Jahresrückblick 2009

Ein aufregendes Jahr neigt sich dem Ende, und es ist nun beinahe schon Domspitzen-Tradition, kurz vor den Feiertagen ein wenig zu resümieren…

Im Januar beschäftigte uns eine interessante Debatte um die “Zeitungszeugen” – originale Nachdrucke von Zeitungen aus der Zeit der Nazi-Diktatur. Darf man das? Soll man das? Nun, am wenigsten geschadet hat diese typisch bundesdeutsche Diskussion wohl der Auflage von besagtem Druckwerk. Wir lernten im Februar, wie fragil unser globalisierter Wirtschafts- und Finanzmarkt letztendlich ist. Davon blieben auch unsere Freunde im kalten Russland nicht verschont.

Der März war offenbar so langweilig, dass außer ein paar Sticheleien gegen die Kickers Kernberghausen wenig Aufregendes zu berichten gab. Bischof Mixa schickte uns mit ein paar lustigen Sprüchen in den April und bewies damit eindrucksvoll, dass man in Rom in Sachen Toleranz auch nach 2.000 Jahren noch nichts dazu gelernt hat. Erfreuliches gab es im Mai zu vermelden: Derbysieg! Wolfgang “Stasi 2.0″ Schäuble hat uns besucht und ordentlich Gegenwind bekommen – feine Sache das!

Richtig spannend wurde es im Juni. Die Debatte um Zensursulas Wahlkampfaktionismus gewann zunehmend an Fahrt und die SPD setzte die entscheidenden Spatenstiche für ihr eigenes Grab. Mach’s gut, deutsche Sozialdemokratie! Dafür gelang es einer neuen politischen Kraft, sich in Szene zu setzen – das wurde ja mal wieder Zeit! Wenn man sich nicht mal mehr auf die ehemaligen Turnschuh-Rebellen verlassen kann… ja, schon gut, bin halt manchmal etwas naiv. Schauen wir in den Juli. Ganz Deutschland () rechnete, was ein Ausflug mit dem Daimlerwagen nach Spanien kostet. Ein ganz großer des Motorsports kehrte beinahe ins Cockpit zurück. Ein anderer, ganz großer der Popgeschichte wurde Opfer seiner eigenen Existenz.

Der August war mal wieder nicht so sommerlich, wie erhofft. Globale Erwärmung? Also ich merk nix… ;-) EON RWE auch nicht und versuchte, mit einer plumpen Kampagne den radioaktiven Abfall vom Image wegzuwischen. Die Verräterpartei bewegte sich nun offen im Schlingerkurs. Es gab ein wenig schmutzigen Wahlkampf und wir konnten das letzte Mal am Stausee Hohenfelden mit 10.000 besoffenen Asis die Grenzen des Bierkonsums ausloten. Nach dem Derbysieg war die Stimme dann auch mal für 4 Tage außer Haus. Aber wir haben schön gekocht!

Im September erschien ein neues Kapitel aus er beliebten Reihe “Tierseuchen – eine Panik für die ganze Familie” in den Massenmedien. Nun, wenigstens blieben die armen Schweine von größeren Massentötungen verschont. Nachdem nun klar war, dass die SPD nicht mehr wählbar ist, gab es ein wenig überraschendes Wahldebakel und bescherte uns die zweite Frau an der Spitze unseres lieb Vaterlands. Der Ostblock geriet kollektiv ins Kotzen, nachdem Barack Obama Kassensturz gemacht hat und den StarWars 2.0-Raketenschild vom Einkaufszettel streichen musste. Durch “Bluewater” zeigte sich, warum die etablierte, klassischen Medien immer noch mit dem Internet hadern – sie haben es noch nicht vollends verstanden. Unser abgewatschter Thüringer Landesvater machte auf David Copperfield: erst war er fort, um kurze Zeit später wie aus dem Nichts wieder in den Landtag zu marschieren.

Der goldene Oktober ließ Koalitionsverträge sprießen und weckte bei manchen einmal mehr den Traum von noch viel, viel mehr Geld. Wir mussten lernen, dass Vereinsmeierei auch (oder vielleicht immer) das Schlechte im Menschen hervorbringt. Eine große Marke räumte endgültig seine Läger und brachte Domspitzen einen All-Time-Besucher-Peak! Die FDP blieb sich selbst treu und die Zeitung mit den vier großen Buchstaben tat es ihr gleich. Schmerzlich mussten wir im November zusehen, was passiert, denn Politik und Wirtschaft das Zepter in den Medien schwingen. Herr Diekmann wurde eindrucksvoll in Kunststoff verewigt. Wir feierten das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls auf unsere ganz eigene, unnachahmliche Art. Die Pharmaindustrie versuchte noch einmal, eine zweite Schweinegrippepanik zu lancieren – jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Erfolgreicher war man in England mit dem mundtotmachen von schlauen Köpfen. Und wir haben leider nicht ganz so gut gekocht.

Der Dezember is
t noch nicht vorbei, aber schon schafft es Springer einmal mehr, uns zu überraschen. Die Contentmafia liefert uns einen schönen Diskussionsansatz zum Thema Filesharing und wir haben Domspitzen ein wenig Dampf unter der Datenbank gemacht.

Naja, hätte alles besser kommen können. Aber auch schlimmer. Ein wenig Zweckoptimismus ist ja auch nicht verkehrt und immerhin fahren wir noch nicht mit selbstgeschweißten Panzerfahrzeugen durch die Gegend, während Tina Turner und der Master Blaster hinter uns her sind. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr ;-)

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