Archiv für die Kategorie ‘Du bist’n Huhn!’

So sind wir (7)

Sonntag, 29. April 2012

Zu einem sehr ungewöhnlichen Vorfall kam es am Sonnabend in der Erfurter Friedrich-Engels-Straße. Bei einem Streit wurde eine 33-jährige Frau plötzlich “bissig” und nahm den Unterarm eines Mannes zwischen die Zähne.

Ähm… genau; hatten wir doch schon einmal!

via TA Online

Sven Regener schimpft

Freitag, 23. März 2012

Richtig gute Unterhaltung: Sven Regener von “Element of Crime” rantet gegen das Google, Youtube, die Piratenpartei und “Deppen”, die sich beschweren, dass EOC Videos bei Youtube gesperrt sind. Mit Deppen meint er übrigens die EOC-Fans, denn nur ein echter EOC-Fan ist erpicht darauf, sich die Videos der Band unbedingt anschauen zu wollen.

Die Argumentationskette Regeners ist erschreckend dünn. Angefangen mit falschen Behauptungen (z.B. dass die Piratenpartei verlangt, dass Musiker umsonst arbeiten oder das “Youtube nicht pro Klick bezahlen möchte”) über Mimimi-Gejammer, das böse Youtube haut sich die Taschen voll und die Künstler gehen leer aus (selbst Plattenlabels wie Sony-Music beklagen mittlerweile, dass ihnen Geld durch fehlende Youtube-Promotion entgeht …) bis hin zu würdelosen Schimpftiraden auf die eigenen Fans möchte man Herrn Regener doch am liebsten ein Taschentuch reichen. Mal im Ernst, es ist ohne Zweifel richtig, das Thema Urheberrecht allumfassend zu diskutieren und dabei verschiedene Perspektiven zuzulassen, aber so ein haltloser Rant lädt gerade zu ein, zerlegt zu werden. Das hat Christoph Lauer in einer Interviewantwort dann gleich mal übernommen.

Leistungsschutzrecht: Willkommen im Fight Club

Mittwoch, 07. März 2012

Das Netz diskutiert gerade eifrig über das zu implementierende Leistungsschutzrecht. Zusammengefasst geht es darum, Google zahlen zu lassen, wenn bestimmte Verlagsinhalte als Suchergebnis angezeigt werden. Um mal die Handpuppen heraus zu holen: Google verdient sein Geld mit Werbung. Die Verlage verdienen ihr Geld im Internet mit Werbung. Beide benötigen dafür Traffic. Möglichst viel Traffic. Mittlerweile sind bei vielen Browsern URL-Leiste und Suchmaschineneingabe miteinander verheiratet (meint Mutter tippt URLs grundsätzlich bei Google ein!)

Ich freue mich schon auf den Tag, an dem der Suchmaschinenquasimonopolist Google die Springer-Seiten aus dem Index schmeißt. Hell yeah!

Kulinarium XXV

Samstag, 18. Februar 2012

Ich hab’s rausgefunden. Ich weiß jetzt, warum man in vielen hiesigen Restaurants oder sagen wir lieber Gaststätten oftmals lieblos zubereitetes Essen serviert bekommt. Eklige Fertigsoßen, Großküchen-Convinience-Produkte, Pseudo-Gerichte. Sie wissen es einfach nicht besser. Da habe ich heute ein Youtube-Video gefunden, in dem die Zubereitung einer Sauce Hollandaise erläutert wird. Schenkt man den Kommentaren Glauben, dann lernen die Kochschüler an manchen Schulen, dass man eine Hollandaise auf Basis einer Zwiebel-Reduktion (!) zubereitet.

Bei gewissen Dingen muss man einfach pingelig sein und Zwiebel hat in einer Hollandaise nichts zu suchen. Eigelb, evtl. Weinessig oder Weißwein, Wasser, zerlassene Butter, Salz, evtl. Pfeffer und Zitronensaft. Manche hauen noch einen Schuss Worcestersauce dazu. Könnte man noch gelten lassen. Aber verdammt nochmal keine Zwiebel! Wer das nicht glauben mag, soll einfach bei Bocuse oder Escoffier nachschauen. Das hat übrigens nichts mit meinem heimlichen Faible für “Thomy Sauce Hollandaise” zu tun, denn das ist irgendwas, gelbes, soßiges aber hat definitiv gar nix mit einer richtigen Hollandaise zu tun.

