Archiv für die Kategorie ‘weird wide web’

Angst ist nur ein Gefühl

Montag, 25. Januar 2010

Angst vor Google ist gerade im Trend. Im Zusammenhang mit dem Suchmaschinen- und Softwareanbieter nutzt die Presse zunehmend Schlagworte wie “Datenkrake”; es werden Ängste geschürt vor totaler Monopolisierung und gläsernen Internetnutzern. Gerade hat das Bundeskartellamt ein Verfahren gegen Google eingeleitet, ausgelöst durch eine Beschwerde der Microsoft-Tochter “Ciao”.

Genau, Microsoft. Das war die Firma, auf die früher immer bevorzugt eingeprügelt wurde. Und durchaus zu Recht. Alleine für Windows ME sollte man einige Microsoft-Manager lebenslang PHP-Code einrücken lassen. Nun hat gerade die geschundene Firma aus Redmond vielleicht endlich etwas gelernt, den Unmut seiner oftmals zwangsaquirierten Kundschaft ernst genommen und mit Windows 7 ein doch recht performantes und bedienbares Betriebssystem herausgebracht. Das, was allen ambitionierten Linux-Projekten zum Trotz bisher nicht gelang – Microsoft zum Nachdenken und Handeln zu zwingen – ist das nicht zu einem Großteil Google zu verdanken? Einem der ganz wenigen wenn nicht sogar dem einzigen Unternehmen, das finanziell UND technologisch in der Lage ist, Microsoft gefährlich zu werden?

Im Online-Magazin Carta betrachtet Christoph Kappes Google aus ökonomischer Sicht und analysiert verschiedene Aspekte dessen, was Google für viele bedrohlich erscheinen lässt. Lesenswert!

Herr Niggemeier bringt es mal wieder auf den Punkt!

Dienstag, 15. Dezember 2009

Man muss den Text „In eigener Sache” vom stellvertretenden „Abendblatt”-Chefredakteur Matthias Iken lesen, der heute auf der Startseite von abendblatt.de steht. Man könnte denken, dass ein Händler, der plötzlich eine so radikale Verteuerung seines Angebotes bekannt geben muss, alles dafür tut, seine Kunden zu umwerben, ihm treu zu bleiben. Ikens Text aber ist eine Frechheit. Er liest sich fast, als müsste man sich als Leser von Online-Medien schämen, dafür so lange nichts gezahlt zu haben.

Klickst du!

Thunderbird 3 mit Schönheitsfehler

Montag, 14. Dezember 2009

Seit ein paar Tagen gibt es den Open Source E-Mailclient Thunderbird in Version 3.0 zum download. Ich hatte mir das Update bereits letzte Woche installiert und sofort fiel mir ein markanter Fehler auf: die Kompaktansicht des E-Mailheaders fehlte. Besonders schlimm sah das zusammen mit dem Noia-Theme aus. Zum Glück hilft hier ein entsprechendes Addon, das das kleine Expand-Symbol wiederherstellt.

Noch ein Wermutstropfen: Die Kalendererweiterung “Lightning” funktioniert, da selber erst bei 0.9, nur mit Thunderbird 2.x Auch hier kann man sich aber bereits eine 1.0pre heruntersaugen – und der Kalender ist wieder am Start.

Edit: Der Lightning-Link funktioniert jetzt.

Ist illegales File-Sharing demokratisch?

Freitag, 11. Dezember 2009

Vorgestern hat Fefe einen interessanten Gedanken zum Thema (illegales) Filesharing aufgeworfen:

Da kommen sie [die Musikindustrie] darauf, dass im Jahre 2007 31,5 Millionen Menschen Musik, Filme oder Spiele rausgebrannt haben. Was die Musikindustrie damit
natürlich eigentlich sagen will, und was ich mal als Argument übernehmen will, ist: wir haben 31,5 Millionen Filesharer und Raubkopierer in Deutschland. Auf eine Bevölkerungsmenge von 80 Millionen gerechnet, kommt man da auf gut 39%.

Fefe stellt dem gegenüber die auf die Gesamtwählerzahl gerechneten (also abzüglich Nichtwähler) Wahlergebnisse und kommt zu dem Schluss:

Filesharing und Raubkopieren sind stärker demokratisch legitimiert als unsere Regierung.

