Archiv für die Kategorie ‘Na gucke nur!’

Klatsche!

Mittwoch, 11. August 2010

Leser dieses Blogs wissen bereits, dass hier normalerweise nicht über die verbotene Stadt bzw. im Speziellen über die sog. Fußballmannschaft “FC Kernberghausen” berichtet wird.

Nach dem heutigen Spiel gegen Saarbrücken soll die Partie, die mit einer historischen 0:7-Niederlage nebst nachfolgenden Rangeleien zwischen Spielern und Zuschauern endete, nicht unerwähnt bleiben.

Der schon während des Spiels mit Schmährufen attackierte Hähnge lieferte sich nach der Partie eine handfeste Auseinandersetzung mit Fans. Ein Ordner musste dazwischen gehen.

Wehrpflicht abschaffen

Montag, 14. Juni 2010

Dieser Herr Baron von und zu Guttenberg war mir ja von Anfang an etwas suspekt. Seine deutlich ungeschickten Aussagen während der Zensursula-Debatte wirkten wie die Worte eines von der Komplexität der Materie Überrumpelten. Etwas mehr Tiefenkenntnis sollte man von einem Politiker der jüngeren Generation schon erwarten.

Nunmehr auf den relativ ungefährlichen Posten des Verteidigungsministers verfrachtet, überrascht zu Guttenberg mit dem Vorschlag, die Wehrpflicht auszusetzen. Primär natürlich mit dem Ziel, Geld zu sparen. Heißt es. Nun, selbst wenn lediglich die klammen Kassen dafür sorgen sollten, dass dieser Käse endlich abgeschafft wird – sei es drum. Niemand braucht die Wehrpflicht in Deutschland. Eine Bundeswehr bräuchten wir auch nicht; aber da ein Natoaustritt in nächster Zeit eher unrealistisch erscheint, wäre eine ordentlich ausgestattete und ausgebildete Berufsarme die bessere Alternative. Lasst doch die harten Jungs sich richtig austoben und eine allgemeine Zivildienstpflicht einführen. Ein halbes Jahr Dienst an der Gesellschaft kann sicher keinem schaden.

Abseits aller Träumerei: Hütchen ab vor diesem Vorschlag eines CSU-Politikers. Sowas hätte man ja kaum von der SPD erwartet; ach was red ich

Wiedereröffnung des Angermuseums: Mit lachendem und weinendem Auge

Freitag, 11. Juni 2010

Heute öffnet das Erfurter Angermuseum nach 5 Jahren Sanierung wieder seine Pforten. 14 Millionen Euro verbrauchte die Neugestaltung seit 1998. Mit einer Sonderschau, die Werke der russischen Künstlerin Natalja Gontscharowa zeigt, wird nun der Abschluss der umfangreichen Umbauten markiert.

Das 1886 gegründete Museum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1937 fiel eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst dem Rasswahn der Nationalsozialisten zum Opfer. 1975 enteignete die DDR eine der wichtigsten Privatsammlungen aus dem Erbe Heinz Dietels. Dessen Sohn Matthias bemüht sich nun, das begangene Unrecht rückgängig zu machen. Dabei stößt er bei der Stadt Erfurt auf taube Ohren. Obwohl die unlauteren Methoden der damaligen Obrigkeit bekannt sind; Dietel wurde mittels eines konstruierten Steuerschuldverfahrens enteignet. Pikantes Detail am Rande:

Umso erstaunlicher, dass sich die Erfurter Kulturbürgermeisterin, Tamara Thierbach von der Linkspartei, im Fall Dietel so unnachgiebig zeigt. “Ich gehe davon aus, dass diese Dinge rechtmäßig im Angermuseum sind”, sagte sie Anfang des Jahres. Auch von Willkür der DDR-Behörden in dem Verfahren gegen Heinz Dietel wollte sie nichts wissen: “Die Steuerschulden waren nicht konstruiert, sie bestanden.”

Hier sollte sich die Linksparte ernsthaft die Frage stellen, wie ernst sie es mit ihrer vorgeblichen Distanz zum DDR-Unrechtssystem meint. Reaktionen wie diese und Aktionen wie die dezidierte Ablehnung des SPD-Kanditaten für den Bundespräsidenten, Joachim Gauck, lassen hier eher anderes vermuten.

