Archiv für die Kategorie ‘Fundsachen’

Kresse halten, echt jetzt

Samstag, 21. Januar 2012

Nee nee nee, liebe CSU, so einfach ist das nicht mit der “Netzaffinität”. Da reicht es nicht, die große Buzzword-Grabbelbox rauszuholen und wahllos bunte Steinchen daraus aneinanderzubasteln. Dann kann nämlich auch gern mal so etwas passieren:

“Das Internet bietet die Chance, von der 2D zur 3D-Demokratie zu kommen, das heißt den Dialog in einer Open-Source-Gesellschaft mit den Bürgern zu führen. Deswegen gilt unser Wahlspruch, dass wir die Piraten im Internet stoppen und die Freiheit des Internets schützen.”

Nein, darin muss man keinen Sinn suchen, macht euch gar nicht erst die Mühe. Nehmt gleich den WTF-Stempel.

 

Via Netzpolitik

Medienkompetenz bei BILD-Online

Montag, 05. Dezember 2011

Heute zu lesen:

Ich meine: Um-bruch

Guttenberg rettet Maischberger

Mittwoch, 30. November 2011

Bei Sandra Maischberger wurde gestern über Müll philosophiert. Ich habe ein paar Minuten davon angesehen, bis ich die gewohnt nervige Claudia Roth nicht mehr aushielt und den Sender wechselte. Dadurch ist mir wohl einer der charmatesten Späße, der Gag of the Gags – ja ein wahrer Diamant unter den humoristischen Bonbons entgangen:

Dies will er mit einem Zitat von Franz Alt deutlich machen – und zieht plötzlich einen Zettel aus seinem Jackett.
„Ich habe mir das jetzt extra aufgeschrieben, weil ich habe zu Zahlen ein schlechtes Verhältnis – und in meiner Familie muss man mit Zitieren bekanntlich aufpassen.”

Ihr fallt noch nicht vor Lachen vom Stuhl? Klar, denn ihr wisst ja gar nicht, wer diesen Kichergaranten von sich gab:

Vater von Karl-Theodor zu Guttenberg spielt auf die Zitier-Schwäche seines Sohnes an

Na… na??? So, ich melde mich mal ab und werde mich die nächsten 2 Stunden lachend auf dem Boden krümmen!

Aus den Augen, aus dem Sinn? Verbietet das Sandmännchen!

Sonntag, 13. November 2011

Bisher dachte ich immer, für Scherz und Schabernack wäre bei der Jungen Union deren evangelikaler Ableger RCDS zuständig. Weit gefehlt. Die Jugendorganisation der ehemaligen DDR-Blockpartei CDU fordert auf dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig ein Verbot von “DDR-Symbolen” und “Ostalgie-Produkten”.

Im Stern relativiert eine entsprechende Meldung – offensichtlich eine Pressemitteilung der JU – zwar die Forderung, indem ausdrücklich ein Verbot der Symbole von Staatssicherheit und NVA gefordert wird. Bei mdr Info klang das gerade in den Nachrichten noch ganz anders; die Meldung ist jedoch auf wundersame Art und Weise gerade aus dem Internet verschwunden.

Nun, ob Hammer & Sichel oder FDJ-Sonnenlogo; es geht hier um das Verbot bestimmter Symbole. Doch gerade das Verbot von Gedanken und Symbolen war kennzeichnendes Merkmal des DDR-Unrechtsstaates. Genutzt hat es ihm nichts und auch nicht vor dem Untergang bewahrt. Wir sind zwar an das Hakenkreuz-Verbot gewöhnt: konnte es aber verhindern, dass sich trotzdem Menschen für nationalsozialistisches Gedankengut begeistern können? Nicht wirklich, wie gerade in diesen Tagen die “Jenaer Zwickauer Zelle” deutlich macht. Aufklärung sollte das Instrument der Wahl sein, um menschenfeindliche Ideologien zu entlarven. Verbote schaffen immer nur Märtyrertum. Aber das wissen die Leute von der Jungen Union vielleicht gar nicht – dazu sind sie noch zu jung. Und genau deshalb ist Aufklärung so wichtig!

Hilfe, die Nazi-Satanisten kommen!