Die Zahlen könnte man natürlich anzweifeln bzw. deren Interpretation. Für eine Betrachtung des Ansatzes eines demokratischen, illegalen Raubkopierens sind sie hingegen eine Steilvorlage.

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Verbraucherrechte im E-Commerce gestärkt

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Sicherlich hatten sich bereits einige die feisten Fingerlein gerieben. Der Bundesgerichtshof hatte heute über bestimmte Klauseln bezüglich des Rückgaberechts im Fernabsatzhandel zu urteilen. Das weckte schon im Vorfeld Begehrlichkeiten, das zeigt zum Beispiel dieser schönen Rant bei Spiegel.de:

Ein Smoking für ein einziges Galadiner? Ein Satz Winterreifen für einen Kurztrip in die Berge? Viele Online-Käufer tauschen erworbene Produkte nach kurzem Gebrauch sofort wieder um. Möglich macht dies das umfangreiche Widerspruchsrecht – Händler fordern jetzt vehement eine Änderung. (…)

Der wirtschaftliche Schaden sei immens, sagte Wansleben: Allein über das Internet-Auktionshaus Ebay würden in Deutschland jährlich bis zu vier Milliarden Euro umgesetzt.

Den Zusammenhang zwischen Ebay-Umsätzen und wirtschaftlichen Schäden durch beschädigte, zurück gesendete Ware verstehe wer will – und überhaupt scheint mir die ganze Argumentation eher fadenscheinig. Schließlich gibt es das Rückgaberecht nicht erst seit gestern. Die Klamottenläden haben Rückläuferquoten von um die 30%, trotzdem steigen die Umsätze seit Jahren und auch die Produktvielfalt. Man schaue sich nur an, was z.B. aus Amazon geworden ist. Nein, der Online-Handel ist kein rechtsfreier Raum, wer etwas probiert und dabei kaputt macht, kann dafür vom Händler finanziell belangt werden. Mir selber ist das bisher noch nicht passiert, ich bin natürlich auch recht vorsichtig beim Antesten bestellter Ware, das gehört sich so. Bei den großen Anbietern staune ich immer wieder, wie kulant dort meist mit Retouren umgegangen wird. Oft werden Austauschsendungen bereits vor dem Abschicken der beanstandete Ware auf die Reise geschickt. Das sind dann genau die Shops, in denen man gerne wieder einkauft. Umgedreht nutzen viele Online-Händler eigene Scoring-Listen, so dass es schon einmal passieren kann, dass all zu dreiste Rücksender irgendwann nicht mehr im XY Shop einkaufen können.

Letztendlich geht es hier um eine Gleichstellung des Online- und Offline-Kunden, der ja auch im Laden etwas anfassen und probieren kann. Diese Auffassung unterstreicht denn auch das Urteil des BGH, welches zwei strittige Klauseln eines Ebayers bemängelte und eine stärkte, in der es um die Rückgabe speziell angefertigter Ware geht.

Via Spiegel.de, Golem.de

Domspitzen Speed-Boost

Donnerstag, 26. November 2009

Mich hat schon seit längerem gestört, dass Domspitzen für den Seitenaufbau merklich zu lange braucht. 5-7 Sekunden sind selbst bei einem preiswerteren VServer nicht zeitgemäß. Also habe ich mal wieder ein wenig rumgebastelt. Hier meine Erkenntnisse:
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Wer hat den größeren? (2)

Dienstag, 24. November 2009

Rupert Murdoch scheint es wirklich ernst zu meinen mit seiner Kampfansage gegen Google. SPON schreibt zu den Plänen Murdochs, einen Exklusiv-Deal mit Microsoft abzuschließen, sehr treffend:

Murdoch scheint zu glauben, dass die Nachrichten seiner Unternehmen dem Web fehlen werden, wenn er sie dem kostenlosen Web entzieht. Das ist natürlich ein Irrtum, denn das Gros der Nachrichten macht News Corp. ja nicht, sondern berichtet sie nur: Die Themen sind nach wie vor da, für alle zu lesen.

