Archiv für die Kategorie ‘Wichtig’

Gegen den Papstwahn: Demos am 23. und 24. September

Freitag, 05. August 2011

Im Rahmen des Papstbesuches wurden in Erfurt zwei Demonstrationen angemeldet. Am 23. und 24. September 2011 finden auf dem Bahnhof bzw. Anger Veranstaltungen unter dem Motto “Heidenspaß statt Höllenangst” statt. Ich hoffe, es finden sich möglichst viele Ketzer ein, um “der Welt” zu zeigen, dass in Erfurt die Vernunft das Sagen hat und nicht eine anachronistische Sekte, die Kinderschänder deckt, Homosexuelle diskriminiert und das Geld ihrer dummen Schafe zum Fenster hinaus wirft, anstatt die Hungrigen zu füttern – wie sie es doch so gern selber behaupten! Manch einer macht sich übrigens schon Gedanken über das Image unserer Landeshauptstadt:

“Ich halte es für eine Katastrophe, wenn an einem derart historischen Tag demonstriert wird.”

Sagt zum Beispiel Rechtsanwalt Spilker, Vorstandsvorsitzender des Vereins City Management Erfurt. Na dann hoffen wir mal auf ein katastrophales Septemberwochenende! Weitere Informationen: http://papstabschaffen.blogsport.de/demokundgebung/

Via TLZ

Bitte Vorräte aufstocken

Dienstag, 19. Juli 2011

Wer regelmäßig Frlan’s Blog liest, hat ja bereits vor 1 1/2 Jahren angefangen, Vorräte zu hamstern. Hier nun noch einmal die freundliche Erinnerung, ruhig noch ein paar Konserven nachzukaufen und am besten gleich noch etwas Saatgut. Sogar das Hamburger Boulevardmagazin “Spiegel” spricht jetzt schon von einem globalen “Finanz-Armageddon”. Diejenigen unter euch, die sich zur Balls-of-Steel-Fraktion rechnen, können jetzt auch langsam immense Schulden anhäufen und hemmungslos dem Hedonismus frönen!

Ach ja, zum Einlesen: “Überleben in natur und Umwelt

Ungarn installiert gerade ein Reichspropagandaministerium

Samstag, 25. Dezember 2010

Sehr bedenkliche Nachrichten lesen wir derzeit aus aus Ungarn: Viktor Orbáns Fidesz-Regierung, die das Parlament seit den letzten Wahlen mit einer Zweidrittelmehrheit dominiert,  möchte mit einem umstrittenen Gesetz die Berichterstattung im Land in geregelte Bahnen lenken. Geregelt heißt in dem Fall, dass eine Kontrollkommission sämtliche (!) Publikationen im Land kontrollieren und nicht genehmen Autoren Geldstrafen auferlegen darf. Offiziell spricht man von einer “ausgewogenen” Berichterstattung – zwischen den Zeilen liest sich das Ganze wie eine klassische Zensurbehörde ohne jegliche parlamentarische Kontrolle.

Rechte im Aufwind

Einen Trend zum Rechts-wählen kann man in Ungarn bereits seit einiger Zeit beobachten. Dies manifestiert sich insbesondere in Form der ultra-nationalistischen Partei “Jobbik”. Jobbik bedeutet übersetzt so viel wie “besser” – oder auch “rechter”; hergeleitet vom ungarischen Begriff für Rechts, “jobbra”.  Jobbik, die bei den letzten Wahlen über 16% der Stimmen erhielten, profitiert dabei von gesellschaftlichen Entwicklungen, die man auch in anderen Teilen Europas und insbesondere Osteuropas beobachten kann. Ökonomische Missstände lassen die Bevölkerung nach Schuldigen suchen und stärken nationalistische Tendenzen. Dies erkennen wir auch im eigenen Land, man denke nur an die aktuelle “Integrationsdebatte”.

Im Gegensatz zu Deutschland pendelt über den Ungarn jedoch kein Damoklesschwert der geschichtlichen Verantwortung. Die Ungarn sehen sich eher als Opfer der politischen Kämpfe des 20. Jahrhunderts. Zunächst zogen die Habsburger Ungarn durch die K&K-Monarchie auf die Anklagebank der Schuldigen des Ersten Weltkriegs, was zur Konsequenz hatte, dass das Land ca. zwei Drittel seines Territoriums verlor. Im Zweiten Weltkrieg geriet Ungarn wieder in die Reihen der Achsenmächte, es folgten bekanntermaßen 40 Jahre Diktatur als Satellitenstaat der UdSSR. Ausgerechnet die Ungarn waren es, die als erste die Grenzen zum Westen öffneten und damit den Untergang der kommunistischen Regime in Europa einläuteten.

