Spoiler-Alarm!
Als ich gestern abend aus dem Kino kam, wusste ich nicht genau, was ich von Tarantinos “Inglourious Basterds” zu halten hatte. Nach einer Nacht Schlaf ist das nicht wesentlich besser geworden. Einige Worte möchte ich dazu aber trotzdem verlieren.
Kurz zum Plot: Lt. Aldo Raine (Brad Pitt) zieht mit einem schlagkräftigen, jüdisch-amerikanischen Trupp durch das von den Nazis besetzte Frankreich, um durch besonders brutale Morde an Wehrmachtssoldaten die Moral der Deutschen zu untergraben. Durch einen Zufall ergibt sich die Möglichkeit, die komplette Spitze der militärischen und politischen Führung der Deutschen inklusive Adolf Hitler (sic!) bei der Premiere des Heldenepos “Stolz der Nation” in die Luft zu sprengen. Raines Truppe nimmt sich des defizilen Auftrags an, wird dabei aber vom deutschen Detektiv Hans Landa (sensationell: Christoph Waltz) enttarnt. Fast droht das ambitionierte Projekt zu scheitern, wäre da nicht die Kinobesitzerin Shosanna Dreyfus, die Landa vor Jahren knapp entkam und immer noch auf Rache für ihre ermordete Familie sinnt.
Der Film ist unverkennbar ein Werk Tarantinos. Bereits die TItelmusik, die fast zu stark an Kill Bill erinnert, stimmt auf die kommenden 153 Minuten ein. Was folgt , ist ein allerdings etwas träger Plot, der tatsächlich erst 30 Minuten vor Schluss in Fahrt zu kommen scheint.
Tarantino arbeitet mit deutschen Schauspielgrößen wie Till Schweiger, Gedeon Burkhard und dem bereits genannten Christoph Waltz, legt sehr großen Wert auf Kulissen und spart in der ihm eigenen Art Filme zu machen auch nicht mit Blut und allerlei ekligen Details.
Inglorious Bastards wird bei IMDB bereits mit 8.7 Sternen bewertet; was für mich nicht wirklich nachvollziehbar ist. Irgendwie scheint Tarantino zwischen verschiedenen Erzählschienen zu taumeln, nicht im Stande sich zu entscheiden, ob er dem Publikum eine Gewalt-Persiflage á la Kill Bill, ein Kriegsdrama oder eine Hitler-Parodie präsentieren möchte. Der Film beginnt sehr ernst, gleitet zunehmend ins Groteske ab und endet in einem irrwitzigen Gemetzel, wie es sich ein kleiner Junge vorstellt, dem der Opa das erste mal vom 2. Weltkrieg erzählt hat. Sicher mag die Vorstellung einen gewissen Charme haben, dass man einfach alle Nazi-Größen in einem Kino zusammentrommelt und niedermetzelt. In den Augen eines 10-jährigen.
Erwachsene bevorzugen “Der Untergang” und schauen sich danach vielleicht noch Helge Schneiders “Mein Führer” an, womit Hirn und Lachmuskeln gleichermaßen sinnvoll beansprucht werden, auch ohne Skalpierungen in Nachaufnahme.
