Archiv für die Kategorie ‘Domspitzen’

Gegen den Papstwahn: Demos am 23. und 24. September

Freitag, 05. August 2011

Im Rahmen des Papstbesuches wurden in Erfurt zwei Demonstrationen angemeldet. Am 23. und 24. September 2011 finden auf dem Bahnhof bzw. Anger Veranstaltungen unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenangst“ statt. Ich hoffe, es finden sich möglichst viele Ketzer ein, um „der Welt“ zu zeigen, dass in Erfurt die Vernunft das Sagen hat und nicht eine anachronistische Sekte, die Kinderschänder deckt, Homosexuelle diskriminiert und das Geld ihrer dummen Schafe zum Fenster hinaus wirft, anstatt die Hungrigen zu füttern – wie sie es doch so gern selber behaupten! Manch einer macht sich übrigens schon Gedanken über das Image unserer Landeshauptstadt:

„Ich halte es für eine Katastrophe, wenn an einem derart historischen Tag demonstriert wird.“

Sagt zum Beispiel Rechtsanwalt Spilker, Vorstandsvorsitzender des Vereins City Management Erfurt. Na dann hoffen wir mal auf ein katastrophales Septemberwochenende! Weitere Informationen: http://papstabschaffen.blogsport.de/demokundgebung/

Via TLZ

Katholiken: Schwule dissen aber selber rosa Käppchen tragen

Montag, 01. August 2011

Manch einer ist ja der Meinung, die katholische Kirche sei eigentlich die weltgrößte Schwulenorganisation. Sollte dem so sein, ist dies jedenfalls nicht der Grund, warum ich für diese Sekte nichts weiter als Verachtung übrig habe.

Nach außen frönen die Katholiken ja nach wie vor einer gepflegtem und tief sitzenden Homophobie. Dies zeigt einmal mehr jenes schöne Beispiel. Weihbischof Heiner Koch sorgt sich um das heilige Sakrament der Ehe, weil ein homosexueller „Schützenkönig“ seinen Lebensgefährten bei Schützenveranstaltungen an seiner Seite haben möchte:

Und unter Berufung auf die Statuten müsse daher festgestellt werden, dass der Lebensgefährte von dem Schützenkönig Dirk Winter beim Landesbezirks-Königsschiessen in Horstmar und Bundeskönigschiessen in Harsewinkel nicht neben dem schwulen Schützenkönig herlaufen dürfe. Davor und dahinter geht, aber nicht daneben.

Nun habe ich mit Schützenvereinen nicht viel am Hut und eigentlich könnten einem diese seltsamen Vögel in ihren aufällig keck-bunten Gewändern egal sein. Würden sich die Dogmatiker nicht ständig in Politik und Medien einmischen und mit Steuergeldern gemästet werden. Da darf ein wenig Verbalprügel doch sicher erlaubt sein.

Via Spiegel-Online.

So sind wir (6)

Montag, 18. Juli 2011

Nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in der Tungerstraße in Erfurt biss am Freitag gegen 12:00 Uhr eine 20-jährige Frau ihren 23-jährigen Freund in den Unterarm. Der junge Mann musste ärztlich behandelt werden.

Via TLZ

So sind wir (5)

Montag, 23. Mai 2011

Ein Nachbar hat sich offenbar Freitagnacht gegen 23 Uhr von einem nächtlichen Live-Auftritt in einer Musik-Kneipe in der Pergamentergasse in Erfurt in seiner Ruhe gestört gefühlt. […] Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war der 48-Jährige plötzlich auf die Bühne gesprungen, um eine große Basstrommel in den Zuhörerbereich zu werfen.

Via TA

Ha… es lebt!

Donnerstag, 07. April 2011

Gestern wurde ich darauf hingewiesen, hier schon geraume Zeit nicht’s mehr gebloggt zu haben. Dem kann Abhilfe geschaffen werden.

Nicht ganz so schön wie ein Derbysieg, aber fast: RWE macht Ddddyyyynaaaammooooo platt. Und alles so „Yeah!“

So sind wir (4)

Freitag, 11. März 2011

Erfurt – Es war die irrste Meldung gestern in BILD: Aus Angst vor einem Raub verschluckte ein 37-Jähriger 145 Euro …

Via Bild-Online

Erfurt 21

Dienstag, 15. Februar 2011

Angerumgestaltung. Was das heißt, wurde monatelang in der Stadt diskutiert. Doch als gestern beim Baumbestand vollendete Tatsachen geschaffen wurden, herrschte unter Passanten blankes Entsetzen.

