Dass ich der Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben mit tendentieller Ablehnung begegne, sollte ja mittlerweile klar sein. Und doch schaffen es diese Krawallbrüder immer wieder, mich negativ zu überraschen.
Es geht mal wieder um Karl-Theodor zu Guttenberg, den gefallenen Engel des Post-Bildungsbürgertums oder wie andere sagen: Vollidioten!
Die Uni Bayreut hat es nämlich gewagt, ihre Arbeit zu machen, die Doktorarbeit geprüft und einen Bericht dazu auszugsweise veröffentlicht.Wenig überraschend kommt man dabei zu dem Schluss, Guttenberg habe entgegen eigener Aussage vorsätzlich getäuscht. Oder um es via Walter Schmitt-Glaeser in BILD-Sprech zu formulieren: Sie veranstalten eine “Treibjagd”. Schmitt-Glaeser weiter:
Mit ihrer Entscheidung hat sie Herrn zu Guttenberg in seiner gesellschaftlichen Existenz schwer beschädigt.
Verstehe ich das richtig? Nicht Guttenberg selber hat sich durch seine Schummelei beschädigt. Nein, hier wird dem Prinzip “Tötet den Boten” gefrönt. Nach Meinung von Schmitt-Glaeser wäre der strafrechtlichen Relevanz mit der (nach wie vor temporären) Aberkennung des Doktortitels und dem Rücktritt zu Guttenbergs als Minister genüge getan. Schmitt-Glaeser weiß auch, warum die Uni Bayreut in ihrem Gutachten die falschen Schlüsse zieht:
Die Feststellung ist schon klar, aber die Begründung für die angeblich bewusste Täuschung ist in Wahrheit keine. Vergeblich sucht man nach stichhaltigen Argumenten.
Der ehemalige Vizepräsident der Uni Bayreuth erklärt dann auch, warum das Gutachten zu falschen Schlüssen gekommen sein muss:
Ich bin mir absolut sicher, dass Herr Guttenberg nicht bewusst getäuscht hat. Ich kenne ihn noch als Student: Er hat es nicht nötig, sich mit fremden Federn zu schmücken.
Stichhaltiger kann man es eigentlich nicht formulieren. m(
