Archiv für die Kategorie ‘Domspitzen’

Domspitzen Jahresrückblick 2010

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kinners, war das wieder aufregend dieses Jahr! Zeit, einen kurzen Blick zurück zu werfen: Was hat das Domspitzen-Blog anno domini 2010 beschäftigt?

Januar

Der Januar begann für mich in Budapest und einem sehr erfolgreichen Beutezug durch einen der dortigen Auchan-Märkte. Den lukullischen Highlights folgte der erste Schock des Jahres: Die Braugold-Abfüllung wurde von Erfurt nach irgendwo in Sachsen verlagert. Und es sollte noch schlimmer kommen für die Erfurter Biermarke, aber dazu später mehr.

Die Stakeholder deutscher Leitmedien verfransten sich in Diskussionen um eine “iPhone-App”. Diskussionen gänzlich anderer Natur führte man in Kernberghausen ob des neuen Sponsors, der seine Marke traditionell in Rot und Weiß präsentiert. Zum Trost gab es ein paar Flöhe aus der Landeshauptstadt! Und: wir haben spekakulär gekocht!

Februar

…haben wir mindestens genau so spektakulär gekocht. Ganz groß: endlich nahmen die Mainstream-Medien von unserem illustren kleinen Blog Notiz! Unglaublich: manche zerbrachen sich immer noch den Kopf über eine prophane iPhone App. Weitaus weniger prophan und auch überhaupt nicht zum Lachen war das, was nach und nach aus Richtung insbesondere der katholischen Kirche an’s Licht kam. Man(n) hatte offenbar den Begriff der Nächstenliebe gänzlich fehlinterpretiert. Um so erstaunlicher, dass es um diejenigen, die im Jahr zuvor noch am lautesten nach mehr Schutz für Kinder geschrien hatten, plötzlich ganz ganz ruhig wurde

März

Etwas munterer waren Politiker in Nordrhein-Westfalen. “Rent-a-Politician” hieß dort ein erfolgreiches Erlösmodell und kostete “Kinder-statt-Inder” Jürgen Rüttgers auch schließlich erst die Wahl und dann die Karriere. Tierisches wurde aus Erfurt vermeldet. In der Landeshauptstadt hatte die Polizei erhebliche Probleme beim Einfangen eines Hängebauchschweins. Was zunächst nach einer guten Nachricht klang, erwies sich eher als Promotion Fake: Die angekündigte und begrüßenswerte Trennung der Scorpions wurde bis heute noch nicht vollzogen. Da fand ich den gefakten Einmarsch der Russen in Georgien doch viel lustiger – die scripted Doku verursachte eine Massenpanik.

Und hätten wir bloß mal richtig gut gekocht

April

Das haben wir dann wieder im April. Thema Lebensmittel: einem hessischen Kindergarten wurde wegen “besprochenem Salz” die Betriebserlaubnis entzogen. Andere, die Missbrauch an Kindern trieben, versuchten sich mit absurden Schuldzuweisungen aus der Affaire zu wieseln. Ach ja, im April begann auch die Diskussion um Nacktscanner an Flughäfen. Und noch ein anderes, wichtiges 2010er Thema rückte langsam in den Fokus der allgemeinen Wahrnehmung.

Mai

Wir konnten zunächst unsere unnachgiebige Judikative bejubeln, die keinen Unterschied zwischen Politikern und dem gemeinen Pöbel machte. Erst sprudelte das Öl, dann die Ideen: auch hier ahnte sicher niemand, wie lange uns diese Umweltkatastrophe noch beschäftigen würde. Schlimm genug, wenn die Natur aufgrund mangelnder Sorgfalt leiden muss. Noch schlimmer, wenn sie wegen menschlicher Grausamkeit darbt. Aufgrund kognitiver Dissonanzmechanismen schmecken uns die Burger aber immer noch.

Juni

Gestern war es viel zu kalt, -15° Grad Celsius. Im Juni haben wir dafür geschwitzt, ziemlich geschwitzt sogar. Und trotzdem göttlich gekocht! Das hat offenbar die Sinne dermaßen betört, dass einen kurzfristig sogar der Herr Baron beeindrucken konnte. Zunächst bestimmten jedoch andere die politische Agenda. Persönlich lief es im Juni nicht ganz so gut. Dafür ist meine rechte Hand nun titanverstärkt.