Montag, 31. Oktober 2011

Au weia – was muss man heute bei BILD-Online lesen? Satanisten-Bands kommen nach Berlin! Noch schlimmer, Nazi-Satanistenbands! Mit Schafsblut und nackten Frauen (also die schlechte Art nackter Frauen, nicht jene, welche in hübscher Regelmäßigkeit die BILD-Zeitung zieren)!! Und das an Allerheiligen!!!

Im Zentrum von BILDs gespielter Empörung steht die norwegische Blackmetal-Band “Gorgoroth”. Der Artikel, der sich vorwiegend aus hastig abgetippten Informationen der Wikipedia zusammensetzt, zitiert unter anderem das (sic!) “Berliner Institut für Faschistenforschung (BIFF)”. Nun, das “BIFFF” (Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion e. V.) mit drei Pfeiffer-F ist eigentlich kein richtiges Institut – jedenfalls ist es nichts, was man sich als durchschnittlicher Bildungsbürger unter einem Institut vorstellt – sondern ein eingetragener Verein, über den man auch aufgrund eines nicht-vorhandenen Impressums nicht viel mehr herausfindet, als dass der Vereinsvorsitzende ein Diplom-Psychologe namens Peter Kratz ist. Institut klingt aber gleich viel seriöser – obwohl die unterstellte Nähe zur “norwegischen Neonazi-Szene” durch den auffallend Svastika-paranoiden Herrn Kratz mehr oder minder aus der Tatsache gefolgert wird, dass einige der Fans auf Myspace bzw. Youtube Runen bzw. Svastika-ähnliche Symbole in ihren Avatarbildern verwenden.

Nachdem es also bei BILD mit Copy+Paste mal wieder nicht so richtig klappen wollte, entschied man sich konsequenterweise auch gegen eine nähere Recherche der doch sehr dürftigen Beweiskette. Die Band Gorgoroth selbst distanziert sich jedenfalls von faschistischem Gedankengut – hätte man mit ganz wenig gegoogle auch bei Wikipedia nachlesen können.

Einen kleinen Trost gibt es dann aber doch noch für empörte Christen – denn wie BILD analysiert hat werden die satanistischen Texte “(…) so laut ins Mikro gebrüllt (…), dass man sie nicht verstehen kann.”

Ach, es geht doch nichts über ein anständiges Stück Qualitätsjournalismus!

Battlefield 3: Spyware frei Haus

Freitag, 28. Oktober 2011

Ach ja. Damals war’s. Der erste Brotkasten im Jugendzimmer. Ein Stapel 5 1/4″ Disketten daneben – voll mit Sicherheitskopien! Joysticks, deren Mikroschalter nach stundenlangen Ugh-Lympics oder Summer Games-Sessions den Gesetzen der Physik folgend barsten. So war das mit den Computerspielen. Früher…

Nach mehr oder minder enthaltsamen Jahren – zumindest was das Spielen auf dem PC angeht, die Wii steht selten frequentiert neben dem Fernseher – weckte ein Promo-Video des Spiels “Battlefield 3″ meine Aufmerksamkeit. Beim Betrachten des feuchten Asphalts auf dem Flugzeugträger bei dieser Kampfjet-Mission (ab 1:45 min) schließlich begann ich darüber nachzudenken, meinem nicht all zu schlecht ausgerüsteten PC eine brauchbare Grafikkarte zu spendieren und mir eben jenes “Battlefield 3″ zuzulegen.

Eine kurze Recherche des Grafikkartenmarktes nebst folgendem Preischeck bei Amazon ließen den Wunsch nach Abgleich mit meinem Barmittelbestand Form annehmen… bis, ja bis… nur 1 Stern Bewertung für die PC-Version? Das konnte nicht stimmen: war hier vielleicht die Konkurrenz am Werk? Ein näherer Blick auf die Rezensionen brachte Klarheit:

Es werden laut AGB u.a. IP- sowie MAC-Adresse, eure Daten und Medien, die ihr auf dem Rechner habt, erfasst, deren Nutzung und ob evtl. eine Lizenz vorhanden ist.

schreibt “mo3biuS”. “mer” hat offenbar noch einige Details in Erfahrung bringen können:

Daraufhin habe ich im EA Support Livechat angefragt was das denn solle. Die Antwort war einfach, sie scannen den PC auf Raubkopieen, da diese das Gameplay beeintraechtigen koennen. Auch Metadaten von MP3s und Filmen werden ausgelesen und an EA uebertragen. (ja, ihr lest richtig, dies hat mit der EA Support bestaetigt!)

