Skurile und erstaunliche Erlebnisse eines Erfurters in der verbotenen Stadt.
Potjomkinsche Dörfer
Die kleine slawische Stadt im Leutratal hat im WK-2 so einiges mitgenommen – nun, dafür kann ja erstmal keiner was. Die Produktionsstätten von Carl-Zeiss, Schott und die ME 262-Produktion bei Kahla boten den Alliierten genügend Angriffsfläche. Was die Bomben verschonten, fiel nach dem Krieg dem Reißbrett zum Opfer. Entsprechend bot sich dem Besucher bis Mitte der 90er Jahre ein grausiges Bild der Altstadt, welche eigentlich keine mehr war. Einiges blieb nun doch erhalten – z.B. das Haus “Zur Sonne” am Markt. Um so unverständlicher ist die Tatsache, dass dieses Gebäude seit der “Wende” ein sehr trauriges Dasein führt – unsaniert dient es als wilder Taubenschlag und vielleicht dem einen oder anderen Nichtsesshaften als Schlafstätte. Mehrfach wechselte der Besitzer – zuletzt plante eine bayrische Brauerei die Sanierung zu einem natürlich bayerischen Bierlokal, was nach Anwohner- und Anliegerprotesten gestoppt werden konnte. Zwischenzeitlich wurde der Keller der “Sonne” als potentielle Fundgrube für Archäologen entdeckt (dazu muss man wissen, dass hierorts alles, was älter als 100 Jahre ist, von Archäologen untersucht werden muss…).
Nun, da die “Sonne” einem kommunalen Wohnungsunternehmen gehört, bietet sich seit dem Wochenende ein ganz erstaunliches Bild:
Hex-hex – aus alt mach neu: Was hier so einladend aussieht, ist lediglich eine bemalte Plane (Foto: G.Bonyhadi)

Naja wenigstens haben wir hier historische Stätten und versuchen einen guten Eindruck zu machen … das kann man ja von den Vieselbachern nicht gerade behaupten
beim Versuchen bleibt es dann aber auch:)