Archiv für die Kategorie ‘weird wide web’

XAMPP, Apache, Skype

Dienstag, 21. September 2010

Mal etwas technisches: Falls ihr euch wundert, warum XAMPP den Apachen nicht starten mag (XAMPP Light 1.7.3, Windows 7), macht mal Skype zu und startet den Apachen. Wenn der läuft, kann man auch Skype wieder anwerfen. Ich frag jetzt mal nicht nach dem „Warum“… m(

PS: Wer sich jetzt fragt „Was ist denn bitte XAMPP und was hat das mit Indianern zu tun?“ – bitte weiter gehen, hier gibt es nichts zu sehen!

Facebook löscht BP-Boykottseite

Dienstag, 29. Juni 2010

Ob sie sich damit einen Gefallen getan haben? Facebook hat eine BP-Boycottseite gelöscht, die es mittlerweile auf stattliche 800.000 Fans gebracht hatte. Natürlich gibt es bereits eine Ersatzseite, die schon 10.000 Facebooknutzern gefällt. Wenn das mal nicht im Streisand-Effekt endet…

Trickser…

Donnerstag, 03. Juni 2010

2005 wurden Domains mit der Endung .eu freigegeben. Wie die FAZ heute online berichtet, hielt sich eine Firma aus Österreich für besonders clever und nutzte eine Regelung, nach der diejenigen Antragsteller bevorzugt Domains zugewiesen bekamen, wenn sie ein entsprechendes Markenrecht darauf besitzen. Nicht URL-konforme Sonderzeichen konnten dabei gestrichen oder ersetzt werden:

Um schon in der ersten Phase zum Zuge zu kommen, hatte die österreichische Internetportal- und Marketing GmbH in Schweden 33 Marken eintragen lassen, und dabei zwischen die Buchstaben immer das Sonderzeichen „&“ eingefügt. Laut EuGH stellte das Unternehmen 180 Anträge auf EU-Domains.  Aufgrund der Wegfall-Regel bekam es unter anderem für die für Sicherheitsgurte eingetragene Marke „&R&E&I&F&E&N&“ den Zuschlag für die Internetdomain „www.reifen. eu“.

Der Europäische Gerichtshof hat diesem Vorgehen nun „Bösgläubigkeit“ bescheinigt. Die Österreicher müssen reifen.eu wieder abgeben.

Darwin-Award

Montag, 31. Mai 2010

Ohne Worte:

Rosenberg hatte Ihre Route mit Googles Hilfe auf ihrem Blackberry geplant. Dort entging ihr der Hinweis, den Desktop-PCs anzeigen: “Routen für Fussgänger stecken noch in der Beta-Phase. Seien Sie vorsichtig – Ihnen könnten Bürgersteige und Fusswege entgehen”. Der Deer Valley Drive, auch bekannt als Utah State Route 224, ist eine dieser Strecken. Hier wurde Rosenberg von einem Auto erfasst, als sie Googles Route abwanderte. Nun hat sie Google auf 100.000 US-Dollar verklagt.

Via Gizmodo

Eine große Tüte Mitleid

Dienstag, 23. März 2010

Frank Patalong stimmt im gestrigen Spiegel-Online in den Trauerchor um den vielbeschworenen Niedergang des Qualitätsjournalismus im Netz ein. Man kann nun über die formulierten Thesen (hier genannt „Symptome der Medienkrise“) denken was man will. Spätestens am Ende der ersten Seite des Artikels sollte der aufmerksame Internetauskenner jedoch stutzig werden:

Aus Onliner-Sicht fehlt nur noch ein Punkt, den Online-Medien höchst ungern thematisieren: Werbeblocker – Programme, die Werbung aus Web-Seiten ausblenden. […] Der inzwischen 16 Jahre alte Deal zwischen Online-Medien und Mediennutzern lautet eigentlich so: Wir liefern Ihnen kostenfrei Inhalte, und Sie sehen sich dafür im Umfeld Werbung an.