Nun – den Plan mit der Grafikkarte und dem Kauf des Spiels habe ich begraben. Wenn mich wieder die Spielelust packt, tut es sicher auch eine Runde Wii Sports.

Update: frlan hat einen aufschlussreichen Artikel dazu auf SPON gefunden.

Trojaner-Herrmann will Linkspartei beobachten lassen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Schon wieder fordert ein CSU-Politiker, die Linkspartei möge künftig vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sieht sich aufgrund des am Wochenende beschlossenen Grundsatzprogrammes zu dieser Feststellung veranlasst, er sieht in der Partei eine “Gefahr für Deutschland”.

Dass sich nun ausgerechnet Herrmann als großer Bewahrer der Demokratie aufspielt, indem er eine Partei diskreditiert, weil er mit deren politischer Linie nicht einverstanden ist, wirkt in Hinblick auf die jüngsten Vorwürfe gegen den CSU-Mann im Zusammenhang mit der Staatstrojaner-Affaire geradezu grotesk. Man muss kein Freund der Linkspartei sein (ich bin keiner), man muss das Erfurter Programm auch nicht gut finden. Man kann der Linkspartei sogar eine gehörige Portion an verzweifeltem Populismus vorwerfen, weil sie sich plötzlich in der Breite als “internet-affin” präsentiert. Man könnte Oskar Lafontaine darauf hinweisen, dass Enkel auch enterbt werden können. Man sollte aber als vorgeblicher Demokrat sehr, sehr vorsichtig sein, wen man mit Dreck bewirft, während man selber bis zum Hals in der Schlammgrube sitzt.

Liebe katholische Kirche!

Samstag, 22. Oktober 2011

Wenn in dem, was ihr predigt (ihr wisst schon, die Geschichte mit den Todsünden, dem Himmel und dem Fegefeuer) auch nur ein Fünkchen Wahrheit steckt, seid ihr ALLE am Arsch!

Irgendwas mit Internet

Freitag, 21. Oktober 2011

Mit Erstaunen musste ich gerade feststellen, dass die BILD heute den CSU-DemagogenPolitiker Hans-Peter Uhl zum “Verlierer des Tages” erklärt.

Nun gibt es wahrlich viele Gründe, Hans-Peter Uhl als “Verlierer” (mit diesem Terminus sanktioniert die BILD normalweise Leute, die in den Augen des Satiremagazins irgendetwas falsch gemacht oder etwas falsches gesagt haben) zu betiteln. Zum Beispiel weil der ältere Herr die moderne Kommunikationstechnologie nicht mehr versteht, man in manchen seiner Statements rassistische Tendenzen erkennen könnte, Herr Uhl ein sehr seltsames Verständnis für das Recht auf freie (und auch anonyme!) Meinungsäußerung hat oder weil Uhl auf widerwärtige Art und Weise das Attentat von Norwegen für seine VDS-Hasspropaganda instrumentalisiert hat.

BILD hat sich jedoch etwas ganz anderes herausgesucht. Es ist die “Fiese Attacke” auf die Website Uhls, die ihn zum Verlierer macht:

Lahm gelegt wurde die Seite übrigens nach dem Defacement von den Admins der Seite, damit diese ein frisches Joomla installieren konnten. Der “verhöhnende” Spruch “it works” wird nämlich normalerweise von einer frischen Joomla-Installation angezeigt. Die Spezialexpertenverfasser des gestrigen Artikels hatten das übrigens noch so halbwegs korrekt aus anderen Medien abgeschrieben.

Diesen Satz gibt ein Webserver nach der Neuinstallation aus, wenn alles funktioniert.

Fast richtig, liebe BILD-Redaktion, fast richtig.

Edit:Se Ronny wies mich soeben darauf hin, dass “it works” die Initialmeldung eines frisch installierten Apachen ist. BILD hat also richtig abgeschrieben.

Selten so gelacht!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Ein mutmaßlicher Bankräuber hatte, als die Polizei den flüchtigen Verdächtigen stoppen wollte, in seinem Fluchtfahrzeug eine Gasflasche geöffnet und das Luft-Gasgemisch entzündet. Bei der Explosion erlitt der Täter schwere Verbrennungen und sitzt seitdem im Rollstuhl, 5 Polizeibeamte wurden ebenfalls verletzt. Und wie findet BILD das Ganze?

Ja, wirklich total lustig.