Via TA

Kreisverkehr Fail

Freitag, 07. Januar 2011

Es muss nicht immer eine 3m hohe Rabatte sein, die das Zentrum eines Kreisverkehrs markiert. Was sich die Erfurter Verkehrsplaner allerdings bei dieser Konstruktion gedacht haben, wird wohl ein Mysterium bleiben…

Domspitzen Jahresrückblick 2010

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Kinners, war das wieder aufregend dieses Jahr! Zeit, einen kurzen Blick zurück zu werfen: Was hat das Domspitzen-Blog anno domini 2010 beschäftigt?

Januar

Der Januar begann für mich in Budapest und einem sehr erfolgreichen Beutezug durch einen der dortigen Auchan-Märkte. Den lukullischen Highlights folgte der erste Schock des Jahres: Die Braugold-Abfüllung wurde von Erfurt nach irgendwo in Sachsen verlagert. Und es sollte noch schlimmer kommen für die Erfurter Biermarke, aber dazu später mehr.

Die Stakeholder deutscher Leitmedien verfransten sich in Diskussionen um eine „iPhone-App“. Diskussionen gänzlich anderer Natur führte man in Kernberghausen ob des neuen Sponsors, der seine Marke traditionell in Rot und Weiß präsentiert. Zum Trost gab es ein paar Flöhe aus der Landeshauptstadt! Und: wir haben spekakulär gekocht!

Februar

…haben wir mindestens genau so spektakulär gekocht. Ganz groß: endlich nahmen die Mainstream-Medien von unserem illustren kleinen Blog Notiz! Unglaublich: manche zerbrachen sich immer noch den Kopf über eine prophane iPhone App. Weitaus weniger prophan und auch überhaupt nicht zum Lachen war das, was nach und nach aus Richtung insbesondere der katholischen Kirche an’s Licht kam. Man(n) hatte offenbar den Begriff der Nächstenliebe gänzlich fehlinterpretiert. Um so erstaunlicher, dass es um diejenigen, die im Jahr zuvor noch am lautesten nach mehr Schutz für Kinder geschrien hatten, plötzlich ganz ganz ruhig wurde

März

Etwas munterer waren Politiker in Nordrhein-Westfalen. „Rent-a-Politician“ hieß dort ein erfolgreiches Erlösmodell und kostete „Kinder-statt-Inder“ Jürgen Rüttgers auch schließlich erst die Wahl und dann die Karriere. Tierisches wurde aus Erfurt vermeldet. In der Landeshauptstadt hatte die Polizei erhebliche Probleme beim Einfangen eines Hängebauchschweins. Was zunächst nach einer guten Nachricht klang, erwies sich eher als Promotion Fake: Die angekündigte und begrüßenswerte Trennung der Scorpions wurde bis heute noch nicht vollzogen. Da fand ich den gefakten Einmarsch der Russen in Georgien doch viel lustiger – die scripted Doku verursachte eine Massenpanik.

Und hätten wir bloß mal richtig gut gekocht

April

Das haben wir dann wieder im April. Thema Lebensmittel: einem hessischen Kindergarten wurde wegen „besprochenem Salz“ die Betriebserlaubnis entzogen. Andere, die Missbrauch an Kindern trieben, versuchten sich mit absurden Schuldzuweisungen aus der Affaire zu wieseln. Ach ja, im April begann auch die Diskussion um Nacktscanner an Flughäfen. Und noch ein anderes, wichtiges 2010er Thema rückte langsam in den Fokus der allgemeinen Wahrnehmung.

Mai

Wir konnten zunächst unsere unnachgiebige Judikative bejubeln, die keinen Unterschied zwischen Politikern und dem gemeinen Pöbel machte. Erst sprudelte das Öl, dann die Ideen: auch hier ahnte sicher niemand, wie lange uns diese Umweltkatastrophe noch beschäftigen würde. Schlimm genug, wenn die Natur aufgrund mangelnder Sorgfalt leiden muss. Noch schlimmer, wenn sie wegen menschlicher Grausamkeit darbt. Aufgrund kognitiver Dissonanzmechanismen schmecken uns die Burger aber immer noch.