Ich habe manches Mal überlegt, ob ich anstatt Büro nicht die Küche als Arbeitsplatz hätte wählen sollen. Nee, alles richtig gemacht. Kochen kann man auch in der Freizeit. Für die Lieben und für die Freunde, und nicht für meckernde Gäste und unter dem Zwang der Kostenoptimierung.

Kresse halten, echt jetzt

Samstag, 21. Januar 2012

Nee nee nee, liebe CSU, so einfach ist das nicht mit der “Netzaffinität”. Da reicht es nicht, die große Buzzword-Grabbelbox rauszuholen und wahllos bunte Steinchen daraus aneinanderzubasteln. Dann kann nämlich auch gern mal so etwas passieren:

“Das Internet bietet die Chance, von der 2D zur 3D-Demokratie zu kommen, das heißt den Dialog in einer Open-Source-Gesellschaft mit den Bürgern zu führen. Deswegen gilt unser Wahlspruch, dass wir die Piraten im Internet stoppen und die Freiheit des Internets schützen.”

Nein, darin muss man keinen Sinn suchen, macht euch gar nicht erst die Mühe. Nehmt gleich den WTF-Stempel.

 

Via Netzpolitik

Hilfe, die Nazi-Satanisten kommen!

Montag, 31. Oktober 2011

Au weia – was muss man heute bei BILD-Online lesen? Satanisten-Bands kommen nach Berlin! Noch schlimmer, Nazi-Satanistenbands! Mit Schafsblut und nackten Frauen (also die schlechte Art nackter Frauen, nicht jene, welche in hübscher Regelmäßigkeit die BILD-Zeitung zieren)!! Und das an Allerheiligen!!!

Im Zentrum von BILDs gespielter Empörung steht die norwegische Blackmetal-Band “Gorgoroth”. Der Artikel, der sich vorwiegend aus hastig abgetippten Informationen der Wikipedia zusammensetzt, zitiert unter anderem das (sic!) “Berliner Institut für Faschistenforschung (BIFF)”. Nun, das “BIFFF” (Berliner Institut für Faschismus-Forschung und Antifaschistische Aktion e. V.) mit drei Pfeiffer-F ist eigentlich kein richtiges Institut – jedenfalls ist es nichts, was man sich als durchschnittlicher Bildungsbürger unter einem Institut vorstellt – sondern ein eingetragener Verein, über den man auch aufgrund eines nicht-vorhandenen Impressums nicht viel mehr herausfindet, als dass der Vereinsvorsitzende ein Diplom-Psychologe namens Peter Kratz ist. Institut klingt aber gleich viel seriöser – obwohl die unterstellte Nähe zur “norwegischen Neonazi-Szene” durch den auffallend Svastika-paranoiden Herrn Kratz mehr oder minder aus der Tatsache gefolgert wird, dass einige der Fans auf Myspace bzw. Youtube Runen bzw. Svastika-ähnliche Symbole in ihren Avatarbildern verwenden.

Nachdem es also bei BILD mit Copy+Paste mal wieder nicht so richtig klappen wollte, entschied man sich konsequenterweise auch gegen eine nähere Recherche der doch sehr dürftigen Beweiskette. Die Band Gorgoroth selbst distanziert sich jedenfalls von faschistischem Gedankengut – hätte man mit ganz wenig gegoogle auch bei Wikipedia nachlesen können.

Einen kleinen Trost gibt es dann aber doch noch für empörte Christen – denn wie BILD analysiert hat werden die satanistischen Texte “(…) so laut ins Mikro gebrüllt (…), dass man sie nicht verstehen kann.”

Ach, es geht doch nichts über ein anständiges Stück Qualitätsjournalismus!

Trojaner-Herrmann will Linkspartei beobachten lassen

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Schon wieder fordert ein CSU-Politiker, die Linkspartei möge künftig vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sieht sich aufgrund des am Wochenende beschlossenen Grundsatzprogrammes zu dieser Feststellung veranlasst, er sieht in der Partei eine “Gefahr für Deutschland”.