Achso? Hey, ich habe niemals sowas unterschrieben! Und wie kommt Patalong überhaupt zu der Feststellung, das sei ein „inzwischen 16 Jahre alter Deal“? Ah ja: 1994 ging der Spiegel, nun, online. Vorher: Vakuum. Da gab es ja gar kein Internet. Jedenfalls nicht so richtig. Nur so ein paar Technikspinner, die sich HTML-Dokumente und Usenet-Posts um die Ohren gehauen haben. Dann kam Spiegel-Online und alles wurde gut, oder wie? Nun, nicht ganz, wie der noch nicht gelöschte Wikipedia-Artikel zum Thema verrät:

Das Entstehen eines kommerziellen Marktes für Internetanbieter anzuregen und zu fördern, war eines der Ziele der NSFnet-Initiative. […] Die kommerziellen ISPs sollten Ende der 80er den Erhalt und Ausbau des Internet von den Universitäten und Forschungbehörden übernehmen. Dadurch entstand auch ein bedeutender Markt für internetbasierte Produkte.

So kannte ich das bisher auch, dass die kommerzielle Bedeutung des Internet über die Bereitstellung und Vergütung von technischer Infrastruktur wuchs. Doch dann kam irgendjemand auf die Idee, das Internet (genauer gesagt, das Usenet) für den ersten Werbespam zu nutzen. Von da an gab es kein Halten mehr. Javascript wurde zum Liebling der kommerziellen Penetranten und damit zum Feind vieler Internetnutzer, die Scripting einfach deaktiviert haben. Schuld daran waren vor allem: Popups. Und so kann folgende Feststellung eigentlich kaum verwundern:

Paul Mudter, Vorsitzender des Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW): „Wir gehen davon aus, dass rund 50 Prozent der deutschen Internetnutzer einen Pop-up-Blocker aktiviert haben. […]

Genau! Sogar die Internet Explorer besitzen mittlerweile von Hause aus einen Popup-Blockierer.

[…] Allerdings spielen Pop-ups im Bereich der Online-Werbung nur noch eine untergeordnete Rolle. Komplette Werbeblocker kommen dagegen deutlich seltener zum Einsatz.“

Gesprochen wie ein wahres Wunderkind. Das sind nämlich genau die Mechanismen, die im hochreaktiven WWW geradezu vortrefflich funktionieren und die Grundlage für unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem darstellen: Angebot und Nachfrage. Actio und Reactio. Ein Produkt, das der Markt nicht möchte, wird sich nicht durchsetzen. Und manchmal passiert es eben auch, dass sich ein Produkt selber überlebt, als Beispiel sei hier die Polaroid-Kamera genannt. Es war früher ein famoser Spaß, Fotos zu schießen, die man sich 5 Minuten später anschauen konnte – und das trotz der mitunter bescheidenen Qualität der Bilder und der sauteuren Filmkassetten. Man stelle sich nun vor, Polaroid hätte den abtrünnigen Käufern vorgeworfen, durch den Kauf von Digitalkameras den Markt für Polaroid-Kameras zu zerstören.

Man beachte bitte das Henne-Ei-Prinzip. Nur weil ihr, liebe Werbeerlössuchende „Journalisten“ meint, uns Internetnutzer mit blinkenden, tönenden, vollflächigen Flash-Orgien vom eigentlichen Inhalt eures Angebotes abzulenken zu müssen, brauchen wir das noch lange nicht gut finden. Ihr müsst es endlich begreifen, nach 16 Jahren: Das WWW ist mit NICHTS vergleichbar, was es vorher gab. Jeder kann publizieren. Jeder kann sich die angebotenen Inhalte so umbiegen, wie es ihm passt. Im Notfall eben mit Lynx. Ihr verliert euer Informationsmonopol! Den elitären Club, der vor dem Newsticker sitzt und Meldungen interpretiert, gibt es nicht mehr! Warum tut ihr immer noch so, als gehe es euch um die „Freiheit von Informationen“, Meinung für alle. Ihr seid nicht die verdammte Jeanne d’Arc, ihr wollt einfach nur Kohle machen. Nichts anderes indiziert doch die wirtschaftliche Konzentration der Medienanbieter, die man seit Jahren beobachten kann. Man kann in Thüringen drei große Tageszeitungen lesen und sicher sein, dass immer dieselbe Mischpoke dahinter sitzt, mit allen negativen Folgen. Mit den Idealen des Journalismus habt ihr doch schon lange nichts mehr am Hut – Inhalt ist zum Träger für Werbung verkommen. Und ihr wurdet immer gieriger, wollt natürlich auch im WWW große Kasse machen. Keine Druckkosten, keine Logistik, dafür ungeahnte technische Möglichkeiten, den Nutzer mit Produktinformationen zu beschießen.

