar 2014

Edward Snowden wurde für den Friedensnobelpreis nominiert. Ich finde nicht, dass Snowden den Preis verdient hat. Nicht, bevor Barack Obama seinen wieder zurückgegeben hat. Zur Erinnerung: Obama erhielt den Preis 2009 für, nun ja wofür eigentlich?

für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken

Ach ja, das war’s. Schon klar.