Man muss kein Medienexperte sein, um zu so einer Feststellung zu kommen. Gerade deshalb verwundert es, dass jemand wie Murdoch, der es doch nun wirklich besser wissen könnte, so eine schräge Strategie fährt. Oder die ganze Sache ist wirklich so einfach, wie Fefe schreibt; und es geht hier um nicht viel mehr als eine knackige Finanzspritze. Sollte dem so sein, sinken natürlich die Chancen, dass sich die deutschen Murdochs von Springer anfixen lassen und mit dem Entzug ihrer “Premiuminhalte” aus dem freien Netz dieses in Sachen Qualität nach oben drücken. Und das wäre doch sehr schade!

Das geht ab: Vodafone/HSDPA

Donnerstag, 19. November 2009

Ich habe ja schon vor einer Weile über meinen UMTS-Surfstick von Simyo berichtet. Was ich etwas enttäuschend fand, war die UMTS-Geschwindigkeit. Mangels HSDPA-Verfügbarkeit bei Simyo/E-Plus bekommt man hierzulande nicht über 50 kB/s hinaus. Anders im Vodafone Netz. N24 Surfstick vom Kollegen angeklemmt – installiert – connected – und ich so “yeah”: 660 kB/s Peak auf N24.de. Kosten tut das ganze bei Vodafone 34,90  pro Monat bei der üblichen 5 GB “Fair use” Grenze (das heißt nach 5 GB Download geht es nur noch mit 64 kbs voran). Online spart man sich noch die knapp 25 EUR Anschlusssteuer und erhält 50 EUR Startguthaben. Bei der Telekom ist das alles etwas teurer (39,90 € / Monat, 25 EUR Anschluss und man muss noch so einen doofen Stick oder PCI-Karte kaufen, was ich nicht brauche).

Nachdem ich mal wieder das Vergnügen hatte, mit dem Vodafone- (= ehem Arcor-Hotline) -Support herumzuscherzen, ist jetzt der Ofen aus. Da muss man als Kunde darauf hinweisen, wo das Problem mit dem DSL-Anschluss liegt (= Leitungsdämpfung). Und man schreibt nicht umsonst in das Trouble-Ticket “mit mehreren Systemen per LAN und WLAN getestet -> kein Endgerätefehler). Und was fragt einen die Dame als erstes? Ob die WLAN-Verbindung auch wirklich in Ordnung wäre *doublefacepalm*

Deshalb überlege ich mir das mit Vodafone HSDPA noch einmal und gehe vllt. doch zur T-Kom…

Wer hat den größeren?

Dienstag, 10. November 2009

Wie ein letztes, mühevolles Aufbegehren des alten Leviathan gegen die neuen Medien und allen voran den Netzgiganten Google wirkt, was Ruport Murdoch da gerade anzettelt:

Rupert Murdoch will Google und anderen Suchmaschinen den Zugriff auf Nachrichtenseiten seines Medienkonzerns News Corp. wie „Wall Street Journal“, „Times“ oder „Sun“ verwehren. In einem Interview mit seinem eigenen Medium „Sky News“ sagte Murdoch: „Wir haben dann vielleicht weniger Leute, die auf unsere Seite kommen, die dafür aber zahlen.“

Das klingt ziemlich stark nach Internetausdrucker. WENN die das wirklich durchziehen – ich gebe dem Experiment mal großzügige 6 Monate.

Via FAZ

GEZ ausgebremst?

Donnerstag, 05. November 2009

Wenn dieses Urteil die Instanzen überlebt, wäre das eine Sensation (Hervorhebung DS):

Die Rundfunkgebührenpflicht bestehe aber auch deshalb nicht, weil die gewerblich genutzten internetfähige Computer des Klägers nicht zum Rundfunkempfang bereitgehalten werden. Allein der Besitz solcher Geräte reiche nicht für die Annahme aus, dass diese für den Empfang bereitgehalten werden.

Jemand, der sein Flach-TV ausschließlich zusammen mit einem Zuspieler ohne Empfangsfunktion betreibt, könnte hiervon ebenso profitieren. Bisher war die allgemeine Rechtsauffassung stets, dass der bloße Besitz eines empfangsfähigen Rundfunkgerätes zur Abgabe der Rundfunksteuer verpflichtet.

Via Onlinekosten.de