Jetzt setzt ihr euch wie ein verzogener Kevin vor das Bonbon-Regal im Supermarkt und trommelt mit den Fäusten auf den Boden! So wird das nicht funktionieren! Seid flexibel! Seid kreativ! Bewegt etwas! Sonst endet ihr wie die Musikindustrie und müsst eure eigene Kundschaft kriminalisieren. Oh ja, macht ihr ja schon längst.

Was bleibt? Eine letzte Frage, die Herr Patalong stellt:

Wann schalten Sie Ihren Werbeblocker ab?

Ich antworte: From my cold, dead hands!

Kurz beobachtet – 20100322

Montag, 22. März 2010

Ich bin gerade
nach dem Family Guy auf MTV hängen geblieben und man erahnt das Ausmaß der ganzen Katastrophe. Da läuft gerade eine Realityshow, bei der man jemanden, der einem das Leben schwer macht, zu einem Kampf gegen einen Profi-Kickboxer herausfordern lassen kann; gegen $ natürlich. Also die Reinkarnation des Rummel-Boxens, verpackt in eine seichte Vendetta-Rahmenhandlung. m(

Hamburgers! The cornerstone of any nutritious breakfast.
Da hat eine Frau ein „Happy Meal“ 1 Jahr lang aufgehoben. Und was ist passiert? Weniger, als man annehmen sollte. Nicht mal die Insekten sind da dran gegangen. Mahlzeit 🙂

Man spricht ja so viel
über Datenschutz in letzter Zeit. Ich erwarte ein Gute-Laune-Paket und gerade den Sendungsverfolgungslink bekommen. Offenbar gehen (auch) dem DPD die Paket-IDs aus – jedenfalls erstreckt sich die Logistikhistorie nicht nur auf das eigene Päckchen. Man erfährt dadurch Empfängernamen, Postleitzahl und Zustelldatum anderer Leute Lieferungen. Es dürfte nicht schwierig sein, über das Telefonbuch die Adressdetails zu erfahren. Nun sind das zwar Informationen, mit denen man nur durch eine gewisse Portion kriminelle Kreativität Schabernack treiben könnte. Aber trotzdem gehen die niemanden etwas an! Ist es denn so schwer, die History nach einer abgeschlossenen Lieferung zu löschen, wenn schon der Nummernkreis zu klein ist?

Neue IE8 Kampagne

Montag, 22. März 2010

Manch einer mag es vielleicht mitbekommen haben; Microsoft stellt seit letzter Woche ein Browserauswahlfenster in den Updates bereit und folgt damit einer entsprechenden Vorgabe der EU. Fast zeitgleich schien Microsoft eine neue Werbekampagne für ihren Browser gestartet zu haben.

„Mit Sicherheit ins Internet“

Das verspricht der Softwarehersteller auf der IE8 Website und im Fernsehen, wo unter anderem für den sogenannten „Porno-Modus“, also eine Browsersession ohne Speichern von Cookies oder History, geworben wird. Und wer sich am Freitag die Wok-WM angeschaut hat, wird bemerkt haben, dass auf den Schultern der Wok-Fahrer große IE8-Werbepolster prangten.