Juli

In Ermangelung angemessener Tipp-Fähigkeiten fiel der Juni hinsichtlich der Beitragsdichte etwas mau aus. Aber gekocht haben wir trotzdem – wenn auch nur mit einer Hand! Die ARD überrachte uns mit einem medialen “epic fail”. Und wir haben gelernt, dass es gefährlich sein kann, mit dem “Freund und Helfer” gemeinsam ein Hotel zu bewohnen.

August

Immer noch beeinträchtigt vom gebrochenen Handgelenk gab es im August genau 2 Meldungen: Eine ganz herbe Klatsche für Kernberghausen und sensationelle Bratkartoffeln! Die sehen übrigens nur wegen Photoshop so schwarz aus – ehrlich!

September

Der Papst hat vorgelegt und bei seinem England-Besuch einen astreinen Goodwin gepullt. In Lörrach wurde scharf geschossen, und diesmal konnte man nun wirklich keinen Computerspielen oder Filmen die Schuld zuschieben. Wir haben gegen Kernberghausen gewonnen – und mal wieder absolut obergöttlich gekocht!

Oktober

In Stuttgart hatte es nun richtig geknallt. So schlimm hatte ich das noch nicht einmal die Demos 1989 miterlebt, was aber auch daran lag, dass ich erst mit demonstrieren durfte, nachdem das Schlimmste schon vorbei war. Der ehemalige Musiksender MTV zog endlich Konsequenzen aus der massiven Kritik, man würde die Zuschauer mit sinnbefreiten “Scripted Reality”-Formaten verdummen, und beschloss, ab 1.1.2011 nur noch als Pay-TV Sender zu agieren. Das kann nur eine Goldgrube werden. An Liquidität mangelte es auch nicht der Göttinger Polizei, die mit massivem Personalaufwand Handy-Entsperrer jagte. Und wir haben zuerst etwas bodenständig gekocht und dann besser als jemals zuvor!

November

Erfurt im Visier der Terroristen! Wir waren schockiert! SCHOCKIERT! Wenn man also feststellt, dass die Welt sowieso den Bach runter geht und wir bald alle tot sind, kann man sich auch mal direkt in die Reihen des Feindes trauen. Aber zurück zum Thema Terrorpanik: Jene stieg dem einen oder anderen zu Kopf. Offenbar nachhaltig. Erst Wikileaks schaffte es, das Thema Terrorpanik aus der Agenda zu schubsen.

Und leider verließ uns einer der ganz Großen.

Dezember

Die Hetzjagd auf Julian Assange geriet so richtig in Fahrt. Wir haben überrascht festgestellt, dass im Dezember Schnee fällt und es kalt werden kann. In Ägypten fällt zwar kein Schnee, aber trotzdem ist da jemandem das Gehirn eingefroren. Eine spannende TV-Serie fand ein recht unspannendes Ende. Taktiles Parteigeplänkel bewahrte uns vor einer simpel gesagt schwachsinnigen Gesetzesnovelle zum Kinderschutz. Ungarn bereitet eine solide Diktatur vor. Und wir haben – zum letzten Mal dieses Jahr – ganz besonders hervorragend gekocht!

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und ein spannendes und erfolgreiches 2011!

Na gugge nuar…!

Donnerstag, 25. November 2010

Fleißige Leser haben uns neue Begriffe für das Domspitzen-Wörterbuch vorgeschlagen. Unn – da sinn se schon!

Vielen Dank allen Einsendern!

PANIK! "Al Quaida" in Erfurt

Sonntag, 07. November 2010

Oder wie ist folgende Symbolbebilderung der heutigen BILD-Online-Ausgabe zu verstehen?

BILD Online 7.11.2010

Klatsche!

Mittwoch, 11. August 2010

Leser dieses Blogs wissen bereits, dass hier normalerweise nicht über die verbotene Stadt bzw. im Speziellen über die sog. Fußballmannschaft “FC Kernberghausen” berichtet wird.

Nach dem heutigen Spiel gegen Saarbrücken soll die Partie, die mit einer historischen 0:7-Niederlage nebst nachfolgenden Rangeleien zwischen Spielern und Zuschauern endete, nicht unerwähnt bleiben.

Der schon während des Spiels mit Schmährufen attackierte Hähnge lieferte sich nach der Partie eine handfeste Auseinandersetzung mit Fans. Ein Ordner musste dazwischen gehen.