Diese Einschätzung mag dem einen oder anderen etwas unkritisch erscheinen, aber ich schreibe dies aus der Perspektive der Ungarn selber – das Land ist schließlich so etwas wie meine zweite Heimat. Und nur wenn man die ungarische Perspektive versteht, begreift man die aktuellen politischen Tendenzen im Land.

Diese Tendenzen haben den ehemaligen Freidemokraten und jetzigen Rechtspopulisten von Fidesz an die Macht geholfen. Eine starke Demokratie muss auch mit einer solchen Mehrheitsentscheidung zurecht kommen. Kann sie das noch, wenn wichtige Instrumente der Meinungs- und Willensbildung unter parteiliche Aufsicht gestellt werden? Wir als Deutsche können diese Frage beantworten – vor allem über die Kontrolle der Medien konnte es der zunächst demokratisch gewählten Hitler-Regierung gelingen, Deutschland in die Diktatur zu führen.

Parallelen zur politischen Entwicklung Deutschlands in den 30er Jahren bieten sich auch deswegen an, da das Protestpotential in Ungarn gegen die geplanten Maßnahmen erstaunlich gering ist. Man ist froh, wenn man den Bauch voll bekommt – da gerät die Meinungsfreiheit auch gern mal auf die hinteren Ränge. Oder wie es jemand auf den Webseiten der Tagesthemen so repräsentabel kommentiert:

Die uneingeschränkte Pressefreiheit hat längst nicht nur Gutes gebracht. Viele Menschen sind nicht zu letzt durch sie zu Schaden gekommen, siehe Lady Diana.

Es ist natürlich völliger Blödsinn, den Tod von Lady Diana in den Zusammenhang mit der Pressefreiheit zu stellen. Die gute Frau kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, der nicht passiert wäre, hätten sich alle Protagonisten an geltendes Recht gehalten. Aber es zeigt sehr deutlich, mit welcher Argumentation Menschen sich Situationen schönreden. Gleiches ist von der Mehrheit der Ungarn zu erwarten.

Ungarn soll am 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Wie Europa mit dieser Tatsache im Hinblick auf das geplante Zensurgesetz umgeht, wird viel über die Stärke der Europäischen Demokratie aussagen. Ich bin gespannt!

ZDF: Klage wegen Brender-Rauswurf

Dienstag, 30. November 2010

Nachdem sich die CDU im November des unbequemen ZDF-Journalisten Nikolaus Brender entledigt hatten, hat der rheinland-pfälzische Ministerrat jetzt die Einreichung eines Normenkontrollantrags beim Bundesverfassungsgericht beschlossen. Dabei soll die Staatsferne des Senders geprüft werden. Man darf gespannt sein!

Via TAZ Online

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus! (2)

Freitag, 29. Oktober 2010

Die Argumente sind fast immer dieselben:

“Wir sind doch die eigentlichen Tierschützer. Wo wird mehr getan dafür, dass Menschen so nah mit Tieren in Kontakt treten können wie bei uns im Circus?” Da sehen Kinder Tiere, denen sie sonst nie so nahe kommen. Und wo können sie schon mal ein Nashorn streicheln. Das gebe es ja nicht mal im Zoo.

Worum geht es? Zurzeit gastiert der “Circus Voyage” in Thüringen, der mit dem Slogan „Eine Reise durch die größte tierische Circusshow“ wirbt. Gezeigt werden laut Homepage “über 80 Tiere”, darunter auch afrikanische Elefanten, ein Nashorn und ein Flusspferd. Zu Recht wird diese Form der “Unterhaltung” von immer mehr Menschen kritisiert.

Mit einem sehr seltsamen Verständnis von “Tierschutz” halten die Zirkusbetreiber gegen. Was hat es mit Tierschutz zu tun, Wildtiere zum Vergnügen vorzuführen, ihnen “Tricks” beizubringen, die mit dem natürlichen Verhalten der Tiere nichts zu tun haben? Wie kann man von Tierschutz sprechen, ohne eine artgerechte Haltung auch nur ansatzweise sicherstellen zu können und die Tiere stattdessen hunderte Kilometer, eingepfercht in Transportcontainer, durch die Gegend zu bugsieren? Welches Verständnis von Tierschutz vermittelt man Kindern, wenn man damit meint, Wildtiere müssten sich begaffen und begrapschen lassen?

Und außerdem: Die Tiere, die im Circus leben, tun das schon seit Generationen, haben also nie die afrikanische Steppe oder den Urwald gesehen. “Wir tun also etwas für den Erhalt der Arten!”, betont Bettina Richter [...]