Habt ihr euch schon mal die Frage gestellt, warum Microsoft eigentlich so an seiner Vormachtstellung beim Browsermarkt hängt? Wo man sich doch gerade seit dem IE6 Debakel in Redmond bemüht, den Weg zurück von properitären Technologien zurück zu Standards zu gehen. Geld kostet das Teil auch keines, Werbung verdient ihr Geld über die Inhalte und nicht das Werkzeug – was also hat M$ von diesem ganzen Aufriss? Warum lehnen sich die Jungs nicht zurück und genießen bei einer Tüte Popcorn, wie sich Chrome, Firefox und Opera gegenseitig bashen? Das eingesparte Geld könnte man dann zum Beispiel in ein vernünftiges Desktop-Management investieren (Stichwort Sessions…) Machen sie aber nicht, sondern basteln gerade mit Hochdruck an IE9. Warum? Hat jemand eine Idee? Und ja; ich weiß, warum sich der Hund den Schritt leckt…

Update: Frank brachte das Thema „Standardsuchmaschinenanbieter“ ins Spiel – da könnte was dran sein. Mir fiel gerade auf, dass Microsofts Gegenmodell zu Flash, Sliverlight, weder auf Chrome noch auf Opera mit Boardmitteln läuft.

Wulffmorgenthaler

Donnerstag, 18. März 2010

Wenn ihr noch einen schönen Feed für euren Newsreader sucht: Die Comics von Wulffmorgenthaler sind einfach sensationell! Hier meine Top3:

3.) Die trainierenden Antilopen
2.) Dick Birds Flirt-Tipps
1.) Statistik in der Schule

Jesus, frei Haus!

Mittwoch, 17. März 2010

Das kennt sicher jeder: das heißersehnte Amazon*-Gute-Laune-Paket ist da, und neben der erworbenen Ware fliegen einem Unmengen an Rabattgutscheinen und Flyern entgegen.

Wenn man hingegen beim „ESD-EDV-Systemdienst im Haus Sonnenbring“ bestellt, bekommt man ein ganz spezielles „Infopaket“:

Eine Bibel, Informationsbroschüren, eine selbstgebrannte DVD mit Filmen zur Mission für das christliche Gottesreich, Seminarkalender und mehr boten sich dem überraschten Käufer, der eigentlich nur einen neuen Notebooklüfter bestellen wollte.

Bei mir landet das Zeug sowieso da, wo es hingehört: in der Papiertonne! Davon abgesehen ist die Gefahr eher gering, dass ich bei einem Online-Shop bestelle, der es mit dem Fernabsatzgesetz nicht all zu genau zu nehmen scheint:

“Phil. 3,12: Nicht das Gesetz, sondern Christus ist unsere
Gerechtigkeit”, verkündet die Betreiberin […]

Den armen Seelen, die trotzdem auf den Laden reinfallen, wünsche ich, dass irgendwo in der Bibel auch das 14-tägige Rückgaberecht Erwähnung findet!

Via wissenrockt.de

* – zu ersetzen durch den Onlineshop eurer Wahl

Angst ist nur ein Gefühl

Montag, 25. Januar 2010

Angst vor Google ist gerade im Trend. Im Zusammenhang mit dem Suchmaschinen- und Softwareanbieter nutzt die Presse zunehmend Schlagworte wie „Datenkrake“; es werden Ängste geschürt vor totaler Monopolisierung und gläsernen Internetnutzern. Gerade hat das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen Google eingeleitet, ausgelöst durch eine Beschwerde der Microsoft-Tochter „Ciao“.

Genau, Microsoft. Das war die Firma, auf die früher immer bevorzugt eingeprügelt wurde. Und durchaus zu Recht. Alleine für Windows ME sollte man einige Microsoft-Manager lebenslang PHP-Code einrücken lassen. Nun hat gerade die geschundene Firma aus Redmond vielleicht endlich etwas gelernt, den Unmut seiner oftmals zwangsaquirierten Kundschaft ernst genommen und mit Windows 7 ein doch recht performantes und bedienbares Betriebssystem herausgebracht. Das, was allen ambitionierten Linux-Projekten zum Trotz bisher nicht gelang – Microsoft zum Nachdenken und Handeln zu zwingen – ist das nicht zu einem Großteil Google zu verdanken? Einem der ganz wenigen wenn nicht sogar dem einzigen Unternehmen, das finanziell UND technologisch in der Lage ist, Microsoft gefährlich zu werden?

Im Online-Magazin Carta betrachtet Christoph Kappes Google aus ökonomischer Sicht und analysiert verschiedene Aspekte dessen, was Google für viele bedrohlich erscheinen lässt. Lesenswert!