Könnt’ alles schlimmer kommen. Es könnte regnen!

Es gibt Tage, die sind so durchwachsen wie ein anständiges Thüringer Brätel. Und geregnet hat’s auch. 3 4 Mal. Wenn ich die Quintessenz aus dem Tag ziehe, hätten wir auf der SOLL-Seite:

(-) Regen / Gewitter
(-) kein Mittagessen aufgrund von Terminen
(-) emotionales Tief am Nachmittag
(-) Slalom vorbei an tätowierten 50+ Muttis, die auf Nik P. warten

Die HABEN-Seite hingegen sieht so aus:

(+) Gute-Laune-Paket ist angekommen
(+) Dem Regen radelnderweise knapp entkommen
(+) Nik P. in der örtlichen Einkaufspassage noch knapper entkommen (Einkaufspassage ist doch gerade so über Baumarkt, oder? Der gute Nik sollte sich demnächst von Fenstern über Erdgeschosshöhe fern halten…)

Wie kann man den negativen Saldo nun ausgleichen? Da gibt es an sich nur eine Lösung: Soul Food! Und da wir ja gerade Saison haben, gibt es heute: Spargel! Man nehme (2 Portionen):

  • 500g Spargel (deutscher Bio-Spargel, 500g für schlappe 2 EUR)
  • 250g junge, rote Kartoffeln
  • 1/2 Schweinefilet
  • 1 Bio-Zitrone (1/2 – 1 EL Zitronensaft), 125g Butter, 1 Eigelb, Salz, weißer Pfeffer für die Sauce Hollandaise
  • Kochmusik, z.B. Tannhäuser (hier in der getragenen Furtwängler-Version mit den prägnanten Streichern und etwas penetranten Bläsern)

Kochtechnisch ist das Gericht, mal abgesehen von der Sauce Hollandaise, eher ein logistisches Problem. Die Kartoffeln brauchen tendentiell am längsten, gefolgt vom Spargel. Das Filet brät sich schnell durch, aber man muss es dabei genau beobachten. Die Hollandaise ist IMMER der letzte Arbeitsgang und braucht unbedingt Konzentration! Am besten, man heizt sich den Ofen auf 60° vor, um die fertigen Komponenten warm halten zu können.

Zunächst wird das Filet ordentlich gesalzen und gepfeffert. Jetzt kann das Wasser für die Kartoffeln auf den Herd. Danach ist der Spargel an der Reihe. Schälen & die festen Enden abschneiden (die kann man aber mitkochen, auch die Schale und sich aus dem Kochwasser eine feine Spargelcrémesuppe zaubern!)

Wenn das Kartoffelwasser kocht, hinein mit den Erdäpfeln und die Hitze reduzieren. Nun kann man das Spargelwasser aufsetzen. Die Kartoffeln brauchen etwa 20-25 Minuten je nach Größe im köchelnden, der Spargel zwischen 12 und 15 Minuten im kochenden (!) Wasser. Während das Gemüse vor sich hin gart, widmet man sich dem Filet, das am besten in heißem Butterschmalz ca. 8 Minuten in der Pfanne gebraten wird. Dabei öfter wenden, damit alle Seiten schön angebraten werden. Bei einem größeren Stück lohnt sich übrigens auch umgekehrtes Niedertemperaturgaren für die Zubereitung.

Das Gemüse ist bissfest, das Fleisch im richtigen Garzustand. Ab damit in den Ofen zum warm halten. Das Kartoffelwasser aber nicht wegschütten – man benötigt es für die Hollandaise! Zuerst schmilzt man vorsichtig die Butter in einem Topf und stellt ihn zur Seite. In einer Schüssel schlägt man Eigelb, Wasser und Zitronensaft im Wasserbad zu einer cremigen Masse. Vorsicht, die Grenze zum Gerinnen ist sehr dünn! Sowie die Cremigkeit eintritt, gibt man vorsichtig die flüssige Butter dazu. Zuerst in sehr kleinen Mengen, die man nach und nach erhöhen kann. Ist die Butter eingerührt, wird die Sauce mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und sofort serviert.

Hat man alles richtig gemacht, steht am Ende folgendes Gericht auf dem Tisch: