Archiv für die Kategorie ‘Du bist’n Huhn!’

So sind wir (16)

Montag, 01. Dezember 2014

Erfurt. Mit sage und schreibe 5 Promille ist eine Frau auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt aufgegriffen worden. Sie hatte zwei kleine Kinder und einen ebenfalls betrunkenen Mann bei sich.

Via TA

Döpfner: „Diskriminierung“ durch Google

Donnerstag, 06. November 2014

Ach herrje, da kommen einem doch wirklich die Tränen. Springer fühlt sich durch Google diskriminiert. Rufen wir uns noch einmal die Timeline der Ereignisse, die zu dieser vorgeblichen Diskriminierung geführt haben, in Erinnerung:

  • 2009: verschiedene Presseverlage, allen voran der Axel-Springer-Verlag mit seinem Schild & Schwert Christoph Keese, fordern ein „Leistungsschutzrecht für Presseverlage“. Google (und andere Suchmaschinen) sollen für Teaser in Suchergebnislisten Geld an die Verlage bezahlen. Damit versuchen die Verlage, marktwirtschaftliche Mechanismen per Gesetz zu untergraben (erstaunlich, besonders beim neo-kon geprägten Springer-Verlag)
  • Die Netzöffentlichkeit ist mehrheitlich erstaunt; ist doch das Anzeigen von Teasern durch Suchmaschinen ein Prinzip von Geben und Nehmen. Die Suchmaschinen bringen Traffic auf die Verlagsseiten, die ihrerseits durch dort geschaltete Werbeanzeigen davon unmittelbar profitieren. Und Google verdient durch eigene Werbeanzeigen, die neben den Suchergebnissen präsentiert werden. Mit dem Geld investieren Verlage in ihre journalistischen Angebote und Google in ihr Technologiecluster. Win-Win, Keese & Co. sehen das aber anders. Hinweise auf bereits existierende Möglichkeiten, Ergbenisse auf Suchmaschinen im Umfang zu reduzieren oder zu unterbinden, werden (wohlwissentlich um das eigentliche Ansinnen der Verlagslobby $$$) wegdiskutiert
  • 2012: Der Bundestag beschließt, dass im Urheberrechtsgesetz die Paragrafen 87f bis 87h hinzugefügt werden, in denen die von den Verlagslobbyisten geforderten Regelungen manifestiert werden
  • Die Verlagslobby jubelt
  • 2013: Google beugt sich dem Gesetz, welches ja nicht besagt, dass Google die erweiterten Inhalte zeigen und dafür bezahlen muss, sondern stellt Suchmaschinen vor die Wahl: Anzeigen und bezahlen oder eben nicht anzeigen. Google nutzt diesen Handelsspielraum, der per Gesetz eingeräumt wurde, aus und macht die künftige Anzeige von erweiterten Suchergebnissen der betroffenen Presseangebote von der Erklärung abhängig, auf ein Entgelt zu verzichten. Sonst werden eben nur noch Überschriften gelistet, wie es das Gesetz verlangt. Die Verlage stimmen zähneknirschend zu
  • 2014: Die VG Media, Geldeintreibeorgan der Verlage, poltert was von „Marktmissbrauch“ und „Monopolen“ (hier könnte man fragen, schafft man nicht durch eine Verwertungsgesellschaft auch eine Art Monopol?), versucht dann auch die Verlage in Sippenhaft zu nehmen, die dieses dämliche Spiel nicht mitspielen wollen („wenn auslisten, dann bitte die gesamte Presse“) und versucht sich beim Bundeskartellamt einen Titel zu holen
  • Das Bundeskartellamt sagt „Nö“
  • Die Verlage bekommen das große Heulen, reden von Diskriminierung und erlauben schließlich Google auch weiterhin das entgeltfreie Listen von Überschriften und Textausschnitten
  • Die Netzöffentlichkeit feiert

Ich zitiere an der Stelle mal Stromberg: „Fuchs musst du sein, nicht nur einen buschigen Schwanz haben“

Pollergate: Du! kommst! hier! nicht! durch!

Mittwoch, 05. November 2014

Nach 4 Monaten Testlauf schafft die Erfurter Stadtverwaltung nun „unumstößliche“ Fakten und platziert in der Meister-Eckehart-Straße einen massiven versenkbaren Poller. Aus meiner Sicht eine konsequente und richtige Entscheidung. Die Gegenargumente scheinen mir an den Haaren herbei gezogen. Inwiefern die Sperrung dem Einzelhandel Kunden kosten soll, erschließt sich mir nicht da das Areal jenseits des Pollers ja immer noch vom Juri-Gagarin-Ring über die Neuwerkstraße angesteuert werden kann. Parken ist dort sowieso ein Lotteriespiel, der Parkplatz hinter dem Hirschgarten keine 200m entfernt. Noch konsequenter wäre natürlich, die Zufahrt vom Domplatz komplett zu sperren bzw. nur noch für Anwohner zu öffnen. Für die Damen und Herren , die meinen ihre Hosenscheißer mit dem SUV bis vor das Schultor bugsieren zu müssen spielt an der Stelle mal die kleinste Violine der Welt.

 

DJs – früher und heute

Montag, 08. September 2014

1997: Der kanadische DJ A-Trak gewinnt mit 15 Jahren die DMC World Championship.

 

2014: Natalia París, ein kolumbianisches Model und „DJane“ berührt die Regler eines DJ Mischpultes. Man beachte das Macbook links im Zusammenhang mit den Timecodes der beiden Player („00m:00s:00.0“). Pro Stunde Regler anfassen verdient sie 10.000 Dollar.

„Funktionsfähigkeit der deutschen Dienste“

Samstag, 10. August 2013

Ah, der rechte Flügel der SPD meldet sich zu Wort:

Hartmann, der ebenfalls im Parlamentarischen Kontrollgremium sitzt, warnte aber zugleich: „Ich will nicht, dass die Funktionsfähigkeit der deutschen Dienste und die Zusammenarbeit mit den Amerikanern beschädigt wird.“

Es geht natürlich um Prism. Die Sorge Herrn Hartmanns ist jedoch unbegründet, denn wie „funktionsfähig“ die deutschen Dienste in Wahrheit sind haben wir am Beispiel der NSU schon hinreichend vor Augen geführt bekommen.

Warum ich AdBlock nicht abschalte

Mittwoch, 15. Mai 2013

Ist man nicht gerade Medientotalverweigerer, kann einen diese Meldung nicht verfehlt haben: Angelina Jolie hat sich die Brustdrüsen entfernen lassen. Ja, Nein, Ja, Nein, Ooooooch!

Eine Meldung, die man natürlich in der BILD und deren Derivaten erwartet, in den „Frauen-Illus“, im Stern sowieso, auch im Focus und selbstverständlich trüge die prädestinierte Rubrik im Spiegel nicht den Scherznamen „Pornorama“ wenn sich nicht auch dort Platz für einen Tittengeschichte fände.

OK, man sollte den ernsten Hintergrund der Meldung nicht außen vor lassen. Die Schauspielerin lebt mit einem genetisch bedingt erhöhten Krebsrisiko. Nun ist auch überhaupt nichts verwerfliches dabei, im Zusammenhang mit der Meldung das Thema Brustkrebs zu thematisieren. Fraglich ist hingegen, warum der Spiegel 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 Artikel nebst Fotostrecke featured. Über den Artikeln wie generell über jedem Spiegel-Artikel prangt nun seit 2 Tagen ein auffälliges rotes Banner, das sich an die bösen AdBlock-Nutzer richtet und um das Abschalten des Werbeblockers bittet. Man müsse ja schließlich seine Kosten decken. Angesichts von satten 8 Artikeln für eine Meldung, die man auch mit 2 Artikeln gut hätte darstellen können muss ich natürlich davon ausgehen, dass die Einnahmen immer reichlich sprudeln.