Es war auch bis vor nicht allzu langer Zeit üblich, Menschen mit Behinderungen und Missbildungen oder einfach nur mit dunkler Hautfarbe in Freakshows oder sogenannten Völkerschauen zu präsentieren…

Via OTZ, TSV Jena (PDF)

Kulinarium XXII: Kochevent

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Es ist bei uns eine schöne Tradition geworden, die gesammelten Erkenntnisse diverser Kochexperimente mit Freunden zu teilen. Am Samstag war es mal wieder so weit: Kochevent! 8 Stunden schnippeln, kochen, essen und trinken…

1. Gang: Gespießte Garnele mit Kürbis-Süßkartoffelgemüse

img_0903 Die Garnelen werden auf Zitronengras gespießt und in der Pfanne in Knoblauch und Öl gebraten. Das Gemüse besteht im Wesentlichen aus Kürbis (Hokkaido oder wie hier Patisson) und Süßkartoffel, welche jeweils in atomare Würfel zu zerschneiden sind.

2. Gang: Jókai Bableves (Bohnensuppe nach Jokai Art)

img_0907 Dieser Klassiker der ungarischen Küche wird aus bunten Bohnen und diversem Suppengemüse zubereitet. Für den Geschmack kommt Fleisch dazu; entweder Eisbein, Kassler oder eine weiche Kolbász. Und natürlich Paprika, etwas mehr vom süßen und etwas weniger vom scharfen. Mit Gemüsebrühe aufgegossen und Mehlschwitze verfeinert ergibt das eine sehr gehaltvolle und aromatische Vor- oder Hauptspeise.

3. Gang: Variationen vom Lamm mit grüner Mousse und Polenta

img_0912 Fangen wir mit dem Lamm an: Nach dem Prinzip des umgekehrten Niedertemperaturgarens kommen Rücken und Karree bei 70° C eine Stunde in den Ofen und werden dann in der Pfanne scharf angebraten.

Für die Mousse verwendet man viel Blattpetersilie und Spinat. Die Petersilie wird gezupft (Sisyphos-Arbeit!), mit dem Spinat blanchiert, gemixt und gewürzt. Am Ende mit Créme Fraiche verfeinern – eine wunderbare Beilage!

Die Polenta wird am Abend vorher gekocht und auf ein Holzbrett gestrichen. Am anderen Tag schneidet man Ecken heraus. Diese werden paniert (z.B. in Parmesanbröseln) und in der Pfanne in Butter ausgebacken.

4. Gang: Schoko-Fondant-Küchlein und Vanilleeis

img_0918 Die Schoko-Küchlein werden aus Kuvertüre, Butter, Zucker, Eiern und wenig Mehl in Formen ausgebacken. Dazu serviert man z.B. Vanilleeis; an diesem Abend auch die einzige Fertigkomponente :-)

So eine Mahlzeit verlangt selbstverständlich nach einem edlen Tropfen: Vom Weingut Hagymasi gibt es diverse spektakuläre Bikaver (“Erlauer Stierblut”, 97er und 2003er) und einen Cabernet zum darniederknieen.

schnippeln wein karret

polenta anrichten tafel

Zündfunke Stuttgart?

Freitag, 01. Oktober 2010

Im subjektiv eher als beschaulich und konservativ wahrgenommenen Baden-Württemberg demonstriert die CDU-Landesregierung gerade Demokratieverständnis und Achtung der Bürgerrechte am lebenden Objekt. Nun gut, das ist an und für sich hierzulande nichts neues. Neu ist, dass der Identifikation pauschaler Schuldinstanzen nunmehr offensichtlich eine glaubhafte Basis fehlt. Es sind dieses mal weder gewaltbereite Autonome, radikale Ökoterroristen oder brutale Fußballhooligans, denen man den schwarzen Peter zuschieben kann, sondern ein eher repräsentativer Schnitt durch die bundesdeutsche Bevölkerung, der die Sinnhaftigkeit des Milliardenprojekts “Stuttgart 21″ in Frage stellt und seinem Unmut auf der Straße Luft macht.

Mit einem gewissen Unbehagen denke ich gerade (und GERADE im Oktober 2010, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung) an die Montagsdemos, die ich auch selber miterlebt habe und auf denen ich übrigens weder mit Wasserwerfern, Gummiknüppeln oder Reizgaskartuschen konfrontiert war. Dass mich keiner falsch versteht; natürlich ist im Laufe der “friedlichen Revolution” genügend staatliche Gewalt auf die Bevölkerung eingeprasselt. Aber selbst der diktatorische Staatsapparat der DDR musste irgendwann klein beigeben.