Dass sich nun ausgerechnet Herrmann als großer Bewahrer der Demokratie aufspielt, indem er eine Partei diskreditiert, weil er mit deren politischer Linie nicht einverstanden ist, wirkt in Hinblick auf die jüngsten Vorwürfe gegen den CSU-Mann im Zusammenhang mit der Staatstrojaner-Affaire geradezu grotesk. Man muss kein Freund der Linkspartei sein (ich bin keiner), man muss das Erfurter Programm auch nicht gut finden. Man kann der Linkspartei sogar eine gehörige Portion an verzweifeltem Populismus vorwerfen, weil sie sich plötzlich in der Breite als “internet-affin” präsentiert. Man könnte Oskar Lafontaine darauf hinweisen, dass Enkel auch enterbt werden können. Man sollte aber als vorgeblicher Demokrat sehr, sehr vorsichtig sein, wen man mit Dreck bewirft, während man selber bis zum Hals in der Schlammgrube sitzt.

Irgendwas mit Internet

Freitag, 21. Oktober 2011

Mit Erstaunen musste ich gerade feststellen, dass die BILD heute den CSU-DemagogenPolitiker Hans-Peter Uhl zum “Verlierer des Tages” erklärt.

Nun gibt es wahrlich viele Gründe, Hans-Peter Uhl als “Verlierer” (mit diesem Terminus sanktioniert die BILD normalweise Leute, die in den Augen des Satiremagazins irgendetwas falsch gemacht oder etwas falsches gesagt haben) zu betiteln. Zum Beispiel weil der ältere Herr die moderne Kommunikationstechnologie nicht mehr versteht, man in manchen seiner Statements rassistische Tendenzen erkennen könnte, Herr Uhl ein sehr seltsames Verständnis für das Recht auf freie (und auch anonyme!) Meinungsäußerung hat oder weil Uhl auf widerwärtige Art und Weise das Attentat von Norwegen für seine VDS-Hasspropaganda instrumentalisiert hat.

BILD hat sich jedoch etwas ganz anderes herausgesucht. Es ist die “Fiese Attacke” auf die Website Uhls, die ihn zum Verlierer macht:

Lahm gelegt wurde die Seite übrigens nach dem Defacement von den Admins der Seite, damit diese ein frisches Joomla installieren konnten. Der “verhöhnende” Spruch “it works” wird nämlich normalerweise von einer frischen Joomla-Installation angezeigt. Die Spezialexpertenverfasser des gestrigen Artikels hatten das übrigens noch so halbwegs korrekt aus anderen Medien abgeschrieben.

Diesen Satz gibt ein Webserver nach der Neuinstallation aus, wenn alles funktioniert.

Fast richtig, liebe BILD-Redaktion, fast richtig.

Edit:Se Ronny wies mich soeben darauf hin, dass “it works” die Initialmeldung eines frisch installierten Apachen ist. BILD hat also richtig abgeschrieben.

So sind wir (6)

Montag, 18. Juli 2011

Nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in der Tungerstraße in Erfurt biss am Freitag gegen 12:00 Uhr eine 20-jährige Frau ihren 23-jährigen Freund in den Unterarm. Der junge Mann musste ärztlich behandelt werden.

Via TLZ

Neues von der Verräterpartei

Dienstag, 21. Juni 2011

Irgendwie war es still geworden um die Verräterpartei AKA Asozialdemokraten. Die ehemalige Arbeiterpartei sonnte sich Monate lang im Windschatten des Sturms, der der Regierungskoalition seit geraumer Zeit entgegenschlägt. Nun melden sich die Genossen, zunächst allenfalls durch Personaldebatten in der Agenda vertreten, wieder zu Wort: Vorratsdatenspeicherung muss (wieder) her!

Man kann nur darüber spekulieren, ob man im Willy-Brandt-Haus auf eine neue große Unheilskoalition schielt. Dabei hat man es offenbar aufgegeben, interessierte Netizens als potentielle Wähler zu betrachten – und das zu Recht! Wir erinnern uns nur all zu gut an die Patenthalse, die die SPD beim Thema Zugangserschwerungsgesetz hingelegt hat. Nun liegt mal wieder alle Hoffnung bei den “Liberalen”. Oh, dude, we are fucked!

Update: Der Soundtrack zur Tragödie (Klassiker) http://www.youtube.com/watch?v=8vFL0QWxugI
Update 2: Sowas kommt von sowas!
Update 3: *popcornmampf*