Pimp my WordPress

Donnerstag, 10. Juni 2010

Unser Domspitzen-VServer ist ja in der Tat nicht der Schnellste. Auf jeden Fall ist der Datenbankserver ein eher gemächlicher Zeitgenosse. Kommen dann noch datenbankintensive Plugins dazu, kriegt man gern mal 5 Sekunden Wartezeit auf eine Seite.

Ich habe folgendes versucht, um WordPress schneller zu bekommen:

  • Datenbank (= Artikelbackup) über die WordPress Boardmittel erstellt
  • alte Datenbank komplett gesichert und dann gelöscht
  • Neues WordPress “from Scratch” aufgespielt mit neuer DB
  • die alten Artikel importiert – das hat den Vorteil, dass die Änderungshistorie aus der Datenbank raus ist
  • einen strengen Blick auf die installierten Plugins geworfen und im Zweifel deaktiviert (Google XML Sitemaps war z.B. einer der Bremskandidaten)

Das hat zunächst einen echten Performanceschub gebracht, der aber leider nicht von Dauer war. Schließlich habe ich mich etwas intensiver mit dem Thema WordPress Caching beschäftigt und bin dabei auf das Plugin WP-Supercache gestoßen. Durch das Plugin werden die Artikel- und Inhaltsseiten hart als HTML-Files gecached und statisch ausgeliefert, an Stelle jedes Mal die Datenbank zu fragen.

Das Plugin lässt sich leider nicht einfach aktivieren; sondern man muss vorher diverse Zugriffsrechte ändern und zurückändern, Code in die .htaccess schreiben – aber schließlich lief der Laden.

Nun wird bei jedem erst Zugriff auf einen Artikel/ Seite eine Cache-Version davon angelegt und dem nächsten Besucher statisch ausgeliefert (Ausnahme: Man kommentiert oder ist angemeldet). Bei Blogs mit sehr viel Traffic kann man sich nun zurücklehnen und warten, bis das ganze Blog durchgecached ist. Da ich ein ungeduldiger Mensch bin und nicht so viel Traffic anliegt, habe ich mir fix einen Cache-Trainer gebaut. Dazu benötigt man (Basis: Windows):

  1. Zunächst richtet man das Sitemaps-Plugin ein und erstellt sich eine brandneue XML-Sitemap.
  2. Nun ruft man diese Sitemap im Browser auf: [URL_DES_BLOGS]/sitemap.xml
  3. Den Inhalt der Sitemap kopiert man in Notepad rein und von dort aus in eine leere Excel/Calc-Tabelle (erfahrungsgemäß entfernt das unnütze Steuerzeichen)
  4. Schmeißt die oberen und unteren Zeilen raus, entfernt alle Spalten außer der ersten
  5. Schreibt in die zweite Spalte in die erste Zeile folgende Formel: =VERKETTEN(“wget.exe –spider “;A1) und zieht die Zelle runter bis zur letzten Zeile. Ihr solltet nun in der zweiten Spalte so etwas wie “wget.exe –spider [URL_DER_BLOGARTIKEL]” stehen haben
  6. Kopiert die ganze zweite Spalte und fügt sie im Notepad ein, speichert die Datei als “cachetrainer.bat” (der Name bleibt euch überlassen) in das Installationsverzeichnis von wget
  7. Startet die Batch-Datei aus dem wget-Verzeichnis heraus.

Was nun passiert ist das gleiche, was passieren würde, wenn ihr alle URLs per Hand nacheinander anklicken müsstet. Der Parameter –spider sorgt hier dafür, dass wget die Seiten nicht herunterlädt, sondern lediglich aufruft. Dadurch werden gleichzeitig im WordPress die Cache-Versionen erstellt.

Wenn die Batch-Datei durchgelaufen ist, solltet ihr nahezu alle Seiten und Artikel als gecachte Version liegen haben. Der Performance-Boost dabei ist wirklich sensationell!