Via Focus, TAZ

Ölpest bekämpfen, Texas-style

Mittwoch, 05. Mai 2010

Das Öl sprudelt im Golf von Mexiko ungebremst ins Meer. Der verantwortliche BP-Konzern will eine tonnenschwere Kuppel über das offene Bohrloch stülpen.

Denkt ihr auch gerade, was ich denke?

Via Tagesschau online

Facebook und die Privatsphäre

Montag, 03. Mai 2010

Nachdem sogar die Aigner-Ilse das Thema Datenschutz für sich entdeckt hat, zumindest, wenn es um amerikanische soziale Netzwerke geht, habe ich auch mal ein bisschen bei Facebook herumprobiert und festgestellt, dass die dort veröffentlichten Fotos offensichtlich nicht gegen unerwünschten Zugriff geschützt sind. Man kann ja jeweils festlegen, ob ein Foto nur von Freunden, auch von Freunden der Freunde oder von *welt angesehen werden darf. Die Einstellung ist bei näherer Betrachtung nicht mehr als Snake Oil – kopiert euch mal die Bild-URL eines Fotos, das nur Freunde sehen durften, und öffnet es mit einem anderen Browser (Cookies vorher löschen). Läuft. Natürlich kann man JEDES Foto aus dem Netz extrahieren (ich muss immer kichern, wenn manche Honks versuchen, das Kontextmenü der rechten Maustaste per Javascript zu blocken). Facebook macht es den Leuten aber nun wirklich zu einfach, privat markierte Fotos zu sharen.

George W. Bush vergiftet?

Donnerstag, 29. April 2010

Die frühere First Lady der Vereinigten Staaten, Laura Bush, hält es für möglich, dass sie und ihr Mann, der damalige Präsident George W. Bush, während eines Deutschland-Besuchs 2007 vergiftet wurden.

Mmmmh… denkt ihr auch gerade, was ich denke?

Apart from seasoning the lobster bisque, he farted on meringues,

and as for the cream of mushroom soup…

Go ahead, tell ‘em.

You get the idea.

Via FAZ.net

Bizarr: Ed Hardy Beverage

Dienstag, 27. April 2010

Das Label “Ed Hardy” hat seit 2004 eine sagenhafte Markenkarriere hingelegt. Zunächst als überteuerte Promi-Ware an den Markt herangetragen, erlangte das Label von Christian Audigier schnell den Status als Unterschichtenmarke No. 1. In zunehmendem Maße wurde die Produktpalette erweitert, so dass mittlerweile neben profanen Klamotten “Ed Hardy”-Schuhe, Taschen, Bettwäsche, Sonnenbrillen, Parfum und sogar Schnellhefter die Vollmontur ergänzen.

Wer nun denkt, das war’s schon: Fehlanzeige. Wie wäre es mit “Ed Hardy”-Bier? Oder Sekt?

m(

Update
: Nicht zu vergessen; Ed Hardy Lufterfrischer

Und immer ist das böse Internet Schuld

Montag, 26. April 2010

Es gibt ja seit kurzem eine neue, unheilige Allianz zwischen der “Kreativwirtschaft”, wie sich die Produzenten medialen Einheitsbreis in schönstem Neusprech mittlerweile nennen, und der Gewerkschaft ver.di.

So verkündete man heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, wie man sich künftig den Staat als Steigbügelhalter zur Verfolgung raubender und mordender Internetdownloadhorden vorstellt. Neben dem althergebrachten Gedöns von Umsatzeinbrüchen und Arbeitsplatzverlusten kam Christiane Wahlert von der SPIO dann allerdings mit einem Argument um die Ecke, dass aufgrund mangelnder Stringenz durchaus erwähnenswert ist:

Das Kino sei mit dem gegenwärtigen 3D-Boom zwar wieder attraktiv geworden. Fast alle großen Filme seien aber vor, während oder nach den Kinostarts illegal im Netz zu erhalten. Der Bushido-Film “Zeiten ändern dich” des Studios Constantin sei beispielsweise außerordentlich gut gestartet, dann sei der Kinobesuch aber jäh abgebrochen. Parallel habe der Streifen die “Bestseller”-Listen bei rechtswidrigen P2P-Netzen oder Streaming-Seiten angeführt.

