Der Christ und die Pressefreiheit

Die „Titanic“ illustriert ihre aktuelle Ausgabe mit einem Foto des Papstes, auf dem selbiger mit einem gelben Fleck auf seiner Soutane abgebildet ist. Die Bildunterschrift „Undichte Stelle gefunden“ spielt dabei auf die „Vatileaks“-Affaire an; kürzlich wurde ein Informant enttarnt, der Vatikan-Interna an die Presse lancierte. Das Foto kann man lustig finden (ich habe sehr gelacht) oder geschmacklos. Ja sogar würdelos. Aber genau das muss Satire dürfen: überspitzen, übertreiben, Grenzen ausloten. Wenn man in einem Land aufgewachsen ist, in dem man für einen politischen Witz eine Gefängnisstrafe riskierte, findet man Presse- und Kunstfreiheit wahrscheinlich besonders wichtig. Man kennt es eben auch anders. Das Verhältnis der CSU zur Freiheit der Kunst ist hingegen ein gänzlich anderes:

Der Chefredakteur sei seines Berufes nicht würdig. Er persönlich würde ihm „die Lizenz zum Schreiben entziehen“, so Goppel weiter.

Astreine Demokraten, diese Leute von der CSU. Wahrlich.

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