Was für ‘ne Dämse da draußen! Man möchte sich am liebsten den ganzen Tag faul im Schatten aalen mit kühlen Getränken und einem Pool… aber es soll ja um’s Kochen gehen. Denn essen muss der Mensch was – bloß “was”? Ich mache etwas Gefährliches und fahre ohne Einkaufsliste in den Supermarkt. Schaun mer Mal… aha, Schweinelende, sieht gut aus. 200g in den Korb. Dann noch dieses Geschnetzelte… ach das ist Gyros? Immer her damit. Noch ‘n weng Gemüse – daraus sollte sich doch etwas zaubern lassen. Ach ja, noch etwas zum Nachtisch; Vanilleeis, Backzutaten. Das wird fein!
Womit fangen wir an? Samstag, abends geht es zur Weinprobe. Die Zeit ist knapp. Mist, den Mascarpone vergessen; das heißt noch einmal in den Markt. Aber zuerst wird gekocht. Die Lende bleibt im Kühlschrank, also gibt es Gyros – und zwar nach dem Bastardkochverfahren. Das heißt ich schere mich nicht um irgendwelche kulinarischen Konventionen, bastel einfach darauf los. Ronny hat letztens von einem Wok-Gericht mit Kokosmilch geschwärmt. Gute Idee – Kokosmilch hab ich immer da. Also, das Gyros (200g) in Butterschmalz anbraten. Dazu 2-3 kleingeschnittene, nicht zu große Tomaten. Dann kommt die Kokosmilch dazu, so 150 ml. 1 TL Curry, ein knapper TL Garam Masala, etwas ungarisches Paprikapulver, nur eine Prise. Leicht salzen. Köstlich! Dazu gibts übrigens Spätzle – warum auch nicht? Gestärkt radel ich gen Markt und kaufe den vergessenen Mascarpone, den brauche ich für meine Tiramisu-Torte. Aber erst am Sonntag.
Ach ja, die Weinprobe. Es gibt etwa 15 Weine zum Probieren, vor allem Weiße, zwei Seccos, zwei Rote. Ein Riesling hat es mir angetan – Steinriegel. Der ist wirklich super! Und nicht ganz billig! Aber auch der deutlich preiswertere Silvaner in der Literflasche macht eine gute Figur, davon nehmen wir mal 4 Stück. Hui, kleine Mengen ergeben in der Summe einen ordentlichen Schwips (so heißt übrigens auch der Secco). Zum Glück brennt der Rost. Stichwort Fett – damit der Abend nicht zu schnell zu Ende geht.
Sonntag, man war das spät gestern. Egal, ran an die Torte. 2 Bisquitböden wird mit etwas flüssigem Kakao beträufelt. Dazu kommt Mascarpone-Creme, zwischen die Böden und oben drauf. Die Torte kommt dann 2h in den Kühlschrank und wird vor dem Servieren mit Kakao bestäubt. Angerichtet mit Vanilleeis und ein paar gezuckerten Erdbeeren – das schmeckt nicht nur mir
Was machen wir nun mit der Schweinelende? Klar, Paprikás
Noch mal zum Mitmeißeln: Das ist KEIN Gulasch! 200g Lende in mundgerechte Stücke schneiden. 1 große Zwiebel kleinhacken, außerdem 3 kleine Tomaten, 4 mittelgroße Champignons in Scheiben geschnitten oder geviertelt, eine kleingewürfelte rote Paprika. Bei Lanz kocht meine Lichter gestern, dass Paprikahaut bis zu 3 Wochen im Verdauungstrakt verbleiben kann. Also mir hat das offenbar bisher nicht geschadet; trotzdem schäle ich die Paprika mal der Bekömmlichkeit halber. Die Zwiebeln kommen zuerst in den Schnellkochtopf mit heißem Pflanzenöl. Nur kurz anschwitzen, dann das Gemüse und die Pilze mit rein. 3 EL Paprikapulver, 1 TL “Erös Pista” (oder Sambal Olek), etwas Tomatenmark, Salz, Pfeffer. Für die Zubereitung im Schnellkochtopf reichen 50ml Wasser völlig aus. Schön durchmischen, dann den Deckel drauf und 10 Minuten zischeln lassen. Zum Schluss den Großteil eines Bechers Créme Fraiche untermischen und zu Spaghetti servieren.
Fazit: Ob Bastardkochen oder traditionelles Rezept – geschmeckt hat’s auf alle Fälle!