Da hat sich die gute Dame genau die richtige Argumentation herausgegriffen. Der Streifen bringt es bei imdb auf satte 2 Sterne. Damit unterbietet er tatsächlich noch solche Knüller wie “Afghan Knights” – ehrlich einem der beklopptesten Filme, die ich in den letzten 10 Jahren anschauen musste. Dass der offensichtliche Mangel an Qualität für den Besuchereinbruch verantwortlich ist, muss den Leutchen der SPIO wohl zu abwegig erscheinen. Ebenso, dass voreilig geschlussfolgerte Dependenzen nicht unbedingt stimmen müssen. “Avatar” zum Beispiel, der erfolgreichste Film aller Zeiten (nach Umsatz), spielte seine Rekordergebnisse ein, obwohl er in den “zynischen” P2P Charts auf Platz zwei gelandet ist.

Aber früher war eben doch alles besser. Da sind die Leute eben in’s Kino gerammelt und haben sich hinterher über das vergeudete Eintrittsgeld geärgert. Und da die Mundpropaganda eben etwas länger brauchte, als der Diskurs im Internet, hatte die Filmindustrie einfach mehr Zeit, Kohle abzugreifen und davon wiederum neue, billige Machwerke auf den Markt zu werfen. Klar, dass denen das nicht passt, dass sich Leute eine eigene Meinung bilden und diese verbreiten. “Gangsta-Rapper” Bushido, dem das Outlaw-tum doch eigentlich inne wohnen sollte, sieht das offenbar ähnlich, wie man bereits vor 2 Jahren beobachten konnte.

Tja – schlimme Sache, wenn man plötzlich im Wettbewerb steht.

Aus dem Projektalltag

Freitag, 23. April 2010

Die Metapher vom toten Pferd im Projektmanagement kennt ihr ja sicher. Heute geht es um folgenden Punkt:

“Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.”

Und siehe da:

Nachdem ein erster Test im Januar gescheitert  war, wurde eine Expertenrunde eingesetzt, die den Test für “nicht aussagekräftig” erklärte.

Via Heise im Zusammenhang mit dem Schengener Informationssystem (SIS) II

Stuttgarter Hauptbahnhof vor dem Abriss?

Freitag, 23. April 2010

Haben sie denn in 40 60 Jahren nichts dazu gelernt? Als man damals als Ossi das erste Mal die grenznahen Städte Kassel, Frankfurt a.M. oder Coburg besuchte, hatte man ja zunächst nur Augen für die schönen, bunten Schaufensterauslagen. Bei näherer Betrachtung stellte man dann fest, dass zwar im Osten die Altstädte oft dem Verfall preisgegeben wurden und in entsprechend erbärmlichen Zustand waren, im Westen hingegen nach dem Krieg teilweise sehr radikal die Innenstädte abgebrochen und durch langweilige Zweckformbauten ersetzt wurden. Städte wie Frankfurt ließen es sich dann Millionen kosten, ihre Altstadt zu faken. Im Osten konnte man viel Bausubstanz kurz vor 12 retten, und das Ergebnis kann man sich zum Beispiel in Form der wundervollen Erfurter Innenstadt anschauen.

Als ich das erste Mal in Stuttgart war und mir die Wartezeit auf den Umsteigezug mit einem kleinen Spaziergang um den Bahnhof vertrieb, hat mich der imposante Bau sofort gefesselt. Ein wunderbares Beispiel des “neuen Bauens” im Deutschland der 20er Jahre. Mit Entsetzen musste ich nun lesen, dass die Stuttgarter dieses Baudenkmal zwar nicht abreißen, aber zumindest derart beschneiden wollen, dass es wohl für immer seinen Charme verlieren wird. Diesbezüglich wird gerade ein Prozess geführt, in dem der Enkel des Architekten, Peter Dübbers, mit Hilfe des ihm innewohnenden Urheberrechts am Bau, die geplante Bausünde verhindern will. Man kann ihm nur alles Gute wünschen und hoffen, dass er mit seiner Klage erfolgreich ist. Die Düsseldorfer haben es doch auch hinbekommen, den Bahnhof zu modernisieren, ohne das historische Bild zu zerstören!