Es ist sicher nicht falsch, den Stuttgartern gegenüber, die von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen, Solidarität zu bekunden. Ob nun in Erfurt oder Jena oder woauchimmer in unserer schönen und friedlichen Republik…

Über "Ostdeutschland"

Mittwoch, 29. September 2010

Jana Hensel schreibt in der “Zeit” über die mediale Wahrnehmung des “Ostens” in überregionalen Medien und stellt dabei allerlei Richtiges fest. Etwas mehr Analyse wäre an der einen oder anderen Stelle nicht verkehrt gewesen; z.B. zu hinterfragen, WARUM so relativ wenig “Ossis” in Chefetagen sitzen. Was zum Beispiel damit zusammen hängen könnte, dass die ehemaligen DDR-Eliten zu einem Großteil aufgrund politischer Vorbelastung für solche Positionen nicht taugen, mittlerweile auch zu alt sind und die Nachfolger noch zu jung oder dass man nicht einfach mal so in 20 Jahren *Netzwerke (um)lernen und aufbauen kann, wofür die “Wessis” immerhin 40 Jahre Zeit hatten. Eine “aus dem Osten” sitzt übrigens ganz oben

Die Begriffe “Ossis”, “Wessis” bzw. “Ostdeutschland” stehen hier absichtlich in Anführungsstrichen – ich mag sie nicht. Denn der zentrale Satz des Artikels lautet:

Wir sollten 20 Jahre nach dem Mauerfall beginnen, eine neue Differenz zu wagen.

Sehr richtig! Und so könnte man zum Beispiel endlich mal anfangen, über arm und reich zu sprechen anstatt über “Westen” und “Osten”, über “modern” und “marode”, über München, Leipzig, Berlin und Rostock, Thüringen, Bayern, Niedersachsen und Brandenburg. Atompolitik, Überwachung und Lobbyismus sind gesamtdeutsche Probleme. Die Differenzierung nach “Ost” und “West” hat nach 20 Jahren ausgedient.

Derbysieg IV

Samstag, 25. September 2010

2:1! Wunderbar…!

Kulinarium XIX: Bratkartoffeln!

Mittwoch, 25. August 2010

Jawohl! Nicht immer so ein Schickie-Mickie-Fraß. Bratkartoffeln sind einfach herrlich. Wenn man sie korrekt zubereitet. Wie das geht, kann man z.B. beim Guten Zeugs oder im Kleinen Kuriositätenladen nachlesen.

klopse_kartoffeln Für meine Bratkartoffeln nehme ich möglichst junge, kleine Kartoffeln, die nicht geschält werden müssen. Längliche Exemplare werden längs geteilt und halbiert, größere geachtelt. Eine gußeiserne Pfanne muss es nicht sein, eine gut beschichtete ist ausreichend. Ab mit den Kartoffeln in Butterschmalz (!) – und erst einmal 10 Minuten bei moderater Hitze braten lassen. Zwischendurch 1-2 Mal schwenken. Nun etwas zwischensalzen, schwenken, 2 kleine Rosmarinzweige in die Pfanne legen und weitere 10 Minuten garen. In der Zwischenzeit Zwiebeln schneiden, bei mir in dünne Scheiben. Die Rosmarinzweige werden nun wieder rausgenommen; damit kann man später dekorieren. Rein mit den Zwiebeln und die Pfanne schön durchschwenken.

Zu den Bratkartoffeln gibt es Bratklopse (Hackklopse / Buletten / Frikadellen – wie auch immer man die bei euch nennt). Auf 250g gewürztes Hackfleisch wird ein eingeweichtes und danach ausgewrungenes Brötchen untergemischt. Aus etwas Semmelmehl, Maisgries und Paprika mixe ich eine Panade. Nun forme ich die Klopse in der gewünschten Größe und wende sie in der Panade. Die Klopse werden in heißem Pflanzenöl ausgebacken.

Wenn die Klopse fast fertig sind, dürfen sich noch 2 Eier zu den Bratkartoffeln gesellen. Und zwar so, dass das Ei oben schön flüssig bleibt. Also bitte nicht wie verrückt rühren, sondern allenfalls ein wenig im Ei stochern. Deshalb die Kartoffeln am besten vorher mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Etwas niveauvoll sieht das ganze dann mit einem Rosmarinzweig und roten Pfefferkörnern garniert aus.

PS: Aus Rücksicht auf seine Mitmenschen sollte man das Bäuerchen nach dem Genuss von Bratklopsen immer im Freien vollziehen ;-)