Heute ist uns eine seltene, fast einmalige Chance durch die Lappen gegangen. Die Chance, der schwarz-gelben Mogelpackung ein Bein zu stellen. Wir hätten heute direkt über Los gehen können. Stattdessen haben wir nun einen ungeliebten Bundespräsidenten. Immerhin gab es einen kräftigen Tritt in den Hintern von Angie und Guido. Und es hat sich bestätigt, dass es der Linkspartei weder um einen Politikwechsel geht noch dass die Partei jemals ernsthaft bereit war, ihre Vergangenheit objektiv aufzuarbeiten. Bereits die Nominierung von Luc Jochimsen hat dies deutlich gemacht. Jemand der ernsthaft behauptet, die DDR sei formal betrachtet kein Unrechtsstaat gewesen, zeigt damit ein doch sehr zweifelhaftes Rechtsverständnis. Die DDR war ein Unrechtsstaat, weil sich der judikative und exekutive Apparat nicht an die eigenen Regeln gehalten hat. Weil es freie Wahlen nur auf dem Papier gab. Weil bereits die allzeit dominanten Schlagworte “Volkseigentum” und “Arbeiter -und Bauernstaat” leere Worthülsen waren. Die Linkspartei ist genauso demokratisch, wie die FDP eine Bürgerrechtspartei ist. Wer das offen ausspricht, wird gedisst. Getroffene Hunde bellen!
Tags: bundespräsident, linkspartei
Aber sind wir doch mal ehrlich, keiner der vier Kandidaten ist wirklich eine gute Wahl gewesen sowie wie diese ganze Wahl abgelaufen ist … mit dem kompletten Ausblenden des vierten Kandidaten, anstatt einer kritischen Auseinandersetzung. Macht mich alles nicht so richtig glücklich.
Außerdem wars ja so, dass Wulf im letzten Wahlgang so viele Stimmen bekommen hat, wie er im ersten benötigt hätte (glaube 625). Selbst oder gerade wenn die Linkspartei Gauck unterstützt hätte, hätte er es geschafft, dann vermutlich schon im ersten Wahlgang. Aber egal, dass kindische Verhalten der Linken (Ihr wollt nicht mit uns im Sandkasten spielen also scheißen wir euch rein) entschuldigt das auch nicht. Aber mal ehrlich. Ist die Wahl eines Grüßaugust so wichtig?
Genau dieser Kindergarten ist das Problem. Daher der Titel. Die Verräterpartei nominiert einen ostdeutschen Bürgerrechtler, die Linkspartei eine westdeutsche (ich sags mal freundlich) Sozialistin. So wird das nix. Beide Seiten machen es einander unnötig schwer, aufeinander zuzugehen. Ein Wolfgang Thierse z.B. wäre sicher für beide Seiten akzeptabel gewesen (weiß ja nicht, ob der gewollt / gekonnt / gedurft hätte…) Aber sehen wir es mal von der positiven Seite – mit der Anzahl der Spielkinder steigt die Chance auf unsere schöne Revolution
Wieso erinnert mich das an die die Sprüche vom Stammtisch: Bald wird es mal richtig knallen