Mit Pasta ist es ein bisschen wie mit der Liebe: Manchmal hat man Heißhunger und es muss schnell gehen. Doch der wahre Genießer lässt sich Zeit und greift nicht vorschnell zum Miraculi-Baukasten. Oder noch schlimmer; Nudeln mit Ketchup…
Die Idee ist, eine leckere Pasta mit möglichst wenig Fertig-Produkten zuzubereiten. Dafür werden folgende Zutaten benötigt:
- 405er Mehl
- 3 Eier (Eigelb)
- gutes Olivenöl
- 1 Dose geschälte Tomaten oder Tomatenstücke
- 5-6 Cherrytomaten
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- Stück Pecorino (oder Parmesan)
- Salz (am besten Fleur de Sel)
- Brauner Zucker
- Pflanzenöl
- Butterschmalz
- frische Basilikumblätter
Das klingt erstmal viel; jedoch lassen sich fast alle Zutaten prima einlagern, so dass man diese Pasta an sich zu jeder Tages- und Nachtzeit zaubern kann
Zunächst fertigt man den Nudelteig. Dazu drückt man in das gehäufte Mehl eine Mulde und gibt die Eigelb und etwas Olivenöl hinein. Mit einer Gabel mit dem Mehl vermengen, bis keine Flüssigkeit mehr übrig ist. Mit den Händen zu einem Teig verkneten; dabei so lange Mehl hineinkneten, bis keines mehr am Teig kleben bleibt. Das erfordert durchaus ein wenig Geduld und Kraft! Den Teig in einer Frischhaltefolie ruhen lassen.
Die Cherrytomaten halbieren und auf ein Blech oder einen Rost mit Alufolie verteilen, mit Salz und braunem Zucker bestreuen. Ca. 30 Minuten im Ofen bei 90° trocknen lassen, die Ofentür sollte einen Spalt geöffnet sein.
Die Zwiebel fein würfeln. Je nach Knoblauchtoleranz entweder die Zehe mit einem Messer andrücken oder teilen, andrücken und sehr fein würfeln. Durch das Andrücken können bestimmte Enzyme im Knoblauch erst miteinander reagieren! Reichlich Öl und etwas Butterschmalz in einem Topf oder einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig andünsten (die angedrückte Zehe danach herausnehmen). Basilikumblätter grob zerschneiden und dazugeben. Kurz bei kleiner Flamme glasig werden lassen, damit sich die Aromen ausbreiten können. Nun die Tomaten hinzugeben und etwas braunen Zucker. Der unterstreicht sehr schön das Tomatenaroma! Bei kleiner Flamme köcheln lassen. Ganze geschälte Dosentomaten eignen sich prinzipiell eher, sollte man keine sonnengereiften, frischen italienischen Tomaten zur Hand haben. Auf gar keinen Fall sollte man Holland-Tomaten verwenden, denn damit bekommt man mit Sicherheit kein Aroma in das Gericht.
Der Nudelteig kann jetzt sehr dünn ausgerollt werden. Auch ohne Nudelmaschine lassen sich mit einem langen, scharfen Messer leicht dünne Spaghetti aus dem Teig schneiden.
Wasser aufsetzen und am Siedepunkt salzen. Die Nudeln ca. 4 Minuten bei reduzierter Hitze ziehen lassen. Bevor man die Nudeln in ein Sieb gießt, zwei Eslöffel Nudelwasser zur Soße hinzufügen. Die Nudeln, die mittlerweile angetrockneten Cherrytomaten und etwas geriebenen Pecorinoin die Soße geben, Hitze aufdrehen und heiß werden lassen, dabei schwenken. An und für sich kann man auch Parmesan nehmen, das ist sicherlich Geschmackssache. Ich persönlich gebe dem Pecorino den Vorzug, da dieser ein recht salziges und kräftiges Aroma hat und damit perfekt mit dem eher süßlichen Tomatenarome harmoniert.
Beim Servieren mit Pecorino bestreuen, mit Basilikum dekorieren und zu einem trockenen Rotwein genießen!