Juni

Gestern war es viel zu kalt, -15° Grad Celsius. Im Juni haben wir dafür geschwitzt, ziemlich geschwitzt sogar. Und trotzdem göttlich gekocht! Das hat offenbar die Sinne dermaßen betört, dass einen kurzfristig sogar der Herr Baron beeindrucken konnte. Zunächst bestimmten jedoch andere die politische Agenda. Persönlich lief es im Juni nicht ganz so gut. Dafür ist meine rechte Hand nun titanverstärkt.

Juli

In Ermangelung angemessener Tipp-Fähigkeiten fiel der Juni hinsichtlich der Beitragsdichte etwas mau aus. Aber gekocht haben wir trotzdem – wenn auch nur mit einer Hand! Die ARD überrachte uns mit einem medialen „epic fail“. Und wir haben gelernt, dass es gefährlich sein kann, mit dem „Freund und Helfer“ gemeinsam ein Hotel zu bewohnen.

August

Immer noch beeinträchtigt vom gebrochenen Handgelenk gab es im August genau 2 Meldungen: Eine ganz herbe Klatsche für Kernberghausen und sensationelle Bratkartoffeln! Die sehen übrigens nur wegen Photoshop so schwarz aus – ehrlich!

September

Der Papst hat vorgelegt und bei seinem England-Besuch einen astreinen Goodwin gepullt. In Lörrach wurde scharf geschossen, und diesmal konnte man nun wirklich keinen Computerspielen oder Filmen die Schuld zuschieben. Wir haben gegen Kernberghausen gewonnen – und mal wieder absolut obergöttlich gekocht!

Oktober

In Stuttgart hatte es nun richtig geknallt. So schlimm hatte ich das noch nicht einmal die Demos 1989 miterlebt, was aber auch daran lag, dass ich erst mit demonstrieren durfte, nachdem das Schlimmste schon vorbei war. Der ehemalige Musiksender MTV zog endlich Konsequenzen aus der massiven Kritik, man würde die Zuschauer mit sinnbefreiten „Scripted Reality“-Formaten verdummen, und beschloss, ab 1.1.2011 nur noch als Pay-TV Sender zu agieren. Das kann nur eine Goldgrube werden. An Liquidität mangelte es auch nicht der Göttinger Polizei, die mit massivem Personalaufwand Handy-Entsperrer jagte. Und wir haben zuerst etwas bodenständig gekocht und dann besser als jemals zuvor!

November

Erfurt im Visier der Terroristen! Wir waren schockiert! SCHOCKIERT! Wenn man also feststellt, dass die Welt sowieso den Bach runter geht und wir bald alle tot sind, kann man sich auch mal direkt in die Reihen des Feindes trauen. Aber zurück zum Thema Terrorpanik: Jene stieg dem einen oder anderen zu Kopf. Offenbar nachhaltig. Erst Wikileaks schaffte es, das Thema Terrorpanik aus der Agenda zu schubsen.

Und leider verließ uns einer der ganz Großen.

Dezember

Die Hetzjagd auf Julian Assange geriet so richtig in Fahrt. Wir haben überrascht festgestellt, dass im Dezember Schnee fällt und es kalt werden kann. In Ägypten fällt zwar kein Schnee, aber trotzdem ist da jemandem das Gehirn eingefroren. Eine spannende TV-Serie fand ein recht unspannendes Ende. Taktiles Parteigeplänkel bewahrte uns vor einer simpel gesagt schwachsinnigen Gesetzesnovelle zum Kinderschutz. Ungarn bereitet eine solide Diktatur vor. Und wir haben – zum letzten Mal dieses Jahr – ganz besonders hervorragend gekocht!

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und ein spannendes und erfolgreiches 2011!

Na gugge nuar…!

Donnerstag, 25. November 2010

Fleißige Leser haben uns neue Begriffe für das Domspitzen-Wörterbuch vorgeschlagen. Unn – da sinn se schon!

Vielen Dank allen Einsendern!