Man könnte glauben, dass diese sich inhaltlich überschneidenden Beiträge vorrangig zum Ziel haben, mehr virtuelle Werbefläche anbieten zu können und die Klickraten zu erhöhen. Vielleicht könnte jemand vom Spiegel gegenargumentieren „ja das müssen wir machen, weil ihr kostenlos-mentalen AdBlocker unseren schönen Online-Spiegel für lau lest“. Nun stelle ich mir die Frage, warum der Spiegel eigentlich nicht bei Flattr mitmacht. Ich finde die Idee hinter Flattr ziemlich gut! Man klickt und bezahlt, wenn es einem gefällt. „Kasse des Vertrauens“ hieß das mal zu DDR-Zeiten wenn es sich nicht gelohnt hat, einen Blumenkohl zu 10 Pfennig von einer Verkäuferin veräußern zu lassen.

Anstatt sich um alternative Geschäftsmodelle zu bemühen greift man aber lieber zum Mimimi-Balken. Oder lässt sich per Gesetz von Google bezahlen.

Für Heise.de und Golem.de habe ich den AdBlock übrigens abgeschaltet. Nicht, weil sie mich darum gebeten haben. Sondern wegen der klaren Statements zum Leistungsschutzrecht.

Und weil der Spiegel ja kein Flattr macht, habe ich AdBlock für einen Artikel pausiert. Und zwar für jenen.

Sie hat „Jehova“ gesagt!

Dienstag, 14. Mai 2013

Angela Merkel hat endlich gestanden. Ja, die Bundeskanzlerin hat tatsächlich eine „DDR-Vergangenheit“ was in Anbetracht der Tatsache, dass sie 35 Jahre lang in dem Staat lebte nicht wirklich verwundern kann. Anke Sirleschtov vom Tagesspiegel kommentiert dazu:

Und dann: „Auch ich war in der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft.“ Als sei nichts dabei, Mitglied dieser antidemokratischen Vereinigung gewesen zu sein, in der praktisch fast alle erwachsenen DDR-Bürger waren. Angela Merkel jedenfalls findet an diesem Sonntagabend nichts Verwerfliches mehr (…)

Soll das jetzt lustig sein? Ist das sarkastisch gemeint? Man kann natürlich streng logisch schlussfolgern, das in einem antidemokratischen Staat auch all dessen Organisationen antidemokratisch sind. Ich weiß nicht, wo Frau Sirleschtov aufgewachsen aber offenbar nicht in der DDR. Sonst könnte sie realistischer einschätzen, welchen Stellenwert diese „antidemokratischen“ Organisationen großenteils eingenommen haben. Sie schreibt ja selbst, sprachlich etwas holprig: „in der praktisch fast alle erwachsenen DDR-Bürger waren“. Wenn man also per default Mitglied einer Organisation zu sein hat, wie eben den Jungpionieren, der FDJ, dem FDGB oder der DSF liegt es eigentlich auf der Hand, dass nicht die Begeisterung für die Sache den Auschlag dazu gegeben haben kann. Wolfgang Schilling hat die Rolle der DSF heute früh im mdr schön zusammengefasst. dass es nämlich [sinng.] darum ging „ein Mal im Monat einen Russenfilm anzuschauen den man aber tunlichst nicht so nennen durfte“.

Genau so war es mit den Pionieren und der FDJ, und auch dem FDGB, dem man im Zweifel den einen oder anderen netten Ferienplatz verdankte. Von Angela Merkel deshalb eine Entschuldigung zu erwarten käme der Forderung gleich, sie entschuldigte sich in der DDR geboren zu sein.

Ciao, Annette

Sonntag, 10. Februar 2013

OK, zugegeben: das war jetzt nicht so schwer zu erraten aber trotzdem: Ich hab’s ja gesagt! 🙂

Geschichte wiederholt sich (II)

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Weiter geht’s:

Schavan geht mit Anwälten gegen Uni Düsseldorf vor

vs.

Guttenberg-Anwalt kritisiert Universität Bayreuth

*popcornmampf*

Geschichte wiederholt sich

Montag, 15. Oktober 2012

Allem Anschein nach wird es demnächst eine neue Bildungsministerin geben. Denn:

Merkel spricht Ministerin „volles Vertrauen“ aus

Wir erinnern uns: Vor ca. 1 1/2 Jahren gab es Folgendes zu vermelden:

Merkel sichert Guttenberg „volles Vertrauen“ zu

An Frau Schavans Stelle würde ich jetzt schleunigst damit anfangen, E-Mails an den Lobbyverteiler zu schicken.