Viel Spaß beim Basteln :-)

Trickser…

Donnerstag, 03. Juni 2010

2005 wurden Domains mit der Endung .eu freigegeben. Wie die FAZ heute online berichtet, hielt sich eine Firma aus Österreich für besonders clever und nutzte eine Regelung, nach der diejenigen Antragsteller bevorzugt Domains zugewiesen bekamen, wenn sie ein entsprechendes Markenrecht darauf besitzen. Nicht URL-konforme Sonderzeichen konnten dabei gestrichen oder ersetzt werden:

Um schon in der ersten Phase zum Zuge zu kommen, hatte die österreichische Internetportal- und Marketing GmbH in Schweden 33 Marken eintragen lassen, und dabei zwischen die Buchstaben immer das Sonderzeichen „&“ eingefügt. Laut EuGH stellte das Unternehmen 180 Anträge auf EU-Domains.  Aufgrund der Wegfall-Regel bekam es unter anderem für die für Sicherheitsgurte eingetragene Marke „&R&E&I&F&E&N&“ den Zuschlag für die Internetdomain „www.reifen. eu“.

Der Europäische Gerichtshof hat diesem Vorgehen nun “Bösgläubigkeit” bescheinigt. Die Österreicher müssen reifen.eu wieder abgeben.

Wörterbuch-Update

Mittwoch, 26. Mai 2010

Es wurde mal wieder Zeit für ein kleines Update unseres Domspitzen-Lexikons der Erfurter Mundart. Viel Spaß beim Schmökern!

Ossis in Afghanistan

Donnerstag, 22. April 2010

Die schwarze Bevölkerung Amerikas stellte in den 60ern 11% der US-amerikanischen Gesamtbevölkerung dar. Hingegen betrug ihr Anteil an der kämpfenden Truppe 33%, und etwa die Hälfte aller in Vietnam gefallenen US-Soldaten waren Afroamerikaner 1.

Der Historiker Michael Wolffsohn versuchte nun, ein ähnliches Bild von einer Überrepräsentation der “Ossis” bei der Bundeswehr zu konstruieren.

Mag ja sein, dass der Mann rein geo-mathematisch gesehen Recht hat. Aber, liebe Leute: Wir haben vor 20 Jahren die Grenze zwischen “Ost” und West entfernt. Die Jungs, die heute dank Gerhard Schröders unheilvoller Rot-Grün-Koalition und Angela Merkels nicht vorhandenem Rückgrat in Afghanistan sterben müssen, sind teilweise erst 18, 19. Die können bzw. bräuchten von dem ganzen Ossi-Wessi-Quatsch an sich gar nichts mehr wissen. Wird diese dämliche Unterteilung in Ost/West denn niemals enden? Redet mal mit einem Hamburger und einem Münchner – dann wird schnell klar, dass es zwischen Nord und Süd viel größere Unterschiede gibt…

Edit: Link hinzugefügt

Von Gauklern und Scharlatanen

Mittwoch, 14. April 2010

Mein Skype-Begriff des Tages ist heute das schöne Wort “Scharlatan”. Es entstammt dem Italienischen (“ciarlare” = beschwatzen, jmd. etw. aufschwatzen1) und bezeichnet einen Schwindler, Schwätzer oder Quacksalber. Damit ähnelt der Scharlatan in seiner Bedeutung der des Gauklers (gaukeln = gougolôn [althochdt.] = “sinnlose oder spielerische Bewegung machen”2).

Gaukler und Scharlatan mögen als Begriffe heutzutage etwas aus der Mode gekommen sein. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch genug solcher Menschen; sie begegnen einem täglich. Zum Beispiel bei der Arbeit, wo sie jede Menge Schaden anrichten können. Der Scharlatan wieselt sich geschickt durch’s Leben. Im Laufe seines Lebens hat er gelernt, Kompetenzen zu simulieren. Das macht er z.B. durch seine Kleidung, durch aufgeschnapptes Halbwissen und gezieltes “Networking”. Denn als Selbstdarsteller liebt er natürlich jedwede Form der Präsentation und besonders virtuelle Netzwerke wie XING, Facebook oder MySpace. Sicher habt ihr auch gerade bestimmte Gesichter im Kopf und ärgert euch, dass Scharlatane mit ihrer Masche viel zu oft Erfolg haben. Aber tröstet euch – irgendwann wird jeder Scharlatan enttarnt. Garantiert!

Domspitzen in den Medien

Donnerstag, 11. Februar 2010

Letztes Jahr wurde unser kleines Familienblog ja schon einmal im Blitz-Magazin erwähnt. Gestern lief nun ein kurzes Interview mit mir auf dem Radiosender “Landeswelle Thüringen“! In dem Zusammenhang möchte ich nur kurz darauf hinweisen, dass es das Domspitzen Lexikon der Erfurter Mundart (noch?) nicht als Buch zu kaufen gibt :-)